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Studie belegt dramatische Versorgungssituation und Versagen der Pflegepolitik

Bildbeschreibung: Sigl-Lehner von der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (KöR)
Foto: @VdPB

 

Eine aktuelle Studie des IGES-Instituts zur Versorgungslage in der Kurzzeitpflege in Bayern präsentiert erschreckende Ergebnisse: In nahezu allen Regionen Bayerns gibt es keine ausreichende Zahl an Kurzzeitpflege-Angeboten. Wer für seine Angehörigen einen Kurzzeitpflegeplatz in Bayern sucht, sieht sich mit einer dramatisch niedrigen generellen Verfügbarkeit von Angeboten und zahlreichen administrativen Hürden konfrontiert. Nach Ansicht der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) zeigen sich in den Ergebnissen der Studie einmal mehr die pflegepolitischen Versäumnisse auf Bundes- und Landesebene angesichts eines immer offensichtlicheren pflegerischen Versorgungsnotstands in Bayern.

"Die Ergebnisse der Studie, die in der vergangenen Woche im Landespflegeausschuss vorgestellt und diskutiert wurden, belegen für die Kurzzeitpflege, was uns von unseren Mitgliedern und auch in unseren Gesprächen mit Trägerverbänden und Einrichtungen sowohl für die Langzeit- als auch für die Akut- und die ambulante Pflege rückgemeldet wird: Die Entlastung pflegender Angehöriger und die pflegerische Versorgung insgesamt ist in Bayern massiv gefährdet und in manchen Bereichen gar nicht mehr zu gewährleisten", erklärt Georg Sigl-Lehner, Präsident der VdPB. Das Thema müsse endlich nach ganz oben auf der Prioritätenliste der Staatsregierung. Für die VdPB sind die Studienergebnisse ein weiteres Signal dafür, dass es längst "5 nach 12" ist und politisches Handeln im Sinne von effizienten Sofortmaßnahmen statt reiner Absichtserklärungen erfolgen muss. 

"Den Handlungsempfehlungen der Studie können wir uns nur anschließen. Sie sollten allerdings auf die gesamte pflegerische Versorgung ausgedehnt werden. Das ist ohne große Investitionen nicht zu schaffen. Und es ist auch nicht mit infrastrukturellen Maßnahmen getan", betont Sigl-Lehner und ergänzt: "Die VdPB fordert den Freistaat Bayern unter anderem dazu auf, Ausbildungskapazitäten durch Anschubfinanzierung zu erhöhen und Pflegeschulen beim Ausbau ihrer Bildungsangebote zu unterstützen, die Anerkennung ausländischer Pflegekräfte umfassend zu regeln und auch entsprechend zum Beispiel durch die Übernahme der Kosten für zusätzliche Praxisanleitungen zu fördern."

Die Studie des IGES-Instituts mache zudem noch einmal deutlich, wie wichtig eine detaillierte Datenerfassung sei, die sich eben nicht nur auf einen Teilbereich der pflegerischen Versorgung beschränke. "Das von der VdPB für 2020 geplante Monitoring des Pflegebedarfs in Bayern ist absolut notwendig, um einen Gesamtüberblick über die bayerische Versorgungslage zu bekommen, der auch regionale Besonderheiten in allen pflegerischen Settings erfasst. Dafür sollte jetzt auch endlich von der Staatsregierung der Weg freigemacht werden", so der VdPB-Präsident.

Quelle: VdPB

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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