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Debatte in der Pflege: Herr Spahn, wir haben keinen Pflegekräftemangel

Bildbeschreibung: Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.
Foto: @ EU-Schwerbehinderung

Wir haben in Deutschland nicht zu wenig Pflegende. Der Vorsitzende des Landes-verbandes Sachsen des Hartmannbundes, Dr. med. Thomas Lipp äußert sich in einer Pressemitteilung zur Pflege. Das Problem ist nur, dass das vorhandene Personal kaum zum Pflegen kommt",selbst niedergelassener Allgemeinmediziner in Leipzig. Dokumentation und andere pflegefremde Tätigkeiten kosteten die Beschäftigten mehrere Stunden am Tag, diese Zeit fehle dann für die zu Pflegenden. Lipp, der das Problem aus zahlreichen Projekten mit der stationären und ambulanten Pflege kennt, erklärt weiter: "Befragungen zum Dokumentationsaufwand zeigen, dass über 30 Prozent der Arbeitszeit nicht am zu Pflegenden erfolgen". Dies zeigten beispielsweise Erhebungen der HIMSS Europe GmbH in deutschen Akutkrankenhäusern. "

Es ist doch absurd, dass aktuell versucht wird, mit viel Aufwand neues Personal aus Mexiko, Vietnam oder den Philippinen abzuwerben, solange wir die strukturellen Grundprobleme bei uns nicht lösen. Zudem ist es ethisch fragwürdig, Pflegekräfte systematisch aus Ländern zu akquirieren, wo sie für die Versorgung der eigenen Bevölkerung erforderlich wären" so Lipp weiter. Selbst wenn es uns gelänge, zehntausend neue Pflegekräfte anzuwerben, würde sich am Personalmangel nichts ändern, solange das Pflegesystem so bleibt wie es ist. Es brauche daher Politiker mit fachpolitischem Verstand und Mut, Entscheidungen zur Reduzierung des Verwaltungsaufwands zu treffen. "Wenn der Dokumentationsaufwand für unsere aktuell rund 1,1 Millionen Fachkräfte in der ambulanten und stationären Pflege nur um die Hälfte abnehmen würde, entspräche dies der zusätzlichen Arbeitsleistung von über 100.000 Vollzeit-stellen. Damit hätten sich auf einen Schlag die derzeit 30.000 unbesetzten Stellen erledigt" äußert sich Lipp abschließend.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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