EU-Schwerbehinderung

Das Online-Nachrichtenmagazin.
Politik, Soziales, Behinderung, Rente
und vieles mehr .... Kritisch, sachlich und offen. Pflege-news Nachrichtendienst zur Behindertenpolitik

Coronavirus hemmt häusliche Pflege

Bildbeschreibung: Eine ältere Frau die ihre Hände auf ihren Schoss faltet.
Foto: © Cristian Newman

Das Coronavirus ist besonders für die Menschen die auf häusliche Pflege angewiesen sind ein Problem. Denn es gibt kaum noch Haushaltshilfen für die Pflegebedürftigen. Der VdK hat sich hierzu geäußert in einer Pressemitteilung: Die Corona-Krise setzt pflegende Angehörige unter Druck. Wenn die osteuropäische Haushaltshilfe nicht mehr kommt, stehen viele Familien hilflos vor der Frage, wie sie ihre Väter, Mütter oder Großeltern weiter angemessen versorgen sollen. Der Hintergrund: Aus Angst vor dem Coronavirus verlassen viele Betreuungskräfte Deutschland, neue kommen kaum nach. Eine ähnliche Problematik wird sich in den Haushalten entwickeln, wenn die professionelle ambulante Pflege wegbricht. VdK-Präsidentin Verena Bentele dazu:

„Wo sollen all die pflegebedürftigen Menschen bleiben, die derzeit zuhause leben, wenn ihre Betreuungshilfe wegbleibt? Die Alten- und Pflegeheime sind voll. Sollen die berufstätigen Angehörigen einspringen, brauchen sie massive Unterstützung. Lassen wir sie nicht im Stich. Wir schlagen vor, die Regelung zur Kurzarbeit auf diese Personen auszudehnen. Dann könnten Berufstätige zeitweise aus dem Job aussteigen, wären abgesichert und müssten sich keine Sorgen um ihr Auskommen machen. Und die Pflegebedürftigen könnten in ihren eigenen vier Wänden bleiben.“ Haushaltshilfen, vorwiegend aus Osteuropa, versorgen in Deutschland zwischen 300.000 und 500.000 Pflegebedürftige zuhause. Genaue statistische Daten liegen nicht vor. Der Sozialverband VdK fordert weitere Unterstützung für die pflegenden Angehörigen, die fürchten müssen, ihre Väter, Mütter oder Großeltern mit dem Coronavirus anzustecken. Verena Bentele dazu:

Abonnieren sie uns auf Google-News
Abonnieren sie unseren Newsletter

„Viele pflegende Menschen sind verunsichert. Wie sollen sie ihre pflegebedürftigen Angehörigen weiter gut versorgen, einkaufen, ihnen nahe sein? Wegen der Infektionsgefahr dürften sie das Haus eigentlich nicht verlassen. Ein erster wichtiger Schritt wäre, die außerhäusliche Versorgung sicherzustellen, zumindest mit Lebensmitteln, Medikamenten, Schutzkleidung und anderen Produkten des täglichen Bedarfs. Wir fordern, hier sofort die Mittel des Entlastungsbetrages zur Verfügung zu stellen, und zwar schnell, unbürokratisch und niedrigschwellig. Darüber hinaus sollte der Betrag für Pflegehilfsmittel von 40 auf 80 Euro im Monat angehoben werden.“ Gut drei Viertel oder 2,59 Millionen aller Pflegebedürftigen werden derzeit zuhause versorgt. Davon werden 1,76 Millionen Pflegebedürftige in der Regel allein durch Angehörige gepflegt. Weitere 0,83 Millionen Pflegebedürftige leben ebenfalls in Privathaushalten, sie werden jedoch zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste versorgt.

Pia Zimmermann, die Sprecherin für Pflegepolitik der Fraktion DIE LINKE äußert sich in einer Pressemitteilung zum Notstand bei der häuslichen Pflege:

„Der drohende Notstand in der häuslichen Pflege verweist auf lange vor der Coronakrise bekannte, aber wissentlich ignorierte Probleme. Diese Probleme verschärfen sich nun, da Pflegekräfte aus Osteuropa fehlen.“

„Um die Kosten der gesetzlichen Pflegeversicherung möglichst niedrig zu halten, wurden alle Schritte unterlassen, die Situation der Menschen mit Pflegebedarf, ihrer pflegenden Angehörigen sowie der in aller Regel unter schwierigen Bedingungen illegalisiert arbeitenden Pflegerinnen aus anderen Ländern zu verbessern oder die Sachlage auch nur ansatzweise öffentlich transparent darzustellen.

Diese Probleme müssen endlich angegangen werden. Es sind Bedingungen zu schaffen, unter denen sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sowohl für die Menschen mit Pflegebedarf als auch die Pflegekräfte attraktiv und auskömmlich sind. Dazu sind die finanziellen Leistungen der Pflegeversicherung entsprechend anzuheben. Außerdem darf es nicht sein, dass private Vermittlungsagenturen durch diese Not schnelles Geld machen. Die Vermittlung muss in die Hand der Bundesagentur für Arbeit gelegt werden. So können wir die Arbeitsplätze zügig legalisieren und die Bedingungen verbessern, so dass auch in der jetzigen Situation Menschen mit Pflegebedarf versorgt werden können.“

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



Kurznachrichten

Politik

Aktuelle Nachrichten

weitere Nachrichten

Kommentare (0)

Rated 0 out of 5 based on 0 voters
Bisher wurden hier noch keine Kommentare veröffentlicht

Einen Kommentar verfassen

  1. Posting comment as a guest. Sign up or login to your account.
Rate this post:
Anhänge (0 / 3)
Deinen Standort teilen



0
+

Gefällt Ihnen der Artikel?

Liken Sie uns. Vielen Dank