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Fortschritt!? Pflege und Gesundheit im Koalitionsvertrag

Bildbeschreibung: Eine Frau mit einer Mundmaske.
Foto: © Charlotte Mai

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) sieht viele seiner Forderungen im vorgestellten Koalitionsvertrag aufgenommen. Nun kommt es dem Verband zufolge auf die entschlossene und fundierte Umsetzung an, damit die Pflege als Beruf wieder attraktiv wird und die Gesundheitsversorgung in Deutschland zukunftsfähig werden kann.

Eine der wichtigsten Forderungen des DBfK war die Umsetzung der Personalbemessung in den Krankenhäusern, der sogenannten PPR 2.0, um die beruflich Pflegenden schnell zu entlasten. „Wir sind sehr froh, dass diese Forderung im Koalitionsvertrag aufgenommen wurde und auch die Personalbemessung in der Langzeitpflege beschleunigt umgesetzt werden soll. Unsere Beharrlichkeit in diesem und weiteren Punkten hat sich gelohnt“, bewertet DBfK-Präsidentin Christel Bienstein den Passus des Koalitionsvertrags.

„Außerdem stehen mit den Plänen, die Gehälter in der Langzeitpflege anzuheben, Assistenzausbildungen zu vereinheitlichen und die Eigenanteile für Menschen mit Pflegebedarf zu deckeln weitere wichtige Punkte im Vertrag, die auch wir schon lange fordern.“ Der DBfK hätte sich noch weitreichendere Reformen in der Finanzierung von Pflege und eine klare Botschaft, dass die Gehälter deutlich angehoben werden müssen, gewünscht. Die Selbstverwaltung der professionellen Pflege zu fördern, ist dem DBfK zufolge ein erster und wichtiger Schritt, der mit dem notwendigen politischen Willen gegangen werden muss, damit echte Mitbestimmung der Pflegefachpersonen erfolgt.

„Das wirklich Fortschrittliche für die Pflegeberufe wird in der Erweiterung der pflegerischen Rollen, der Übertragung heilkundlicher Aufgaben und der Förderung der hochschulischen Ausbildung liegen“, sagt Bienstein. „Insbesondere die Community Health Nurses mit Masterabschluss sind ein echter Fortschritt – nicht nur für die Profession, sondern sie können die Gesundheitsversorgung in unserem Land grundlegend verbessern. Die Menschen vor allem in den ländlichen Regionen werden das deutlich spüren.“

Zu Beginn der Pressekonferenz der Koalitionspartner:innen wurde ein wissenschaftliches Gremium zur Pandemiebekämpfung angekündigt. „Das ist ein notwendiger und richtiger Schritt“, so Bienstein. „In diesem wissenschaftlichen Gremium muss unbedingt ein:e Pflegewissenschaftler:in eingesetzt werden! Uns geht sonst eine enorm wichtige Expertise verloren, die wir für eine effektive Bekämpfung der Pandemie brauchen.“

Autor: bpa / © EU-Schwerbehinderung

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