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Arbeitsmarkt im November 2021 weiter auf Erholungskurs

Bildbeschreibung: Das Schild von der Bundesagentur für Arbeit.
Foto: © 2021 Bundesagentur für Arbeit

Die Bundesagentur für Arbeit hat heute die aktuellen Zahlen der Arbeitslosenstatistik veröffentlicht. Bei Menschen mit Behinderungen ist die Zahl der Arbeitslosen leicht gesunken. Waren es im Oktober 166.405 arbeitslose, so sind es im November 164.307 Menschen. Bei der Berufliche Weiterbildung inkl. Förderung behinderter Menschen lag die Zahl im Oktober bei 122.452 Menschen und im November sind es 121.002 Menschen. Die Bundesagentur für Arbeit teilt dazu mit:

"Am Arbeitsmarkt hat sich die Erholung der letzten Monate fortgesetzt. Folgen der aktuellen, besorgniserregenden Corona-Situation in Deutschland zeigen sich bislang kaum.", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im November:

-60.000 auf 2.317.000

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:

-382.000

Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat:

-0,1 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent

Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung und Erwerbslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen hat sich im November 2021 gegenüber dem Vormonat weiter deutlich verringert, und zwar um 60.000 auf 2.317.000. Saisonbereinigt hat sie damit um 34.000 abgenommen. Gegenüber dem November des vorigen Jahres ist sie um 382.000 geringer. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent, 0,8 Prozentpunkte niedriger als im November 2020. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosenquote lag im Oktober bei 3,0 Prozent.

Die Unterbeschäftigung, die auch Veränderungen in der Arbeitsmarktpolitik und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, lag im November bei 3.095.000 Personen. Das waren 401.000 weniger als vor einem Jahr.

Kurzarbeit

Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten zu geprüften Anzeigen wurde vom 1. bis einschließlich 24. November für 104.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Neben dem Verarbeitenden Gewerbe, das mit anhaltenden Lieferengpässen zu kämpfen hat, zeigt auch das Gastgewerbe wieder vermehrt Kurzarbeit an.

Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis September 2021 zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit in diesem Monat für 751.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme geht damit weiter zurück. Im April 2020 hatte sie mit knapp 6 Millionen den Höhepunkt erreicht.

Erwerbstätigkeit und Beschäftigung

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigen weiter an. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Oktober 2021 saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 34.000 gestiegen. Mit 45,34 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 289.000 höher aus. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm saisonbereinigt von August auf September um 46.000 zu. Im Vergleich zum Vorjahr ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im September nach Hochrechnungen der BA um 522.000 auf 34,31 Millionen Beschäftigte gestiegen. Die geringfügig entlohnte Beschäftigung erholt sich ebenfalls weiter von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Im September betrug ihre Zahl 7,27 Millionen. Saisonbereinigt bedeutet das einen merklichen Anstieg von 30.000 gegenüber dem Vormonat.

Arbeitskräftenachfrage

Die Nachfrage nach neuem Personal bleibt im November auf hohem Niveau. So waren 808.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 208.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen um 15.000 erhöht. Der BA-Stellenindex (BA-X) - ein Indikator für die Nachfrage nach Personal in Deutschland - stieg im November 2021 um 2 Punkte auf 128 Punkte. Er liegt damit 30 Punkte über dem Wert von November 2020. Der BA-X übertrifft auch den Wert vom März 2020, also dem letzten Berichtsmonat, bevor die Auswirkungen der ersten Pandemiemaßnahmen auf dem Arbeitsmarkt sichtbar wurden.

Geldleistungen

716.000 Personen erhielten im November 2021 Arbeitslosengeld, 324.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im November bei 3.636.000. Gegenüber November 2020 war dies ein Rückgang von 176.000 Personen. 6,7 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Der Bundesminister Hubertus Heil teilt zu den Arbeitsmarktzahlen für November 2021 mit:

„Der Arbeitsmarkt ist bislang gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Die Novemberzahlen belegen erneut, dass wir die Folgen dieser tiefen wirtschaftlichen Krise nach und nach überwinden. Im November ist die Arbeitslosenquote weiter leicht gesunken und liegt jetzt bei 5,1 Prozent. Insgesamt sind damit 2,3 Millionen Menschen arbeitslos, 60.000 weniger als im Vormonat. Selbst saisonbereinigt ist ihre Zahl immer noch um 34.000 gesunken. Bis September ist außerdem die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds auf 751.000 Personen gesunken. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat sich in den vergangenen Monaten sehr gut entwickelt. Sie lag im September bei 34,3 Millionen Beschäftigten.

Doch dieser positive Trend ist durch den aktuellen Verlauf der Pandemie mit den täglichen Höchstwerten bei den Infektionszahlen stark gefährdet. Wir erleben neue Hindernisse für den Arbeitsmarkt, die im Winter aller Voraussicht nach zunehmen werden. Die Anzeigen für Kurzarbeit gehen bereits wieder hoch, vor allem im Gastgewerbe.

Aus dieser Krise kommen wir nur heraus, wenn die Impfzahlen deutlich steigen. Egal, ob bei Erstimpfungen oder Booster. Impfungen sind der Schlüssel, damit sich die Wirtschaft weiter erholen kann und der soziale Zusammenhalt unserer Gesellschaft erhalten bleibt.

Wir tun alles Nötige, um den Arbeitsmarkt sicher durch den Winter zu bringen. Mit der 3G-Regel am Arbeitsplatz haben wir dazu beigetragen, die Impfbereitschaft in der Bevölkerung zu steigern. Ich bin dankbar, dass das in weiten Teilen der Wirtschaft vorbildlich umgesetzt wird. Gleichzeitig wird der erleichterte Zugang zum Kurzarbeitergeld bis zum 31. März 2022 verlängert und so für Planungssicherheit bei Unternehmen und Beschäftigten gesorgt.

Unser Augenmerk liegt auch auf der weiterhin hohen Zahl von langzeitarbeitslosen Menschen. Zwar sank ihre Zahl im November endlich wieder unter die Millionenmarke. Doch noch immer haben 988.000 Menschen seit über 12 Monaten keinen Job. Ihnen eine berufliche Perspektive zu bieten, bleibt langfristig eine unserer wichtigsten Aufgaben in der Arbeitsmarktpolitik.“

Der Deutsche Gewerkschaftsbund teilt zu den Arbeitsmarktzahlen für November 2021 mit:

Die betrieblichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben die Arbeitswelt verändert. Ein Viertel der Beschäftigten sieht sich am Arbeitsplatz trotzdem nur schlecht vor einer Ansteckung geschützt. Insbesondere Beschäftigte mit vielen persönlichen Kontakten fürchten um ihre Gesundheit, so etwa Erzieher*innen, von denen sich knapp 60 Prozent große Sorgen machen. Für rund ein Drittel der Arbeitnehmer*innen haben die Infektionsschutzmaßnahmen die Ausübung ihrer Tätigkeit erschwert. Das gilt insbesondere für Menschen, die körperlich schwere Arbeit leisten oder mit anderen Menschen arbeiten (Interaktionsarbeit).

Während der Pandemie wurde Arbeit stark digitalisiert. Knapp die Hälfte der Befragten (46 Prozent) arbeitet mit neuer Software bzw. neuen Apps. Häufig ersetzt digitale Kommunikation den unmittelbaren persönlichen Kontakt. Jede*r dritte Beschäftigte ist dadurch stärkeren Belastungen ausgesetzt.

31 Prozent der Beschäftigten arbeiteten im Befragungszeitraum (sehr) häufig im Homeoffice. Die Belastungen bei der Arbeit von zu Hause sind besonders stark ausgeprägt, wenn Kinder zu betreuen sind, die Wohnung für die Arbeit nicht geeignet ist oder wenn mit neuer digitaler Technik gearbeitet wird, für die es keine ausreichende Schulung und Unterstützung gibt. Die Kosten, die beim Arbeiten in der eigenen Wohnung anfallen (Miete, Heizung, Strom etc.) werden in mehr als 90 Prozent der Fälle ausschließlich von den Arbeitnehmer*innen getragen.

Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds:

„Die Gesundheit der Beschäftigten muss auch in der vierten Pandemiewelle höchste Priorität haben. Deshalb ist es richtig, dass die Arbeitsschutzregeln verlängert und 3G am Arbeitsplatz eingeführt wurden. Nun kommt es darauf an, dass diese Regeln auch umgesetzt werden. Hier stehen die Arbeitgeber in der Verantwortung, sonst drohen zurecht Sanktionen. Insbesondere all die Menschen, die uns in den systemrelevanten Berufen seit fast zwei Jahren durch die Pandemie bringen, haben häufig nicht die Möglichkeit, ihre Arbeit von zu Hause zu erledigen. Dass sie überdurchschnittlich stark unter den Defiziten im betrieblichen Infektionsschutz leiden, sollte uns alle beunruhigen.“

Maike Finnern, Vorsitzende der GEW:

„Die Coronakrise löst für viele Beschäftigte einen Digitalisierungsschub ihrer Arbeit aus. Dieser wird auch nach der Pandemie wirken. Eine zunehmend digitalisierte Arbeitswelt heißt für viele Beschäftigte mehr Arbeitsbelastung. Deshalb ist es mit besserer technischer Ausstattung alleine nicht getan. Um gute Arbeit leisten zu können, brauchen die Beschäftigten gute, nachhaltige Rahmenbedingungen: IT-Support, Fort- und Weiterbildungen, auch in digitalen Zeiten den Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen - und vor allem das Recht auf Nicht-Erreichbarkeit.“

Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall:

„Die Ergebnisse des DGB-Index Gute Arbeit 2021 zeigen: Ob das Arbeiten von zuhause den Beschäftigten tatsächlich die erhoffte Entlastung bringt, hängt maßgeblich von der konkreten Ausgestaltung ab. Ohne verbriefte Arbeitsschutzstandards und Mitbestimmung drohen den Beschäftigten noch mehr Belastungen durch Entgrenzung der Arbeit und schlecht gestaltete Bildschirmarbeit. Der Gesetzgeber muss einen Rechtsrahmen für mobiles Arbeiten einführen und dafür sorgen, dass Homeoffice nicht zur arbeitsschutzfreien Zone wird.“

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung

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