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So hilft der Staat pflegende Angehörige

Bei rund 75% pflegebedürftiger, die in häuslicher Umgebung durch Angehörige gepflegt werden, sollte man erwarten, dass diese auch etwas davon haben. Doch dem ist nicht so. Der Staat hat "nicht viel übrig" für pflegende Angehörige.

Es gibt aber geringfügige Steuervorteile. So können Angehörige steuerlich einen Pflegepauschalbetrag von 924 € im Jahr beanspruchen. Dieser Anspruch ist auch dann möglich, wenn sie ihre Pflegetätigkeit nur am Wochenende ausüben, weil die Pflegeperson bspw. unterhalb der Woche, sich in einem Pflegeheim aufhält.

Der Pflegepauschalbetrag kann über den Mantelbogen der Steuererklärung geltend gemacht werden. Jedoch funktioniert das nur, wenn für die Pflegeleistung keine Geldleistungen, wie beispielsweise von der Pflegekasse, erhalten haben.

Ebenfalls als haushaltsnahe Dienstleistungen, lassen sich Kosten für Betreuung, Pflege, Versorgung, Essenszubereitung, Einkäufe und Wohnungsreinigung absetzen, wenn diese als Dienstleistung eingekauft werden. Bewahren sie unbedingt entsprechende Belege auf. Von den Aufwendungen lassen sich bis zu 20% direkt von der Einkommensteuer abziehen. Anerkannt werden also bis zu 4000 Euro pro Jahr, also Gesamtkosten von 20000€

Da auch ein Angehöriger Urlaub braucht (Pflegepause), steht ab Pflegegrad 2, ein Betrag von 1612 Euro für die Verhinderungspflege zu (bei stationärer Pflege). Dieser kommt von der Pflegekasse. Dieser Betrag steht für maximal 6 Wochen Dauer der Verhinderungspflege, pro Jahr zur Verfügung. Dieser Betrag kann durch 50% nicht genutzter Kurzzeitpflege (806 Euro) noch aufgestockt werden. 

Sind sei als pflegender angehöriger in einem Beschäftigungsverhältnis bei einem Unternehmen mit mehr als 15 Mitarbeitern, haben sie das Recht sich bis zu 6 Monate für die Pflege von Angehörigen, freistellen zu lassen. Natürlich sind auch kürzere Zeiträume möglich, wenn man beispielsweise mit der zu pflegenden Person in den Urlaub möchte. Details sollten aber immer mit dem Arbeitgeber abgesprochen werden.

Kümmern Sie sich um einen Angehörigen, der zwar schwer erkrankt ist, aber noch nicht als pflegebedürftig eingestuft wurde, können sich auf maximal 3 Monate freistellen lassen, wenn bspw. (Zitat Pflegegesetz §63 Abs.6) "Beschäftigte sind zur Begleitung eines nahen Angehörigen von der Arbeitsleistung vollständig oder teilweise freizustellen, wenn dieser an einer Erkrankung leidet, die progredient verläuft und bereits ein weit fortgeschrittenes Stadium erreicht hat, bei der eine Heilung ausgeschlossen und eine palliativmedizinische Behandlung notwendig ist und die lediglich eine begrenzte Lebenserwartung von Wochen oder wenigen Monaten erwarten lässt. "

Es gibt auch noch die Möglichkeit der Kurzzeitpflege im Heim, die maximal für 8 Wochen in einem Pflegeheim in Anspruch genommen wird. Diese muss nicht im Wohnort des zu pflegenden erfolgen, sondern kann auch an einem Urlaubsort in Anspruch genommen werden (jedoch nicht im Ausland). Interessant hierzu auch der §42 Abs.2 SGB XI in dem es heißt (Zitat): "Der Anspruch auf Kurzzeitpflege ist auf acht Wochen pro Kalenderjahr beschränkt. Die Pflegekasse übernimmt die pflegebedingten Aufwendungen einschließlich der Aufwendungen für Betreuung sowie die Aufwendungen für Leistungen der medizinischen Behandlungspflege bis zu dem Gesamtbetrag von 1 612 Euro im Kalenderjahr. Der Leistungsbetrag nach Satz 2 kann um bis zu 1 612 Euro aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Verhinderungspflege nach § 39 Absatz 1 Satz 3 auf insgesamt bis zu 3 224 Euro im Kalenderjahr erhöht werden. Der für die Kurzzeitpflege in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird auf den Leistungsbetrag für eine Verhinderungspflege nach § 39 Absatz 1 Satz 3 angerechnet."


So hat der pflegende Angehörige die Möglichkeit, trotz Urlaub, die zu pflegende Person jederzeit zu besuchen. Eine tolle Sache sind auch "Pflegehotels" von denen es im Internet viele Angebote gibt.

Es lohnt sich in jedem Fall, sich hier von der Pflegekasse oder einem Beratungsdienst, ausführlich beraten zu lassen und schauen sie ruhig mal ins Pflegegesetz.


 

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