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VdK zu Spahns Pflegereform: Pflegebedürftige sparen fast nichts

Bildbeschreibung: Eine ältere Mann in einem Raum.
Foto: © Wolfgang Eckert

Der Sozialverband VdK Saarland warnt vor Euphorie bei den Pflegereform-Vorschlägen von Bundesgesundheitsminister Spahn. „Damit die Betroffenen von der 'großen Reform' nicht allzu enttäuscht sind, muss jetzt sachgerecht informiert werden. Da die tatsächliche Ersparnis der Heimbewohner derzeit bei maximal 236 Euro im Monat liegt, ist diese Reform nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein“, teilte der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang mit.

Selbst bei einer Deckelung des pflegebedingten Eigenanteils auf 700 Euro liegt die Gesamtbelastung der Pflegeheim-Bewohner im Saarland monatlich bei rund 2300 Euro. „Das ist wirklich kein Grund zum Feiern. Pflegebedürftige müssen weiter fürchten, zum Sozialfall zu werden, denn mit ihrer Rente können viele auch diesen Betrag nicht aufbringen.“ Etwa die Hälfte der saarländischen Pflegebedürftigen in einer stationären Einrichtung wird weiterhin auf Sozialhilfe angewiesen sein.

Im Saarland müssen pflegebedürftige Heimbewohner aktuell mehr als 2500 Euro aus eigener Tasche zahlen, davon entfallen nach Abzug der Pflegeversicherungsleistungen 936 Euro auf die direkten Pflegekosten. Hinzu kommen die monatlichen Kosten für die Unterkunft mit 893 Euro, die Investitionskosten von 512 Euro sowie die Ausbildungskosten von 203 Euro. Die vorgeschlagene Deckelung des Eigenanteils der Pflegebedürftigen auf 700 Euro würde demnach lediglich eine monatliche Ersparnis von 236 Euro bedeuten.

Dass der pflegebedingte Eigenanteil nach drei Jahren ganz entfallen soll, bringt der Mehrheit der Heimbewohner nichts, da ihre durchschnittliche Verweildauer unter drei Jahren liegt. „Der Großteil der Bewohner in Pflege-Einrichtungen verstirbt in der Regel in den ersten zwei Jahren. Vom Wegfall des Eigenanteils profitiert deshalb nur ein geringer Teil“, sagt Lang.

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Der Sozialverband VdK Saarland fordert deshalb eine verbindliche gesetzliche Regelung zur öffentlichen Finanzierung der Investitions- und Ausbildungskosten. Langfristig führe kein Weg daran vorbei, die „Pflegeversicherung“ zu einer echten Versicherung zu machen, in der der Eigenanteil der Pflegebedürftigen gesetzlich begrenzt ist. „Für die Pflegebedürftigen dürfen als Eigenanteil nur die Kosten für Unterkunft und Verpflegung verbleiben. Dies wäre gerecht und für viele tragbar“, sagt Lang.

Autor: VDK Presse und Öffentlichkeitsarbeit / © EU-Schwerbehinderung



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