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Pflegeverband fordert nachhaltige Verbesserungen

Bildbeschreibung: Eine Frau mit einer Mundmaske.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Der vom DBfK Nordwest am 22 Oktober initiierte PolitTalk Hamburg, virtuell im Livestream auf Facebook, war ein Austausch zwischen den gesundheitspolitischen Sprecherinnen und Sprechern der in der Hamburger Bürgerschaft vertretenen demokratischen Parteien und beruflich Pflegenden. Schwerpunkte waren die Pflegeberufekammern und die Situation für Auszubildende und Pflegende im Krankenhaus unter COVID-19 Bedingungen.

Das erste umstrittene Thema war die Einführung einer Pflegeberufekammer in Hamburg; die Option auf einen Neustart in diese Richtung ist im Koalitionsvertrag vorgesehen. Während die Vertreter/innen aus der Pflege sich unisono für die Kammer stark machten, kamen Bedenken aus der Politik hinsichtlich der Akzeptanz. Rückhalt fanden die beruflich Pflegenden nur beim Vertreter von Bündnis 90/Die GRÜNEN, Linus Jünemann, der die Notwendigkeit einer Kammer für Pflegefachpersonen als Körperschaft des öffentlichen Rechts sieht und das Akzeptanzproblem in der Berufsgruppe durch absolute Transparenz und Klarheit hinsichtlich der Kammerbefugnisse lösen will. „Was nicht zielführend ist, ist eine Reduktion der Kammerdiskussion auf Beiträge und Pflichtmitgliedschaft“, fügte Swantje Seismann-Petersen, stellvertretende Vorsitzende des DBfK Nordwest e.V, abschließend hinzu. „Die Politik ist in der Verantwortung, die pflegerische Versorgung der Bevölkerung auf einem hohen Niveau zu gewährleisten. Und genau dafür wird sie die Kammer brauchen.“

Zur Sprache kamen außerdem die Probleme in der Ausbildung, die durch COVID-19 drastisch verschärft wurden. Der Spagat zwischen der digitalen und der analogen Lehre misslang häufig wegen unzureichender elektronischer Ausrüstung – hier wurde die fehlende Unterstützung von Seiten der Politik bemängelt. Weiterhin machten Auszubildende deutlich, dass es keine Testungen beim kritischen Übergang vom praktischen in den theoretischen Unterricht gebe, dass die Schutzausrüstung in vielen Bereichen mangelhaft wäre und dass Auszubildende im Krankenhaus völlig fachfremd im Sicherheits- und Ordnungsdienst eingesetzt würden, um entsprechende Kosten zu sparen.

Die Pflege im Krankenhaus ist nach wie vor dominiert von Personalnot, schlechter Ausstattung, ständigem „Holen aus dem Frei“ und unnötiger Mehrfachdokumentation. Pflegende von den Stationen machten deutlich, dass die Situation keineswegs neu ist, sondern durch Corona erst richtig deutlich wird. Sie seien nicht nur die größte Berufsgruppe, sondern auch die am „besten ausgenutzte“.

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Von Seiten der Politik vermissten sie ernsthafte Wertschätzung, dauerhaft bessere Bezahlung und einheitliche Direktiven an die Gesundheitsämter beim Umgang mit COVID-19, insbesondere in Bezug auf Teststrategien, Quarantäneregelungen und Isolierungsmaßnahmen.

„Wir konnten gemeinsam deutlich machen, wo der Schuh gerade unter den jetzigen Bedingungen drückt“, resümiert Swantje Seismann-Petersen den virtuellen Livetalk. „Nun erwarten wir, dass die politischen Sprecherinnen und Sprecher ihrerseits zügig Maßnahmen ergreifen, die zur Verbesserungen der Situation für beruflich Pflegende beitragen.

Autor: DBfK / © EU-Schwerbehinderung



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