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Pflegereform: Pure Enttäuschung für pflegende Angehörige

Bildbeschreibung: Eine Frau mit einer Mundmaske.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Die für 2021 geplante Pflegereform trägt nach Ansicht des Verband Pflegehilfe nicht zur Entlastung von pflegenden Angehörigen bei.

Zwar ist die Reformierung der aktuellen Regelungen ein Schritt in die richtige Richtung; jedoch konzentrieren sich die kürzlich veröffentlichen Eckpunkte der Reform zu sehr auf den stationären Bereich. Die Bedürfnisse pflegender Angehöriger bleiben dabei größtenteils auf der Strecke – und das obwohl sie in Deutschland den größten Anteil der Altenpflege übernehmen. “Wir spüren in der Beratung die Enttäuschung der Familien. Sie geben finanziell und körperlich täglich alles und erhalten dafür kaum Anerkennung und Unterstützung von der Politik”, meint Johannes Haas, Geschäftsführer des Verband Pflegehilfe, zur Reform. “Was bringen denn Erhöhungen von Leistungen, die ohnehin viel zu schwer abrufbar sind?”

Bürokratie legt Pflegebedürftigen Steine in den Weg - Leistungen bleiben ungenutzt

Vor allem der hohe bürokratische Aufwand stellt die pflegenden Angehörigen immer wieder vor eine große Herausforderung. Viele unserer Anrufer bemängeln, da sei es leichter, Freunde oder Bekannte um Unterstützung zu bitten – unentgeltlich. Viele Zuschüsse werden nämlich nur gezahlt, wenn die Dienstleister von den Pflegekassen anerkannt sind. Sie bleiben daher oft ungenutzt, denn Pflegediensten fehlen meist die nötigen Kapazitäten oder die entstehenden Kosten für Betroffene würden nicht vollständig durch Kassenleistungen abgedeckt werden. So kommt es, dass laut Techniker Krankenkasse allein in Hessen nicht einmal die Hälfte der Berechtigten im Jahr 2019 den Entlastungsbetrag abgerufen haben.

Schadensbegrenzung statt zukunftsorientierter Unterstützung

Auch die geplanten Erhöhungen von Pflegeleistungen sieht Herr Haas kritisch: “Das deckt allenfalls die angestiegenen Kosten der letzten Jahre. Von Entlastung kann hier nicht die Rede sein”. Geplant sind Erhöhungen des Pflegegelds, der Pflegesachleistungen und der Tagespflege-Vergütung um 5 Prozent. Für einen Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 2 würde sich beispielsweise das Pflegegeld also gerade einmal um knapp 16 Euro im Monat erhöhen.

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Die Relevanz der pflegenden Angehörigen sowie ihre schwierige Lage scheinen in der Politik noch nicht angekommen zu sein. Über die Hälfte aller Pflegebedürftigen in Deutschland werden vollständig von Angehörigen versorgt. Ein Entgegenkommen in Form von Zuschusserhöhungen, die sich an realen Kosten orientieren sowie ein vereinfachter Zugang zu Leistungen wären ein Zeichen der Anerkennung. In der neuen Pflegereform sieht der Verband Pflegehilfe allerdings nur ein Mittel zur Schadensbegrenzung. Ein grundlegendes Überdenken der Strukturen und der Anspruch, die Pflege zukunftsfest zu machen, lassen sich dabei nicht erkennen. Diese Ankündigung von Gesundheitsminister Spahn endet somit bereits jetzt mit einer Enttäuschung.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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