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Pflegeverband: Wie man Pflegende wieder für ihren Beruf begeistern kann

Bildbeschreibung: Ein Mann mit einer Mundmaske.
Foto: © Griffin Wooldridge

Den „Pflexit“, an den laut der jüngsten Umfrage des DBfK etwa 30% der Pflegenden häufig denken, haben viele Kolleg/innen schon längst vollzogen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Arbeitnehmerkammer Bremen und des SOCIUM der Universität Bremen, die sich mit der potenziellen Rückgewinnung von Pflegenden beschäftigt. Covid-19 macht das nicht einfacher: mehr als 30% der in der Krankenpflege und gut 15% der in der Langzeitpflege Beschäftigten geben bei der Befragung an, dass die Pandemie ihre diesbezügliche Bereitschaft mindert. Und an eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen infolge der Pandemie glauben nur 4%.

Diese Desillusionierung wundert Martin Dichter, den Vorsitzenden des DBfK Nordwest, nicht. „Mit einem Prämienpflästerchen hier und einer Mindestlohnerhöhung dort ist es eben nicht getan. Wir brauchen deutlich überzeugendere Maßnahmen – z.B. ein Bruttoeinstiegsgehalt von 4000 Euro.

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Für die Gesellschaft wertvolle Tätigkeiten - und dazu gehört die berufliche Pflege in erster Linie – brauchen eine leistungs- und verantwortungsgerechte Vergütung und gesunde Arbeitsbedingungen. Beides ist in der beruflichen Pflege aktuell nicht vorhanden.“ Dichter verweist in diesem Zusammenhang auf die Top-10 der Wiedereinstiegskriterien für „Pflexiteers“ aus der Bremer Untersuchung:

  • Wertschätzung durch Vorgesetzte
  • Zeit für qualitativ hochwertige Pflege
  • Bedarfsorientierte Personalbemessung
  • Sensibilität von Vorgesetzten für Belastungen in der Pflege
  • Tarifbindung• Mehr Zeit für menschliche Zuwendung
  • Garantie, an freien Tagen nicht arbeiten zu müssen
  • Betriebliche Interessenvertretung
  • Höheres Grundgehalt
  • • Höhere Zulagen für besondere Tätigkeiten

„Das sind die entscheidenden Stellschrauben, an denen die Politik drehen muss“, fordert Dichter. „Damit kämen nicht nur Berufsaussteiger/innen zurück, so könnte man auch viele Pflegende zum Aufstocken der Arbeitszeit bewegen“.

Hier gibt es der Studie zufolge enormes Potenzial, denn die Teilzeitquote im Land Bremen beläuft sich auf ca.52% im Krankenhaus, 69% in der stationären und 79% in der ambulanten Pflege. Hinzu kommen die Abbrecherquoten unter den Auszubildenden bzw. Berufsanfänger/innen: 25% brechen ab und weitere 25% verlassen den Pflegeberuf in den ersten fünf Jahren nach der Ausbildung. „Auch hier müssen wir genau hinschauen“, sagt Dichter.

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„Offensichtlich werden junge Pflegende demotiviert, so dass eine berufliche Karriere in der Pflege keine Option ist. Damit wird die Hoffnung auf sinkenden Pflegepersonalmangel durch steigende Ausbildungszahlen zunichte gemacht.“Die Gestaltung der Zukunft der Pflege im Hinblick auf Personalbemessung ist Thema des heutigen Bremer Expertenhearings, ausgerichtet von Anja Stahmann, der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport. Dabei wird auch der DBfK gehört und darauf aufmerksam machen, dass – ganz im Einklang mit den Ergebnissen der Bremer Untersuchung – unter den gegenwärtigen Bedingungen eine (Re-)Mobilisierung beruflich Pflegender nicht gelingen kann. Dazu bedarf es einer signifikanten Verbesserung der oben genannten Punkte, damit Pflegende den eigenen Ansprüchen gerecht werden und unter Anerkennung ihrer Fachlichkeit pflegen können.

Autor: DBfK / © EU-Schwerbehinderung



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