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Immer weniger beschäftigte in der Altenpflege

Bildbeschreibung: Eine Pflegerin die hoch schaut und auf dem Fußboden sitzt.
Foto: © Vladimir Fedotov

Seit vielen Jahren herrscht in der Pflege und Altenpflege ein Fachkräftemangel. Allarmierend ist allerdings, dass im Jahr 2020 der Zuwachs an Pflegekräften, nachgelassen hat. Waren es im Jahr 2018 noch 3,28 % (+19 040) sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in der Altenpflege, so ging der Wert im Folgejahr auf 3,12 % (+18 736) und im Jahr 2020 sogar auf 1,62 % (+10 001) zurück.

„Am Personalmangel und der Arbeitsbelastung konnten die Zuwächse bislang nichts ändern. Allein ein Rückgang der Zuwächse ist daher ein alarmierendes Zeichen“, stellt Pia Zimmerman, Sprecherin für Pflegepolitik der Linken, dar. Die politischen Versuche mit einem „13.000 Stellen-Programm“ mehr Pflegekräfte zu bekommen, führte bislang nur zu ca. 3 000 Vollzeitstellen, die sich auf ca. 4 300 Pflegekräfte verteilen. Wie sich vor dem Hintergrund der pandemiegestiegenen Arbeitsbelastungen und der vielen Stimmen von Pflegekräften, die „spätestens nach Corona einen anderen Job suchen zu wollen“, bleibt abzuwarten.

Eine Umfrage des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) im Dezember ergab, dass „ein Drittel“ der befragten Pflegenden „erwägt, aus dem Pflegeberuf auszusteigen“. Auch der Pflegeexperte Prof. Rothgang, so die Tagesschau, befürchtet eine „Kündigungswelle nach der Pandemie“.

Pia Zimmermann: „Noch im Sommer muss eine Expert*innen-Kommission unter Beteiligung von Verdi sowie der Caritas und der Diakonie den Gründen nachgehen und erste Vorschläge zum Gegensteuern unterbreiten. Fest steht aber: An auskömmlichen Tarifverträgen und der Einbeziehung aller Einkommen zur soliden Finanzierung der Pflegeversicherung führt kein Weg vorbei!“

Eine ganz andere Tendenz entwickelt sich im Bereich der Krankenpflege. Hatte dieser Bereich im Jahr 2018 noch einen Zuwachs sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen von 1,67 Prozent, waren es im Jahr 2019 bereits 2,61 und im Jahr 2020 3,22 Prozent.

Die Linke hat noch darauf hingewiesen: „Von Expert*innen aus großen Organisationen, die die Praxis in der Altenpflege wie auch im Bereich Krankenhaus im Blick haben, wurde der Einbruch bei Entwicklung der Beschäftigung in der Altenpflege und die Verstetigung der Beschäftigungsentwicklung in der Krankenpflege auf seit Monaten stattfindende verstärkte Abwanderung und Abwerbung aus dem Bereich der Altenpflege in Richtung Krankenhäuser zurückgeführt. Gestützt wird dies über uns vorliegende Einzelberichte von Krankenpfleger*innen. Sollten sich diese Hinweise bestätigen, hat die seit Jahren befürchtete Abwanderung von der Altenpflege in die Krankenpflege (auf Grund der Gehaltslücke von im Bundesdurchschnitt 500 Euro/Monat, die in der Altenpflege weniger verdient werden) und die spätestens für den Zeitpunkt erwartet wurde, wenn die ersten generalistisch ausgebildeten Pfleger*innen ihre Ausbildung beenden, unter Umständen schon jetzt begonnen.“

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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