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Pflege zu Hause: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit in Zeiten der Pandemie

Bildbeschreibung: Eine ältere Frau.
Foto: © Andrea Piacquadio

Der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen setzt sich entschieden für die Stärkung der häuslichen Pflege ein. „Corona hat bei vielen Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen Ängste vor Ansteckung, Spätfolgen, Quarantäne und Einsamkeit verstärkt,“ machte der Landesvorsitzende Horst Vöge heute in der Landespressekonferenz im Landtag deutlich.

Er verwies auf eine aktuelle Studie der Hochschule Osnabrück, an der sich auch über 12.000 VdK-Mitglieder aus NRW beteiligt hatten, insgesamt waren es bundesweit 56.000. Demnach fürchten mehr als 78 Prozent der Pflegebedürftigen, an Corona zu erkranken und an Spätfolgen zu leiden.

Etwa die Hälfte der Befragten schätzen die Belastungen durch die Pflege während der Corona-Pandemie als sehr viel höher im Vergleich zu vorher ein. Außerdem hat die Pandemie in etwa 35 Prozent der Pflegehaushalte dazu geführt, dass bestehende Unterstützungsangebote oder -leistungen abgesagt wurden oder nicht mehr in Anspruch genommen werden konnten.

Die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen in der häuslichen Pflege hat die Politik in der Pandemie nicht nur aus den Augen verloren, sondern ihre Belange dauerhaft vernachlässigt. In NRW sind nach zuletzt veröffentlichten Angaben im Jahr 2019 etwa 965.000 Menschen auf Hilfe und Pflege angewiesen. Der VdK geht davon aus, dass es inzwischen längst mehr als eine Million sind. Über eine halbe Million von ihnen werden zuhause allein von Angehörigen gepflegt.

Bei der letzten Pflegereform wurde die geplante Erhöhung des Pflegegeldes wieder gestrichen. „Das ist der falsche Weg. Die Pflege zu Hause braucht dringend mehr Unterstützung. Demzufolge werden wir uns vorbehalten die ausgebliebene Erhöhung des Pflegegeldes einzuklagen – notfalls gehen wir bis zum Bundesverfassungsgericht,“ so der Vorsitzende.

Unabhängig von den Auswirkungen der Corona-Krise fordert der VdK NRW seit Langem eine steuerfinanzierte Pflegevollversicherung, ein einheitliches Entlastungsbudget, die Einführung einer Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige analog zum Elterngeld sowie einen NRW-Notfallplan für künftige Pandemien, der die Versorgung zu Hause sicherstellt. Auch rentenrechtlich müssen pflegende Angehörige besser abgesichert werden. „Pflege darf nicht arm machen. Wir erwarten von der neuen Bundesregierung Lösungsvorschläge zu den Themen Pflege und Rente gleich zu Beginn der Legislaturperiode“, unterstreicht Vöge, der zugleich als Vizepräsident des VdK Deutschland aktiv ist.

Autor: VdK NRW / © EU-Schwerbehinderung



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