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Debatte um Trisomie 21 Bluttest

Bildbeschreibung: Mädchen mit Down-Syndrom in einem Kuhstall

Es war eine Debatte im Deutschen Bundestag, in der es inhaltlich um die moralischen Bedenken für den Bluttest zur Diagnose von Trisomie 21 ging. Trisomie 21, auch Down-Syndrom genannt, soll zukünftig durch ein Bluttest bei schwangeren Frauen als Kassenleistung anwendbar sein um das ungeborenen Kind auf Trisomie untersuchen zu können. Bisher fand die Diagnostik über einen Fruchtwassertest statt, der mit Risiken behaftet war. Der Bluttest, als Alternative, muss heute meist von den schwangeren Frauen selbst bezahlt werden (etwa 130 Euro)

In der Debatte wurde sehr deutlich, dass viele der Redner/In im Bundestag, die Einführung des Bluttestes als Kassenleistung kritisieren. Deutlich wurden die Bedenken, dass die Einführung des risikoarmen Bluttest als Kassenleistung, die werdenden Mütter schneller dazu bewegen könnten, ungeborenes Leben abzutreiben und das nur weil eine Anomalie der Chromosomen (Trisomie) diagnostiziert wurde. Interessant war dabei ein Statement: "Ihr Kind leidet an Down-Syndrom". Doch das Wort "leidet" ist hier wohl falsch platziert, denn die Kinder/Erwachsenen mit dieser Chromosom Anomalie leiden nicht, sie sind glückliche Menschen. Diese Aussage ist wahrscheinlich die treffendste Aussage zu dem Thema.

Ebenso kam die Frage auf, "Was ist eine Risikoschwangerschaft?" Definiert wird gerne, dass Frauen ab 35 Jahren zu der Gruppe "Risikoschwangerschaft" gehören. Belegt ist das keineswegs. 

Wenn eines aus der Debatte deutlich wurde: Schwangere Frauen und die werdenden Väter, müssen mehr Beratungsleistung erhalten. Der Bluttest alleine kann dazu führen, dass werdende Eltern zu schnell eine Entscheidung treffen, die sie eventuell hinterher bereuen. Es bleibt also ein sensibles Thema. Viele der Redner/In haben sich für den Bluttest als Kassenleistung ausgesprochen, da der Test ein zuverlässiges Ergebnis bringt und nicht so risikoreich wie die Fruchtwasseruntersuchung ist, die immer das Risiko einer Fehlgeburt beinhaltet. Anders war es bei den Ethik fragen. Hier gab es unterschiedliche Meinungen.

Der Bluttest ist wesentlich risikoärmer als die Fruchtwasseruntersuchung. Darüber sind sich alle einig. Jetzt ist nur die Frage, wie und ob der Bluttest als Kassenleistung zugelassen wird um somit das Risiko, welches bei der Fruchtwasseruntersuchung besteht, zu minimieren und wie die Zulassung aussieht. Grundsätzlich gäbe es ja zwei Variationen, so einen Bluttest zu genehmigen. Erste Variante zielt auf einen "Bluttest zur Feststellung von Trisomie 21" aus. Variante zwei, Bluttest für Anomalien in der Genstruktur eines ungeborenen Kindes generell zuzulassen. Variante zwei wäre dabei sicherlich die noch viel ungeschicktere Methodik, würde man diese zulassen. Das wäre dann die Pauschalfreigabe für jede Form der Diagnostik an Gendefekten eines ungeborenen Kindes.

"Wie kann das die Krankenkasse einen gefährlichen Eingriff bezahlt und einen risikoarmen nicht?" - Diese Frage ist berechtigt. Denn genau um diese Frage ging es eigentlich bei der heutigen Debatte. "Der risikoarme Test steht heute also nur jenen Frauen zur Verfügung, die es sich finanziell leisten können." - Auch eine Aussage die heute in der Debatte getroffen wurde.

Vermutlich muss man sich in solchen Debatten erst einmal von allen moralischen Bedenken lösen um die eigentliche Thematik der Debatte im Abschluss zu einem Gesetzesentwurf werden zu lassen. Trotzdem sind auch die moralisch/ethischen Themen an dieser Stelle wichtig um deutlich zu machen, dass der Gesetzgeber noch Hausaufgaben hat. Hausaufgaben die verhindern, dass ein Gesetz mit einer "Pauschalfreigabe" für Bluttest kommt und das die Beratungsleistung für schwangere Mütter und werdende Väter, zu dieser Thematik noch erheblich verbessert werden müssen.

Die Debatte im Bundestag hatte eher moralischen und beratenden Charakter und sollte den Abgeordneten zur Orientierung dienen. Daher fand auch keine Abstimmung statt. Es bleibt abzuwarten, wie am Ende der Bundestag entscheiden wird.

Hier können sie die Debatte aus dem Bundestag, noch einmal vollständig ansehen:

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