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Giffey: „Einsamkeit nicht einfach hinnehmen“

Bildbeschreibung: Bundesseniorenministerin Dr. Franziska Giffey.
Foto: © kk I EU-Schwerbehinderung

Die Menschen in Deutschland werden immer älter – und leben immer häufiger allein. Damit steigt auch die Zahl der im Alter von Einsamkeit betroffenen Menschen. Vor allem bei Älteren über 80 Jahren besteht ein deutlich höheres Risiko einer sozialen Isolation, insbesondere wenn Schicksalsschläge, Erkrankungen, Einschränkungen der Mobilität, Altersarmut oder ein Migrationshintergrund hinzukommen. Weil sich die Zahl der 80- bis 90-Jährigen bis zum Jahr 2050 den Prognosen zufolge mehr als verdoppeln wird, verstärkt sich dieser Trend weiter.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unterstützt nun die Malteser mit ihrem Projekt „Miteinander-Füreinander – Kontakt und Gemeinschaft im Alter“. Das Projekt läuft bis zum Jahr 2024 und wird mit insgesamt sieben Millionen Euro gefördert. Damit sollen vorrangig der Aufbau neuer Zugangswege zu älteren und hochaltrigen Menschen sowie der Ausbau von ehrenamtlichen Besuchs- und Begleitungsangeboten finanziert werden. In allen Bundesländern sollen diese ehrenamtlichen Angebote an mehr als 110 Malteser-Standorten umgesetzt werden. Die ersten 30 Projekte sind schon im Juli gestartet, im Oktober kommen 15 weitere hinzu, die letzten Projektstandorte werden im Frühjahr 2021 ihre Tätigkeit aufnehmen. Die Wirksamkeit dieser Projekte wird wissenschaftlich überprüft. Zudem soll die Bevölkerung für das gesellschaftliche Problem der zunehmenden Einsamkeit im Alter sensibilisiert und so zusätzliche Hilfsbereitschaft aktiviert werden.

Bundesseniorenministerin Dr. Franziska Giffey: „Einsamkeit ist kein unabwendbares Schicksal. Wir sollten es als Gesellschaft nicht einfach so hinnehmen, dass Menschen - gerade wenn sie älter werden - vereinsamen. Wir brauchen den Zusammenhalt, die Verbindungen in unserer Gesellschaft und Angebote, damit Menschen vor Ort in Kontakt kommen, Patenschaften eingehen, sich ehrenamtlich engagieren. Hier setzt das Projekt des Malteser Hilfsdienstes an, das wir als Ministerium sehr gern unterstützen. Die Besuchsangebote sind wertvolle Brücken in die Gemeinschaft. Wir haben dasselbe Ziel: dass ältere Menschen möglichst selbständig und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben und sich aktiv einbringen können.“

Für Menschen, die längere Zeit zurückgezogen gelebt haben, ist es meist schwer, sich auf neue Kontakte einzulassen. Umso wichtiger ist es, der sozialen Isolation vorzubeugen oder ihr frühzeitig entgegen zu steuern. Dazu schaffen die Malteser im Rahmen des Projekts deutschlandweit mehr als 150 neue Angebote zur alltagsnahen Begleitung hochaltriger Menschen. Dazu gehören die telefonische oder persönliche Begleitung sowie Angebote zur Steigerung der Mobilität und zur Förderung von Gemeinschaft. Darüber hinaus werden die Malteser in Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden Hausbesuche anbieten, um den betroffenen Senioren Kontakt- und Begleitungsmöglichkeiten vorzustellen, und die Vernetzung mit den Angeboten anderer Hilfsorganisationen und Initiativen voran zu treiben.

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„Das Thema der Prävention von Einsamkeit gerade im hohen Alter ist relevant wie nie zuvor, das hat nicht zuletzt die Corona-Pandemie vor Augen geführt“, so Frank Weber, Geschäftsführer für die sozialen Dienste der Malteser. „Als große ehrenamtliche Hilfsorganisation kennen die Malteser die Lebenssituation alter und hochaltriger Menschen. Wir haben viel Erfahrung darin, die Hilfsbereitschaft von Ehrenamtlichen so zu organisieren, dass dieses bürgerschaftliche Engagement gezielt und nachhaltig hilft.“

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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