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Anhörung Wohnungslose junge Menschen endlich unterstützen

Bildbeschreibung: Ein Obdachloser Mann mit einem Hund.
Foto: © Nick Fewings

Heute am Montag findet eine öffentliche Anhörung im Paul-Löbe-Haus in Berlin zur Wohnungslosigkeit statt mit dem Titel "Strategien gegen Wohnungslosigkeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.“ Dazu liegen Anträge der Fraktion Die Linke (19/24642) und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (19/20785 neu) vor.

Die Linke fordert in ihrem Antrag (19/24642) dabei mehr Unterstützung bzw. bessere für Straßenkinder und wohnungslose junge Menschen. Zudem spricht sie sich dafür aus, mit Blick der anstehenden Novellierung des Kinder und Jugendhilfegesetzes die Altersgrenzen für individuelle Unterstützung nach Paragraf 41 im Achten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII) deutlich anzuheben, sowie die Rechtsstellung der Jugendsozialarbeit nach Paragraf 13 SGB VIII deutlich zu stärken und die Leistung Jugendwohnen in Paragraf 13 SGB VIII als gesetzliche Pflichtaufgabe festzuschreiben.

So fordern die Grünen in ihrem Antrag (19/20785 neu), ein Aktionsprogramm, das Vermeiden und Bewältigung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit zu entwickeln, sowie eine angemessene Beteiligung der Sozialverbände und (ehemals) Betroffener zu gewährleisten, umso die strukturellen Ursachen heraus zu kristallisieren und dabei die Basis ein nationales Reformprogramm zu schaffen. Zudem sollen spezielle Strategien erarbeitet werden zur Verhinderung sowie die Bekämpfung von Wohnungslosigkeit bei Jugendlichen und jungen und dabei mit einbezogen werden.

Zur öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend an diesem Montag erklären Beate Walter-Rosenheimer (Bündnis90/Grünen), Sprecherin für Jugendpolitik, und Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn (Bündnis90/Grünen), Sprecher für europäische Sozialpolitik:

Die Zahl der Wohnungslosen steigt seit Jahren an, betroffen sind auch immer mehr junge Menschen, die häufig in „versteckter“ Wohnungslosigkeit leben, also „Sofa-Hopping“ betreiben. Schätzungen zufolge sind mehrere Zehntausende betroffen. Allerdings gibt es eine hohe Dunkelziffer, eben weil viele junge Menschen bei Freunden, Bekannten oder Verwandten unterkommen. Dadurch entstehen oft Abhängigkeits- und sogar Ausbeutungsverhältnisse.

Um die Situation dieser jungen Menschen zu verbessern, haben wir einen Antrag vorgelegt, in dem wir die Bundesregierung auffordern, endlich wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen und beispielsweise ein nationales Aktionsprogramm zur Vermeidung und Bewältigung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit zu entwickeln sowie ein bundesweites Netz an Wohnangeboten und Notschlafstellen zu schaffen. Darüber hinaus wollen wir die Altersgrenze für die Inanspruchnahme der Jugendhilfe bis zum Ende des 25. Lebensjahres ausweiten und als Rechtsanspruch festschreiben.

Die öffentliche Anhörung an diesem Montag kam aufgrund unserer Initiative zustande, weil wir den Fokus auf dieses bislang bundespolitisch sehr vernachlässigte Thema lenken wollen. Junge Menschen ohne Wohnung brauchen endlich mehr Aufmerksamkeit, mehr Unterstützung, mehr Hilfen.

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Auch die zur Anhörung geladenen Sachverständigen befürworten unsere Forderungen. Es ist gut, dass die Anhörung jetzt, wo ein langer Winter beginnt, stattfindet. Junge Wohnungslose, die auf der Straße leben, brauchen auch vor dem Hintergrund der Corona-Krise dringend sichere Notschlafstellen und ausreichende Beratung.

Wohnungslosigkeit ist eine extreme Form sozialer Ausgrenzung, die die Entwicklung und die Lebensperspektive junger Menschen nachhaltig schmälert. Es ist eine politische und gesamtgesellschaftliche Aufgabe, ihr konsequent entgegenzuwirken. In Zeiten der Pandemie mehr denn je.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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