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OECD stellt Empfehlungen der Studie „Weiterbildung in Deutschland“ vor

Bildbeschreibung: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek im Rahmen einer Pressekonferenz, in der die OECD ihre Empfehlungen der Studie "Weiterbildung in Deutschland" vorstellt.
Foto: © BMBF/Hans-Joachim Ricke

Die OECD hat heute ihren Bericht zur beruflichen Weiterbildung in Deutschland vorgestellt. Der Bericht untersucht, wie effektiv das deutsche Weiterbildungssystem Menschen und Unternehmen auf die Veränderungen in der Arbeitswelt vorbereitet und gibt aus internationaler Perspektive Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Systems.

Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek: „Berufliche Weiterbildung ist ein Schlüssel für den Erhalt unserer Wettbewerbsfähigkeit und der Innovationskraft unseres Landes. Berufliche Weiterbildung ist eine absolute Notwendigkeit für Betriebe sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie ist Teil des lebenslangen Lernens.

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Auf dem Weg zu einer neuen Weiterbildungskultur haben wir mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie wichtige Schritte getan. Dies bestätigt auch der OECD-Bericht. Zu diesen Schritten zählt die Verbesserung des Zugangs zu Weiterbildung durch den Ausbau der Grundbildung. Wir haben außerdem digitale Weiterbildungsangebote ausgebaut und die Transparenz und Qualität von digitalen Weiterbildungsplattformen verbessert. Wir haben mit ValiKom ein Verfahren aufgebaut, um die beruflichen Kompetenzen von Menschen, die über keinen Berufsabschluss verfügen, sichtbar zu machen und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Wir haben zudem Initiativen gestartet, um insbesondere Geringqualifizierten über Teilqualifikationen schrittweise einen Berufsabschluss zu eröffnen.

Zugleich bekräftigen wir die gemeinsame Verantwortung der Wirtschaft, der Sozialpartner und von Bund und Ländern für die Gestaltung und Finanzierung der beruflichen Weiterbildung. Die passenden Rahmenbedingungen zu setzen, bleibt zentrale Aufgabe der Politik, die wir gerne annehmen. Hierfür sind sicherlich auch Anregungen von außen hilfreich. Die Empfehlungen der OECD werden wir prüfen und, wo passfähig und sinnvoll, aufgreifen.“

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil: „Der OECD-Bericht zeigt: Deutschland ist schon ziemlich gut. Aber wir können und müssen noch besser werden. Mein Ziel ist: Deutschland muss zur Weiterbildungsrepublik werden. Damit die Beschäftigten von heute die Arbeit von morgen machen können. Damit wir wirtschaftlich stark bleiben und Wohlstand erhalten. Das bedeutet zum Beispiel: Aus der Arbeitslosenversicherung sollte eine Arbeitsversicherung werden. Das schlägt die OECD vor, und das begrüße ich ausdrücklich. Auch die empfohlenen Bildungszeiten und Bildungsteilzeiten für alle Beschäftigten halte ich für gut und richtig. Mit dem Qualifizierungschancengesetz sind wir bereits einen großen Schritt gegangen. Qualifizierung für Erwachsene sollte genauso normal und selbstverständlich werden wie es heute ein Schulabschluss ist.“

Laut OECD-Prognosen wird die Digitalisierung jeden zweiten Arbeitsplatz in Deutschland in den kommenden 15 Jahren stark verändern. Die Politik müsse mehr denn je ein zukunftsfähiges Weiterbildungssystem schaffen, das alle Menschen beständig qualifizieren kann und so sicherstellt, dass Deutschland wirtschaftlich stark bleibt und eine hohe Lebensqualität gewährleistet.

Deutschland habe bereits ein starkes Bildungs- und Ausbildungssystem. Mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie (NWS) seien große Fortschritte gemacht, um die Zukunftsfähigkeit des Weiterbildungssystems zu stärken. Gleichzeitig mahnt die OECD an, dass die Weiterbildungsaktivitäten im internationalen Vergleich gesteigert, die Zugänge zu Weiterbildung erleichtert und die Transparenz über Weiterbildungsmöglichkeiten verbessert werden sollten. Die OECD empfiehlt, die Nationale Weiterbildungsstrategie konsequent fortzusetzen und die begonnenen Reformen fortzuführen.

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Zum OECD-Bericht über Weiterbildung in Deutschland erklärt Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Aus- und Weiterbildung der Bundestagsfraktion "Bündnis 90/Die Grünen": "Viel zu oft scheitert Weiterbildung in Deutschland an Geld, fehlender Zeit oder bürokratischen Hürden. Da hilft auch kein Schönreden seitens der Bundesregierung, dass mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie wichtige Schritte gegangen worden seien. Diese reichen bei weitem nicht, um Herausforderungen wie die Digitalisierung und den ökologischen Umbau der Wirtschaft erfolgreich zu meistern.

Wir Grüne fordern deshalb schon seit langem, Weiterbildung finanziell attraktiv zu machen mit einem Weiterbildungsgeld für Menschen ohne aktuelle Berufstätigkeit bzw. mit einem Weiterbildungs-BAföG für diejenigen, die dafür eine Auszeit aus dem Beruf nehmen. Beides muss auskömmlich sein und den Lebensstandard sichern. Wir wollen ein Recht auf Weiterbildung für alle, flankiert durch einen Freistellungsanspruch im Betrieb für die Zeit der Weiterbildung. Wer in Teilzeit weiterarbeiten will, soll dafür den korrespondierenden Teilzeitfreistellungsanspruch erhalten. Denn mit Bildungsurlaub allein ist eine mehrjährige Fortbildung nicht zu stemmen. Die OECD stützt uns auch, wenn sie mehr Übersicht über die Angebote anmahnt. Dafür schlage n wir Bildungsagenturen vor Ort vor, die über die Angebote und die Finanzierungsmöglichkeiten beraten. Eine zentrale digitale Plattform muss dies flankieren für diejenigen, die ihre Informationsangebote lieber online abrufen. Sie beinhaltet das Portfolio der Anpassungs- und Aufstiegsqualifizierungen sowie Teilqualifikationen ebenso wie perspektivisch online-Kurse und online-Prüfungen. Gut, wenn die OECD mit ihrem Bericht da weiter hilft."

Hintergrund:

Der OECD-Bericht attestiert Deutschland insgesamt ein leistungsstarkes Bildungs- und Ausbildungssystem. Der Weiterbildungsbereich gewinne weiter an Bedeutung, um insbesondere die Menschen in der digitalen Transformation, die Arbeitsplätze und Tätigkeitsprofile verändert, mitzunehmen. Empfehlungen spricht die OECD insbesondere hinsichtlich der Unterstützungsbedarfe geringqualifizierter Personen, zur Steigerung der Weiterbildungsbeteiligung und zur Vereinfachung der komplexen Strukturen aus. Mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie (NWS) seien diesbezüglich bereits zielführende Wege eingeschlagen worden, um über eine Verbesserung der Zugangswege und der Transparenz des Systems die Zukunftsfähigkeit des Weiterbildungssystems weiter zu stärken.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung

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