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Schlägt auf den Rücken und die Psyche: Die Arbeit als Pflegekraft

Bildbeschreibung: Frau im Bett sitzend die sich die Hand am schmerzenden Rücken hält.
Foto: © Sasun Bughdaryan

Dass der Pflegeberuf vor allem körperlich sehr anstrengend ist, das ist wohl hinreichend bekannt. Das bekommen die Pflegekräfte vor allem in Form von Rückenschmerzen zu spüren. Hauptgründe für die körperlichen Beschwerden sind das lange Stehen und das schwere Heben. Inzwischen beklagen sich bereits zwei von drei Angestellten über Rückenschmerzen. Jeden Tag müssen sich die Mitarbeiter häufig bücken und auch viel tragen, so dass Fehlstellungen die natürliche Folge sind.

Das müssen bis zu 75 Prozent in dieser Berufsgruppe leidlich am eigenen Körper erfahren. Selbstverständlich gesellen sich dazu auch noch weitere Probleme des Bewegungsapparats wie Verspannungen oder Gelenkverschleiß. In der Regel ist aber meistens die Wirbelsäule überbelastet, was größtenteils auch dem dauernden Anheben und Umbetten der Patienten geschuldet ist. Stress und psychische Belastungen wirken sich noch zusätzlich negativ auf die körperliche Gesundheit aus.

Die Terminkalender sind voll, und immer mehr Arbeit muss in kürzerer Zeit erledigt werden. Meistens ist die Erledigung der gestellten Aufgaben auch gar nicht ohne Störungen und Unterbrechungen möglich. Sensible Mitarbeiter nehmen sich die Schicksale der zu betreuenden Personen zu sehr zu Herzen. Schließlich erleben sie viel Leid und Schmerz hautnah mit und bauen häufig eine persönliche Bindung auf. Inzwischen müssen viele Antidepressiva oder andere Medikamente einnehmen, um ihren Beruf auf Dauer überhaupt ausüben zu können. Schlafmangel und -störungen durch den Schichtbetrieb können die Problematik noch zusätzlich verstärken.

Der Pflegeberuf ist ein Knochenjob, das lässt sich auch leider nicht ändern. Was Sie jedoch ändern können, ist Ihr persönlicher Umgang damit. Kümmern Sie sich im Privatleben gut um sich selbst und schaffen Sie somit eine gute Basis für die täglichen körperlichen und psychischen Belastungen.

Zunächst einmal müssen Sie Belastungen als solche identifizieren und herausfinden, was Ihnen körperlich und psychisch zu schaffen macht. Sie müssen sich immer wieder klarmachen, dass Sie eben einen sehr anstrengenden Job ausüben. Dennoch gibt es sicher Möglichkeiten, die größten Belastungen ein wenig abzufangen und zu reduzieren. Oftmals sind es nicht einmal die Umstände selbst, sondern wie Sie damit umgehen. Falls Sie abends nicht abschalten können, weil sie sehr empathisch sind, suchen Sie nach Möglichkeiten der Entspannung. Gestalten Sie den privaten Alltag möglichst aktiv und schaffen Sie somit einen Ausgleich zum Beruf.

Fazit:

Immer weniger Menschen wollen diese Jobs machen, weil sie zu den belastendsten überhaupt zählen und dennoch relativ schlecht bezahlt sind. Schichtbetrieb und enormer Arbeitsdruck hinterlassen ihre Spuren, das weiß kaum eine besser als die Expertin Sabine von Almen. Sie war 30 Jahre lang selbst aktiv in der Pflege tätig und war später Inhaberin eines eigenen mittelständigen Pflegedienstes. Sabine von Almen kann deshalb bestätigen, wie schwer und fordernd die Arbeit als Pflegekraft tatsächlich ist.

Untersuchungen haben ergeben, dass mehr als die Hälfte aller Kranken- und Altenpfleger mit mindestens drei psychosomatischen Problemen zu kämpfen hat. Mittlerweile häufen sich die Krankmeldungen aufgrund von psychischen Beschwerden. Während Frauen öfter unter körperlichen Belastungen zu leiden haben, ist bei männlichen Angestellten die Psyche schlimmer dran. Ursache dafür sind in erster Linie Stress und Überforderung, denn nicht selten ist im Alltag Multitasking gefordert.

Krankenstatistiken und Umfragen zeigen gleichermaßen, dass Pflegekräfte im Berufsalltag enormen Belastungen ausgesetzt sind. Die Arbeitnehmer in den Altenheimen und Krankenhäusern kommen aber längst nicht nur körperlich oft an ihr Limit. Auch psychisch müssen Pflegekräfte tagtäglich so einiges aushalten, was sie auch nach Feierabend nicht einfach abstreifen können. Kein Wunder, dass Pflegekräfte immer häufiger ein Burnout erleben.

Gehen Sie häufiger in der Natur spazieren, praktizieren Sie Entspannungstechniken und suchen Sie sich sportliche Aktivitäten. Meditationen sind eine gute Lösung für die Stressbewältigung, außerdem sollten Sie sich mit dem Thema Achtsamkeit beschäftigen. Achten Sie auf ergonomisches Arbeiten, machen Sie häufiger Pausen und führen Sie regelmäßig einen Belastungswechsel durch. Es ist ratsam, auf eine gesunde Ernährung zu setzen, und statt Fastfood lieber etwas zu Hause vorzubereiten. Grundsätzlich ist es wichtig, dass Sie sich Freiräume schaffen und sich gut um sich selbst kümmern.

Autor: Sabine von Ameln



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