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Neue Bundesregierung muss Arten- und Klimaschutz zu gleichrangigen Schwerpunkten ihrer Arbeit machen

Bildbeschreibung: Eine Fabrik die rauch ausstößt.
Foto: © marcinjozwiak

Während der Schutz der globalen Artenvielfalt in den Ergebnissen der bisherigen Sondierungsgespräche zur möglichen Ampelkoalition nur als kleine Randnotiz erwähnt wird, scheint die deutsche Bevölkerung die Warnungen renommierter Wissenschaftler und Ökonomen besser verstanden zu haben. Dies zeigt eine aktuelle repräsentative KANTAR-Umfrage im Auftrag der Campaign for Nature zu den Erwartungen an die neue Bundesregierung. Mit 86 Prozent hält es eine große Mehrheit der Deutschen für sehr wichtig oder wichtig, dass die neue Bundesregierung den Kampf gegen das weltweite Artensterben und den Klimawandel zu gleichrangigen Schwerpunkten ihrer Arbeit macht.

Wissenschaftler und Ökonomen fordern eindringlich, dass die Biodiversitätskrise und die Erderwärmung als gleichrangige und gemeinsame globale Herausforderung angegangen werden müssen. Andernfalls werde man bei der Bewältigung dieser für die Menschheit entscheidenden Krisen scheitern.

"Die Umfrageergebnisse unterstützen unsere Forderung, dass die neue Bundesregierung sowohl die Klima- als auch die Biodiversitätskrise gemeinsam und mit der gleichen Dringlichkeit anpackt. Beide Krisen lassen sich nur miteinander und nicht unabhängig voneinander lösen. Ohne diese Erkenntnis umzusetzen, werden wir bei beiden scheitern", so Georg Schwede, Europachef der Campaign for Nature. "Wir müssen die dazu notwendigen Investitionen jetzt tätigen, damit die Folgekosten eines 'weiter so' nicht ins Unermessliche steigen und letztendlich unbezahlbar werden", so Schwede weiter.

In der jüngeren Altersgruppe bis 29 Jahre sehen sogar 90 Prozent den Artenschutz und 91 Prozent den Klimaschutz als Priorität für die Arbeit der neuen Bundesregierung. Und 62 Prozent dieser Altersgruppe sprechen sich zudem dafür aus, dass Deutschland seine derzeitigen finanziellen Beiträge zur Rettung der weltweiten Artenvielfalt in Höhe von jährlich ca. 800 Millionen Euro erhöht.

Um einer erfolgreichen Biodiversitäts- und Klimaschutzpolitik gerecht zu werden, erwartet die Campaign for Nature von der nächsten Bundesregierung u.a., dass sie:

  • die derzeitigen internationalen Beiträge für die Bewältigung des globalen Artensterbens in Höhe von 800 Millionen Euro auf mindestens sechs Milliarden Euro jährlich aufstockt. Damit trüge sie als weltweit viertgrößte Volkswirtschaft und einer der Hauptverursacher des Artensterbens etwa ein Prozent der geschätzten Gesamtkosten in Höhe ca. 620 Milliarden Euro
  • den radikalen Abbau und die Umgestaltung der jährlich rund 67 Milliarden Euro an umwelt- und naturschädigenden und mit Steuergeldern bezahlten Subventionen auf den Weg bringt, um u.a. die erhöhten internationalen Beiträge langfristig zu finanzieren
  • im Rahmen ihrer internationalen Klimafinanzierung stärker auf "Win-Win Lösungen" bei der Bewältigung des Artensterbens und des Klimawandels setzt, wie den wirksamen Schutz von mindestens 30 Prozent der globalen Land- und Meereslebensräume. Ohne diese "Win-Win Lösungen" wird es unmöglich sein, die Erderwärmung auf 1,5°C zu begrenzen wie eine neue Studie nochmals deutlich macht.

Quelle: ots - news aktuell

Autor: Redaktion über ots - news aktuell

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