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Armutsrisiko für immer mehr Pflegebedürftige durch höhere Heimkosten

Bildbeschreibung: Ältere Mann und eine Ältere Frau, die draußen spazieren.
Foto: © pasja1000

Die Heimkosten steigen immer mehr an und die Rente reicht bei vielen nicht mehr aus. Dieses geht aus den Zahlen des Verbands der Ersatzkassen hervor. Im bundesweiten Schnitt sind inzwischen mehr als 2. 000 Euro fällig. Die regionalen Unterschiede sind groß: Am teuersten bleiben Heimplätze in Nordrhein-Westfalen mit nun durchschnittlich 2405 Euro. Dagegen ist die Belastung in Sachsen-Anhalt mit 1436 Euro am niedrigsten. Zum Vergleich: die durchschnittliche Altersrente betrug 2018 864€.

Die Kosten dabei unterscheiden sich in den einzelnen Bundesländern. Nordrhein-Westfalen ist der Spitzreiten und hat nach den Berechnungen zufolge mit 2.405 Euro je Platz pro Monat, danach kommt Baden-Württemberg (2.354 Euro) und dem Saarland (2.341 Euro). Am wenigsten Beträgt der Eigenanteil in Sachsen-Anhalt für die Heimkosten im Schnitt 1.436 Euro im Monat.

Die Sprecherin für Alten- und Pflegepolitik in der Grünen-Bundestagsfraktion, Kordula Schulz-Asche, erneuerte den Grünen-Vorschlag für eine doppelte Pflegegarantie. Danach sollen der Eigenanteil an den Pflegekosten gedeckelt und die übrigen Kosten von der Pflegeversicherung übernommen werden. Das verhindere Altersarmut und entlaste die Kommunen, die für steigende Ausgaben der Hilfe zur Pflege aufkommen müssten, erklärte Schulz-Asche.

Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Pflegepolitik von den Grünen erneute den Grünen-Vorschlag für eine doppelte Pflegegarantie. Schulz-Asche teilt dazu mit: „ Mit der doppelten Pflegegarantie wollen wir die ständig steigenden Eigenanteile begrenzen, die das Armutsrisiko für immer mehr pflegebedürftige Menschen und ihre Familien erhöhen. Wir wollen die Eigenanteile sofort senken und dauerhaft deckeln. Nun ist der Bundesgesundheitsminister gefordert, das Problem endlich anzupacken und seinen laschen Worten rasche Taten folgen zu lassen.“

Pia Zimmermann, die Sprecherin für Pflegepolitik von den Linken teilt mit:

„Pflegebedarf macht arm, und diese Armut lässt immer mehr Familien verzweifeln. Das ist seit Jahren bekannt, aber die Bundesregierung verschleppt Erleichterungen für Menschen mit Pflegebedarf. Diese Untätigkeit ist rücksichtslos.“

„Wir brauchen endlich eine Pflegevollversicherung, in der alle pflegebedingten Leistungen übernommen werden. Es ist nicht zu verstehen, warum Pflegebedarf ein individuelles Problem sein soll, das man sich leisten können muss. Mit einer solidarischen Gesundheits- und Pflegeversicherung, in der alle Einkommensarten herangezogen werden - nicht nur Erwerbseinkommen, sondern auch Mieteinkünfte und Kapitalerträge - kann man das System der Gesundheit und Pflege endlich solide finanzieren und diese Aufgaben gesellschaftlich sicherstellen. Dann sind steigende Löhne für Pflegekräfte und sinkende Eigenanteile für Menschen mit Pflegebedarf möglich. Beides ist dringend nötig. Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie sich dieser Aufgabe stellt und nicht länger nur leere Versprechungen macht.“

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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