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Kindgerechtes Ankommen statt Notendruck

Bildbeschreibung: Mehrere Kinder in einer Schulklasse.
Foto: © CDC

Schulen sind kurz davor, in der Breite wieder zu öffnen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern unterstützt die Maßnahme des Kultusministeriums, in den meisten Klassen keine Schulaufgaben mehr schreiben zu lassen und spricht sich für ein kindgerechtes Ankommen in den Bildungseinrichtungen aus. Natürlich unter Einhaltung der Corona bedingten Schutzmaßnahmen.

Immer wieder standen in den letzten Monaten die Forderungen der Bildungsgewerkschaft im Raum: Das laufende Schuljahr kann und darf nicht wie ein normales Regelschuljahr fortgeführt und vor allem auch nicht so gewertet werden. Im Distanzunterricht konnten viele Schüler*innen die übliche Menge an Stoff nicht bewältigen, manche haben den Anschluss verpasst. Da die Pandemie eine der größten Krisen der letzten Jahre darstellt, brauchen viele von ihnen jetzt psychischen Beistand und Raum für die eigenen Ängste und Sorgen.

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All dies muss neben dem Gesundheitsschutz aller Beteiligter im Vordergrund stehen, wenn nun der Plan verfolgt wird, Schulen sukzessive wieder zu öffnen. „Es ist richtig, die Schulaufgaben abzusagen. Im Wechselunterricht kommen die meisten Schüler*innen nach den Ferien maximal noch auf 4 Wochen Schule. Die letzten Monate waren eine große Belastung und es kann nicht davon ausgegangen werden, dass alle Schülerinnen und Schüler den erarbeiteten Stoff auch beherrschen. Schulen benötigten jetzt die Freiheit, gemeinsam mit den Schüler*innen sinnvoll einen würdigen Abschluss zu finden und die Weichen für das neue Schuljahr zu stellen“, sagt Martina Borgendale, Vorsitzende der GEW Bayern. Die Zeit in der Schule müsse dafür genutzt werden, das Wichtigste in allen Schulformen und Klassenstufen zu wiederholen.

Florian Kohl, stellvertretender Vorsitzender, macht sich Sorgen: „Ich befürchte, dass der Scherbenhaufen enorm sein wird. An den Schulen muss jetzt genau hingeschaut werden. Die Kinder benötigen verständige Lehrkräfte, die mit ihnen die entstandenen Lücken aufdecken und bearbeiten. Noten- und Leistungsdruck braucht gerade niemand. Die Politik muss jetzt die Rahmenbedingungen schaffen, die es Schulen ermöglichen, den Schaden zu begrenzen.“

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Die beiden Verantwortlichen für den schulischen Bereich der Bildungsgewerkschaft fordern deshalb: Nicht bewertete Lernstandsdiagnosen statt Notendruck, Wiederholung und gezielte Förderung statt Erfüllung der Lehrpläne, Anpassung der Lehrpläne mindestens in diesem und im nächsten Schuljahr, Konzentration auf Schlüsselkompetenzen und zusätzliche Förderstunden für Kinder und Jugendliche mit großen Lernrückständen. Auch ein freiwilliges Wiederholen ohne Anrechnung sollte möglich sein. Zu berücksichtigen ist, dass an den Schulen schon vor der Pandemie ein gravierender Lehrer*innenmangel herrschte und das Kultusministerium bereits mit zweifelhaften Maßnahmen die Lücken zu schließen versuchte. Gelungen ist dies nicht. Aus Sicht der Gewerkschafter*innen bräuchte es jetzt vor allem mehr denn je kleinere Klassen und zusätzliche Lehrkräfte, um den Kindern die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen. Das Kultusministerium muss also lange Versäumtes endlich angehen.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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