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Gewalt in Paarbeziehungen - Forderung für bessere finanzielle Ausstattung von Frauenhäusern und Beratungsstellen

Bildbeschreibung: Eine Hand, die symbolisch eine Frau in der Faust hält
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Gewalt in Paarbeziehungen – für die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt sie zu den größten Gesundheitsrisiken, denen Frauen ausgesetzt sind. Das gilt auch für Frauen in Deutschland: Repräsentativen Studien zufolge erleidet jede Vierte hierzulande körperliche oder seelische Gewalt durch einen Partner.

„Die Corona-Pandemie hat diese Situation noch verschärft“, sagt Dr. Daniela Sommer, Landesfrauenvertreterin des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen. „Umso wichtiger ist es, dass Betroffene so viel Unterstützung wie möglich erhalten. Deshalb fordern wir am morgigen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, dass die Landesregierungen für ausreichend Plätze in den 31 hessischen und 12 thüringischen Frauenhäusern sorgen und die Beratungsstellen finanziell so ausstatten, dass sie trotz Corona für Rat- und Hilfesuchende uneingeschränkt erreichbar bleiben.“ Besonders wichtig sei der Ausbau ihres Online-Angebots. Die drei Millionen Euro, die beispielweise das Land Hessen von dem Sondervermögen zur Bekämpfung der Corona-Krise für den Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt bereitstellt, reichen nach Ansicht der VdK-Landesfrauenvertreterin bei weitem nicht aus. Außerdem sei die Förderung gedeckelt, auf maximal 15.000 Euro pro Einrichtung, unabhängig vom jeweiligen tatsächlichen Bedarf.

Schon vor Beginn der Pandemie haben die Frauenhäuser unter Überlastung gelitten. 2018 mussten in Hessen rund 2.800 und in Thüringen etwa 100 hilfesuchende Frauen aus Platzmangel abgewiesen werden. Schätzungen zufolge fehlen in Hessen etwa 300 Familienzimmer für Frauen mit Kindern, die durch Gewalt bedroht sind. In Thüringen müssten nach Berechnungen der Landesarbeitsgemeinschaft der Frauenhäuser rund 150 Schutzplätze zusätzlich eingerichtet werden.

Der VdK fordert ausreichend Plätze für alle Frauenhäuser. „Das ist eine wichtige Voraussetzung, um die Ziele der 2018 in Deutschland in Kraft getretenen IstanbulKonvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt zu erreichen“, erklärt Daniela Sommer. „Jeder Mensch hat ein Leben ohne Gewalt verdient. Das zählt zu den Grundüberzeugungen des VdK, dafür setzt sich der Sozialverband seit seiner Gründung ein.“

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