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"Fridays gegen Altersarmut" - Was steckt dahinter?

Bildbeschreibung: Obdachlose Person die auf dem Rasen in ihrem Schlafsach schläft.
Foto: © RitaE

Im Internet, speziell in den sozialen Medien, findet seit längerem ein Aufruf zu einer bundesweiten Aktion statt, die unter dem Kontext "Fridays gegen Altersarmut" läuft. Diese Aktion soll laut den Darstellungen am 24. Januar 2020 statt finden. Allerdings gibt es im Internet immer mehr Warnungen, nachdem die Gruppe mit rechtsorientierten Motiven arbeite soll. Ein Nachweis ob und welche politische Motivation oder Ideologie da hinter steht, lässt sich nicht erbringen. Somit bleibt es jeden Menschen selbst überlassen, diese Bewertungen für sich selbst durch zu führen. Der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen wird am 28. März 2020, unter dem Motto "Rente für alle" eine Demo in München durchführen.

Altersarmut ist schon lange ein Thema in Deutschland, wie auch eine OECD- Studie (wir berichteten) zeigte. Die Zahlen vom Statistischen Bundesamt untermauern derzeitig die die Aussage, dass die Altersarmut in Deutschland immer mehr steigen wird. Ebenfalls steigend, ist die Armutsgefährdungsquote, die 2018 bereits bei 18,2 Prozentpunkte lag, also 1,2 Prozentpunkte höher als 2017.

Die Gründe für die herrschende und drohende Armut sind vielschichtig gelagert und begründet. Angefangen von "Mietwucher" bis hin zum Rentenniveau ist alles vertreten. Gerade die letzte Erhöhung der Grundsicherung hat gezeigt, wie schnell diese wieder weg ist, wenn parallel die Strompreise steigen. Ein weiteres Problem sind die Mieten. Wer in Rente geht, dann aber feststellen muss, dass diese nicht ausreicht, also mit Grundsicherung aufstockt, wird sich zwangsläufig über seine Mietkosten Gedanken machen müssen. Insbesondere dann, wenn eine Unterbelegung vorliegt.

Aufgrund dieser Entwicklungen, treibt es die Menschen immer mehr auf die Straße um auf die Umstände hinzuweisen. Alt wird irgendwann jeder, also wird jeder sich irgendwann mit der Situation "Rente und jetzt?" auseinander setzen müssen. Umso mehr verwundert es nicht, dass auch immer mehr jüngere Menschen auf das Thema aufmerksam machen.

Ein weiterer Aspekt ist die Pflege. Diese soll nach Möglichkeit in den eigenen vier Wänden statt finden, führt aber zu einer finanziellen Mehrbelastung, so dass auch da nicht selten der Weg zum Sozialamt erforderlich wird. Im Jahr 2018 erhielten 370 000 Personen Hilfe zum Lebensunterhalt. Davon lebten 248 000 Leistungsberechtigte (67 %) in Einrichtungen wie Wohn- oder Pflegeheimen (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Eigentlich müsste jetzt der Staat in die Pflicht genommen werden. Doch kann man das? Auch das Geld in den Staatskassen ist nicht unendlich. Alles was seitens des Staates an Ausgaben getätigt wird, muss refinanziert werden. Das geschieht unter anderem, durch Steuereinnahmen. Gerade wenn es um Ausgaben wie Renten geht, steht der Staat vor einer weiteren Herausforderung. Er muss diese Ausgaben so in den Bundeshaushalt implementieren, dass diese auch mit Nachhaltigkeit erfolgen. Nachhaltigkeit heißt, Generationsstabil, also so, dass auch unsere Nachkommen davon profitieren.

Unter Berücksichtigung aller Faktoren, muss man sich allerdings wohl eher darüber Gedanken machen, ob das Sozialsystem nicht gesamt reformiert werden muss um es stabil zu halten.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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