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Altersarmut - Leben am Limit

Inspiration für diesen Artikel war ein Beitrag des Morgenmagazins in der ARD (hier auf Facebook zu sehen). Immer wieder ist zu hören "Die Rente reicht nicht". Eine Aussage, die schockiert und viele Menschen aufwühlt. Darum sind wir mit ein paar Zahlen an das Problem rangegangen.

Rechenbeispiel:
In der Ausgangssituation sind wir von einem Durchschnittsgehalt von 1950€ Brutto pro Monat ausgegangen. Bei 45 Jahren Arbeitszeit, ergibt sich somit ein Gesamteinkommen von 1053000€. Der RV Beitrag liegt aktuell bei 18,7%. Somit entspräche das bei dem Einkommen eine Gesamtzahlung von 196911€ an die Rentenversicherung. Ausgehend davon, dass das Durchschnittsalter in Deutschland bei 80 Jahren liegt, müsste man diese Summe auf die Jahre (15 Jahre) aufteilen. Daraus ergibt sich eine Monatsrente von 1093,95€. So rechnet aber die Rentenkasse nicht, denn bei der Rentenkasse geht es um Rentenpunkte. Diese kann man in einem Online- Rechner selbst berechnen. Bei unserem Beispiel kämen wir auf 34,10 Rentenpunkte. Das macht bei einem Rentenwert von 31,03€ (west - Stand 2017), eine Brutto- Rente von 1058,12€ west. (Rentenpunkte * Rentenwert), oder 1012,43€ ost



Die Altersarmut hat also noch ganz andere Gründe. Nicht nur, dass das von uns verwendete Einkommen, für manche Menschen nie erreicht wird, sondern wir müssen auch berücksichtigen, dass nicht jeder die 45 Jahre Beitragszeit erreicht hat. Gerade Eltern kennen das Problem. Ist das Kind noch nicht schulpflichtig, muss ein Elternteil meist auf eine Halbtagsstelle umsteigen, denn die Kinder wollen versorgt werden. Das kompensiert auch keine Mütterrente. Noch härter trifft es dabei alleinerziehende.

Ein weiterer Grund, der zur Altersarmut führen kann, ist die Langzeitarbeitslosigkeit, oder wenn es sich um Menschen handelt, deren Einkommen weit unter unserem Rechenbeispiel liegt. Denn laut Statistischen Bundesamt gilt in Deutschland jemand als arm, wenn sein Nettoeinkommen (Single) unter 781€ im Monat liegt. Selbst unser Rechenbeispiel ist nicht weit weg von der Armutsgrenze. Da ist es kein Wunder, wenn betroffene sich aufregen, wenn Deutschland Milliarden Euros in andere Projekte steckt. Zumal leider damit zu rechnen ist, dass die Tendenzen zur Altersarmut steigen werden. Auch Mindestlöhne von 8,50€ helfen da nicht wirklich weiter. In unserem Rechenbeispiel, liegt der Stundenlohn (bei 7,5 Stunden Arbeitszeit am Tag) bei 13€. Grob gerechnet müsste das Durchschnittseinkommen über eine Laufzeit von 45 Jahren, bei 1450€ brutto im Monat liegen, um vor Altersarmut geschützt zu sein.

Viele Rentner haben zudem das Problem, dass sich ihre Lebenshaltungskosten nicht auf dem gleichen Niveau, wie vor der Rente bewegt. Da kommen Zusatzbelastungen, wie Medikamente, hinzu. Auch das Einkaufen reduziert sich in vielen Fällen auf den teuren Supermarkt um die Ecke, da der Gang zu billigeren Einkaufsmöglichkeiten, teilweise nicht mehr möglich ist. Das solche Situationen die Menschen in die soziale Isolation drängen können, ist gut vorstellbar. So kann das Leben im Alter zu einem Leben ohne Würde werden.

Das Thema wird uns wohl noch lange begleiten. Ob es überhaupt jemals zu lösen ist? Vermutlich nur, wenn auf politischer Ebene ein komplettes Umdenken statt findet. 

Kommentare (1)

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Die Berechnungen sind interessant und zeigen eigentlich, wie die Situation aussieht. Spannend, wie die Politik damit umgehen will.

  Heinz
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