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UN-Behindertenrechtskonvention schlecht umgesetzt

Bildbeschreibung: Auf dem Bild ist eine Kreissäge zu sehen, die von einer Hand geführt, gerade Holz sägt.
Foto: © cco/ EU-Schwerbehinderung

Menschen mit Behinderungen stellen es immer wieder fest, Menschen ohne Behinderungen, schenken dem oftmals zu wenig Aufmerksamkeit, doch dabei kann es jedem treffen. Behinderung ist nur selten angeboren (etwa 4%). Die meisten Behinderungen kommen durch Krankheiten(80%) oder durch andere Lebensereignisse. Wer dann vor der Thematik steht, plötzlich zu den Menschen mit einer Behinderung zu zählen, fängt meist erst dann an, sich auch mit der Thematik auseinander zu setzen. Da ist einerseits die Behinderung als solches, mit der sich betroffene plötzlich auseinander setzen müssen und auf der anderen Seite, auch die ganze rechtliche Problematik.

Wer in dem Glauben lebt, dass mit der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) eigentlich alles geregelt sein sollte und ein so wirtschaftsstarkes Land wie Deutschland mit der Umsetzung eigentlich ganz vorne stehen sollte, wird spätestens jetzt feststellen müssen, dass dem nicht so ist. Da gibt es einerseits Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Die Bezahlung, könnte man eher als "Taschengeld" bezeichnen, denn sie liegt weit unter dem, was man als "Grundsicherung" haben sollte. Jeder Hartz IV Empfänger bekommt mehr Geld vom Staat. Mit Inklusion im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention hat eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung also wenig zu tun, sondern hier findet eher eine Exklusion behinderter Menschen statt.

Bei Behörden erleben Menschen mit Behinderung oft ähnliches. Jede Behinderung ist individuell und genauso müsste diese behandelt werden. Gerade in den Bezirksämtern, erleben betroffene aber oftmals etwas anderes. Sie empfinden die dortige Behandlung eher als Erniedrigung ihrer selbst, da die Sachbearbeitungen oft gar nicht auf den individuellen Bedarf einer Behinderung eingehen, sondern sich an dem orientieren, was ihnen die Gesetzesbücher als Grundlage bieten. Menschen mit Behinderung sind aber mehr. Individuen, die mit ihren individuellen Bedürfnissen, bedingt durch ihre Behinderungen, eigentlich einen wesentlich höheren Bedarf einer Individualbehandlung haben.

Bei der Thematik um die Erwerbsminderung und Grundrente, erleben wir ähnliches. Etwa 1% aller Menschen mit Behinderung, haben diese ursächlich durch ihre Erwerbstätigkeit. Es ist nur 1%, also eine "kleine" Gruppe Menschen, die unser Sozialsystem problemlos auffangen müsste. In der Praxis sieht das aber leider häufig anders aus. Wenn diese Menschen durch ihre Erwerbstätigkeit, plötzlich eine Behinderung erleiden, haben sie nicht selten einen jahrelangen Kampf um ihre Erwerbsgeminderten Rente, vor sich. Ist dieser Kampf gewonnen, erhalten diese Menschen nicht selten eine Rente, die diese Menschen zur Grundsicherung zwing. Eventuell jahrelang aufgebaute Existenzen gehen dadurch kaputt, lassen diese Menschen die mal sozial gut gestellt waren, zu Sozialfällen werden. Chancen auf gute Renten werden ihnen durch die Politik genommen, denn wer schafft schon seine 33- 35 Jahre Beitragszeit, wenn ein Lebensereignis einen Menschen zu einen Menschen mit Behinderung macht und die eigentlich hochbezahlte Erwerbstätigkeit nicht mehr ausgeführt werden kann.

Selbst die Empfehlungen seitens der UN, dass in Deutschland Sozialleistungen zu gering sind, stößt innerhalb der Politik auf taube Ohren. Fragen an die Bundesregierung, die schon oft gestellt wurden, stößt oft auf Ignoranz.

Ein inklusives Schulsystem scheint in Deutschland tendenziell eher zu scheitern. Eigentlich, sollten alle Kinder mit einer Behinderung, raus aus dem Modell der Förderschule und voll in das Schulsystem inkludiert werden. Praktisch sieht es in Deutschland in vielen Kommunen und Bundesländern, anders auf. Es entsteht eher das Gefühl, dass die "Förderschule"" wieder mehr gestärkt wird.

Bei der Berufsausbildung lässt sich Deutschland immer noch stark von seinem Ausbildungssystem steuern. Die Frage "was kann ein Mensch" wird zu oft nicht berücksichtigt. Alleine das Prüfungszeugnis zählt, individuelle Arbeitsplätze, die auf das zurecht geschnitten werden, was ein Bewerber/in kann, fehlen häufig, dabei wäre genau das für eine wirkliche Inklusion behinderter Menschen am ersten Arbeitsmarkt, erforderlich.

"Es kann jeden treffen" und genau mit dieser Tatsache, sollten sich die Menschen mehr beschäftigen um Inklusion zum Erfolgsmodell werden zu lassen. Am 6.02.2020 lief im TV eine Sendung "scobel – Inklusion als Menschenrecht" und genau diese Sendung spiegelt vieles wieder. 58 Minuten lang, 58 Minuten deren Zeitaufwand lohnenswert ist.

Die Sendung kann in der ZDF- Mediathek unter folgenden Link aufgerufen werden: https://www.zdf.de/wissen/scobel/scobel--inklusion-als-menschenrecht-100.html

Die CDU hat mit ihrer Überschrift "Bundeskultureinrichtungen ermöglichen kulturelle Teilhabe für alle" ist eine mutige Aussage, werden viele Menschen mit Behinderungen, feststellen müssen. Elisabeth Motschmann (CDU): „Die Bundeskultureinrichtungen machen ‚Kultur für alle‘ möglich. Mit einem Füllhorn an kulturellen Bildungsangeboten schaffen sie Zugänge zu Kultur für jeden und jede, in Stadt und Land, unabhängig von Einkommen und Herkunft. Das zeigen die Antworten der Kulturstaatsministerin auf eine Serie von Kleinen Anfragen der FDP-Fraktion eindrucksvoll." - Konkret sieht es leider in vielen kulturellen Einrichtungen anders aus, also auch hier ist Inklusion nicht konsequent gelungen. Schon das Vorhandensein von Fahrstühlen, die dann noch so gestaltet sind, dass diese von einem Rollstuhlfahrer*in mit Begleitung genutzt werden können, ist oft eine Seltenheit. Wenn es sich dann noch um Rollstühle handelt, die mit Anbauten ausgestattet sind um der behinderten Person die Nutzung und Teilhabe zu ermöglichen, wird es in vielen Fahrstühlen mehr als eng.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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