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Coronavirus: Wer ist "Risikogruppe" ? Risikogruppe als Diskriminierung?

Bildbeschreibung: Archivaufnahme von Raul Krauthausen
Foto: kk | © 2020 EU-Schwerbehinderung

Es sind Menschen wie Du und ich. Menschen die "wir" als "Risikogruppe" bezeichnen. Meist sind es Menschen mit Behinderungen, Menschen die durch eine Erkrankung zu jener Gruppe gehören, an dem Coronavirus zu erkranken oder gar zu sterben. Es sind eben nicht nur die Menschen, die aufgrund ihres Alters mit einen erschwerten Krankheitsverlauf rechnen müssen.

Raul Krauthausen schreibt dazu auf Instagram: "Hi, wir sind’s. Die #Risikogruppe. Du hast gedacht wir wären kettenrauchende Todkranke oder zumindest alt? Weit gefehlt. Keiner von uns ist Rentner und wir gehen genauso gerne wie du in Clubs, Bars und auf Konzerte. " Wen er damit anspricht, sind Menschen mit Behinderungen. Menschen die jung sind und trotzdem durch ihr Handicap oder durch andere Erkrankungen, bei einer Infektion mit einem schweren Krankheitsverlauf rechnen müssen.

Krauthausen auf Instagram weiter: "Worauf wir keinen Bock haben, ist sterben. Genau das ist aber gar nicht so unwahrscheinlich, wenn du nicht einfach die nächsten Wochen zuhause bleibst und deinen sozialen Aktionsradius für ein paar Wochen einschränkst. "

Auch der Verein ALS-mobil e.V. der seit vielen Monaten mit Protestaktionen gegen das Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz (IPReG) kämpft, musste seine öffentlichen Protestaktionen vor dem Bundesgesundheitsministerium in Berlin, einstellen. Zu hoch ist die Gefahr für die an ALS erkrankten Personen, sich mit dem Coronavirus zu infizieren.(ALS gehört zur Gruppe der Motoneuron-Krankheiten und ist eine nicht heilbare degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems.)

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Ein erhöhtes Risiko besteht zudem für Menschen die an einer Herzerkrankung leiden, an Asthma erkrankt sind oder eine Chronische obstruktive Lungenerkrankung (COPD) haben. Zumindest sollen Menschen mit Diabetes mellitus ohne Folgeerkrankungen, nicht zur Risikogruppe gehören. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) stellte dar: "Neues Coronavirus SARS-CoV-2: Kein erhöhtes Infektionsrisiko für gesunde Diabetespatienten DDG rät zu einer guten Blutzuckereinstellung und empfohlenen Hygienemaßnahmen". Die DDG stellt auch dar: "Bislang verlaufen die meisten Erkrankungen mild. Da es allerdings bei chronischen Grunderkrankungen zu schwereren Verläufen kommen kann, empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) Menschen mit Diabetes eine stabile Blutzuckereinstellung. Dadurch werde das Infektionsrisiko minimiert. Zudem gilt generell, die Infektionsschutz-Maßnahmen des Robert-Koch-Instituts (RKI) einzuhalten, wie die Husten-Nies-Etikette und gründliches Händewaschen. Patientinnen und Patienten mit diabetischen Begleit- und Folgeerkrankungen an Organen wie Herz, Nieren oder Leber, sollten hohe Ansteckungsgefahren – beispielsweise große Menschenansammlungen – verstärkt meiden. Vor Lieferengpässen von Diabetesmedikamenten brauchen sich Patienten nicht fürchten."

„Auch im Falle einer Infektion mit dem bislang noch wenig erforschten Coronavirus SARS-CoV-2 gehen wir – analog zur Influenza – davon aus, dass man mit einem ausgeglichenen Stoffwechsel das Risiko für Komplikationen reduzieren kann“, betont DDG Mediensprecher Professor Dr. med. Baptist Gallwitz.

„Haben Diabetespatienten Begleit- und Folgeerkrankungen wie Herzkreislaufprobleme oder Organschäden, sollten sie aktuell jedoch besonders achtsam sein“, warnt Gallwitz, stellvertretender Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik, Innere Medizin IV, des Universitätsklinikums Tübingen.

Egal wer am Ende zur Risikogruppe gehört, es ist Aufgabe aller, genau jene zu schützen, für die eine Infektion zu einem schweren Verlauf führen kann oder sogar tödlich ist. Dabei ist es keine Frage des Alters. Auch junge für junge Menschen kann das Virus tödlich sein. Zumal viele oft nicht wissen, ob man im Körper eine Krankheit schlummert, die zu einem schweren Verlauf führen kann. Ebenso ist nicht klar, welche Folgen eine Corona-Erkrankung mit sich bringt. So gibt es bereits viele Menschen, die zwar die Infektion überstanden haben, aber am Ende mit Folgeerkrankungen, wie Lungenschäden, leben müssen.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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