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Digitalisierung: Verbände fordern Chancengleichheit für blinde und sehbehinderte Menschen in der Pandemie

Bildbeschreibung: Ein Ampelsignalkasten für Sehbehinderte Menschen.
Foto: © dirpro

Ob Webinar oder Videokonferenz – ein Großteil der momentan boomenden digitalen Angebote kann von blinden und sehbehinderten Menschen nicht genutzt werden. Anlässlich des Global Accessiblity Awareness Day (GAAD) am 21. Mai 2020 fordern der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) eine gesetzliche Regelung.

Morgens eine Videokonferenz, mittags schnell online für die Familie einkaufen und abends einen Film streamen – mit dem Beginn der Kontaktbeschränkungen hat ein Boom digitaler Angebote eingesetzt. Leider ist ein Großteil davon für blinde und sehbehinderte Menschen nicht nutzbar. „Während alle Welt bei der Digitalisierung fröhlich Vollgas gibt, werden wir ausgebremst“, stellt Klaus Hahn, Präsident des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) fest. Gemeinsam fordern deshalb der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) und der DBSV eine überfällige gesetzliche Regelung zur Barrierefreiheit digitaler Angebote.

Gelegenheit dazu ergibt sich durch den European Accessibility Act (EAA). Die Richtlinie (EU) 2019/882 verpflichtet die Mitgliedsstaaten der EU unter anderem dazu, den Online-Handel für Verbraucherinnen und Verbraucher barrierefrei zu gestalten. Entscheidend werde sein, was die deutsche Gesetzgebung aus dieser Vorgabe macht, so die beiden Selbsthilfeorganisationen. Sie fordern ein ambitioniertes Gesetzespaket, das Spielräume zugunsten behinderter Menschen nutzt. „Wir erwarten, dass Deutschland auch Bereiche einbezieht, die vom EAA nicht erfasst sind, wie den beruflich genutzten Computer oder das Geschäftskonto“, betont die DVBS-Vorsitzende Ursula Weber. Parallel wird es darum gehen, in einer Reihe von europaweit gültigen Normen festzulegen, was Barrierefreiheit konkret bedeutet. DBSV und DVBS erwarten hier eine konsequente Einbindung behinderter Menschen.

Die gemeinsamen Forderungen von DBSV und DVBS zur Umsetzung des EAA: www.dbsv.org/eaa.html

Autor: DVfR / © EU-Schwerbehinderung



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