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Fast zwei Drittel der Arztpraxen in Deutschland sind nicht behindertengerecht ausgestattet

Bildbeschreibung: Eine Arzt mit einem roten Stethoskop.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

In Deutschland sind die meisten Arztpraxen in Deutschland nicht angemessen für die Versorgung von behinderten Menschen eingerichtet. So ist nur etwa jeder dritte Praxisstandort barrierefrei eingerichtet. Sabine Zimmermann, von den Linken hat die Bundesregierung am 13 Mai 2020 in der Fragestunde mündlich zur Barrierefreiheit in Arztpraxen befragt? Danach fehlen zwei Dritteln der Arztpraxen Merkmale wie Erreichbarkeit, behindertengerechte Toiletten oder spezielle Untersuchungsmöbel.

Staatssekretärs Dr. Thomas Gebhart hat auf die Frage der Abgeordneten Sabine Zimmermann (Zwickau) (DIE LINKE) geantwortet:

Wie viele Arztpraxen verfügen derzeit nach Kenntnis der Bundesregierung bundesweit über eine oder mehr Komponenten von Barrierefreiheit und wie viele über keine (bitte in absoluten Zahlen und prozentualem Anteil an der Gesamtzahl der Arztpraxen)?

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat hierzu auf Nachfrage Folgendes mitgeteilt: Die Datenquelle zur Barrierefreiheit in Arztpraxen auf der Bundesebene ist das von der Kassenärztlichen Vereinigung geführte Bundesarztregister (BAR). Das BAR wird durch regelmäßige Datenlieferungen der Kassenärztlichen Vereinigungen auf Landesebene befüllt und gepflegt.

Für Statistiken zur Erfassung von Barrierefreiheit wird in der Grundgesamtheit als Praxis jeder Standort (Leistungsort) gezählt. Diese Zahl ist höher als die Zahl der Praxen als Wirtschaftseinheiten, da etwa Zweigpraxen und überörtliche Berufsausübungsgemeinschaften nicht mit dem Hauptstandort zusammengefasst werden.

Zum 31. Dezember 2019 waren im Bundesarztregister 132 058 Praxisstandorte (Leistungsorte) verzeichnet. Davon befinden sich 78 664 in Kassenärztlichen Vereinigungen, für die Merkmale zur Barrierefreiheit gemeldet werden. Von den 78 664 Leistungsorten wird für 28 858 mindestens ein Merkmal der Barrierefreiheit gemeldet, dies entspricht 36,7 Prozent. Unter der Annahme der Gleichverteilung barrierefreier Praxen und Einrichtungen ergeben sich auf das Bundesgebiet hochgerechnet circa 48 000 Praxisstandorte mit mindestens einem Merkmal von Barrierefreiheit.

Sabine Zimmer, die Sozialexpertin im Bundestag hatte diese kritisiert, dass etwa Rollstuhlfahrer bei vielen niedergelassenen Ärzten nicht behandelt werden können, weil keine behindertengerechten Parkplätze zur Verfügung stünden, geeignete Aufzüge fehlten oder die Praxisräume nicht rollstuhlgerecht seien. De facto sei damit für viele Menschen mit Beeinträchtigung "die gesetzlich verbriefte freie Arztwahl nicht gewährleistet".

Verena Bentele, die VdK Präsidentin hatte bereits letztes Jahr im Februar 2019 gefordert das es beim Arzt keine Barrieren geben darf.

Die VdK-Präsidentin sagte:

„Hier muss gründlich umgedacht werden“, fordert die VdK-Präsidentin. Ein eigenes Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aufzulegen, könne nur ein Baustein in diesem Prozess sein. „Das System wird von den Versicherten aus Beiträgen bezahlt, und die Leistungserbringer verdienen damit Geld. Sie dürfen also auch nicht aus der Verantwortung entlassen werden“, so Bentele. Hier müsse der Gesetzgeber endlich klare verpflichtende Vorgaben formulieren und verbindlich vorgeben. Bei neuen Praxiszulassungen müsse das Kriterium Barrierefreiheit entscheidend sein.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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