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Corona-Pandemie: Wie ehrlich ist die Bundesregierung?

Bildbeschreibung: Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.
Foto: Archivbild - kk | © 2020 EU-Schwerbehinderung

Die Corona-Pandemie sorgt für immer neue Herausforderungen. Während in Wuhan der erste Lockdown jetzt ein Jahr her ist, dort wieder weitestgehend Normalität herrscht, taumelt Deutschland von Lockdown zu Lockdown, ändert ständig die Verordnungen. Erkenntnis kommt von erkennen und was hat Deutschland erkannt? Zumindest ist nichts von der Bundesregierung zu hören, ob vielleicht die Erfahrungen der Länder mit geringen Inzidenzen für Deutschland interessant sein könnten.

Nehmen wir das Thema Mund-Nase-Bedeckung. Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der erst fleißig Schutzausrüstung ins Ausland verbrachte um dann „einheitlich“ die Mund-Nasen-Bedeckung als nicht notwendig erachtete, obwohl uns eigentlich andere Länder bereits vorgemacht haben, wie effektiv Masken sein könnten.

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"In der jetzigen Lage sehe ich keinerlei Notwendigkeit zu einer Verpflichtung", sagte der Bundesgesundheitsminister Ende März letzten Jahres. Der Verdacht, dass da nur der Lieferengpass mit vertuscht werden sollte, ist seitdem nicht so ganz ausgeräumt. Dann hieß es doch nach langen hin und her am Ende April es muss eine Mund-Nasen-Bedeckung sein und es kam am 28.April 2020 die bundesweite Maskenpflicht. Klar, FFP2 war ja dem medizinischen Personal vorbehalten. Dafür ist sie jetzt endlich da im Januar 2021 – die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken oder zumindest medizinischen Masken.

Nadya Klarmann, die Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen sagte im April 2020: „Professionelle Masken sind für den Schutz des medizinischen Personals unerlässlich und muss dieser Gruppe vorbehalten bleiben. Sonst brauchen wir täglich 82 Millionen Masken mehr.“ – Nun denn, die Welt dreht sich weiter und was interessiert uns schon der April – Wir sind im hier und jetzt – Also die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken oder zumindest medizinische Masken. Alles gut? Nicht ganz, denn da gibt es noch das Robert-Koch-Institut (RKI), welches am 22.1.2021 auf seiner Internetseite schreibt: „Bei der Anwendung von FFP2-Masken durch Laien als „medizinische Maske“ muss sichergestellt sein, dass A) die Medizin- und Pflegebereiche prioritär mit FFP2-Masken versorgt werden, B) die individuelle gesundheitliche Eignung sichergestellt ist und C) der Dichtsitz und die korrekte Handhabung gewährleistet ist“

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Wenn dann die Lieferung aus dem Internet mit den FFP2-Masken kommt, die dann privat oder durch den Arbeitgeber zum Einsatz kommen, ob dann „die korrekte Handhabung gewährleistet ist“, oder ob der Einzelhandel neben den zu verkaufenden FFP2-Masken immer gleich die Einweisung zur richtigen Nutzung mit verkauft? Außerdem weist das RKI noch darauf hin: „Beim Einsatz von FFP2-Masken bei Personen mit z.B. eingeschränkter Lungenfunktion oder älteren Personen sind negative gesundheitliche Auswirkungen nicht auszuschließen. Das Tragen von FFP2-Masken durch Personen, die einer Risikogruppe angehören, sollte möglichst ärztlich begleitet werden, um einen korrekten Dichtsitz zu gewährleisten. Die Anwender*innen sollten über das korrekte und ggf. einmalige Tragen, die Handhabung und die Risiken aufgeklärt werden. Zudem sollten die für die Träger*innen vertretbaren Tragedauern unter Berücksichtigung der Herstellerangaben individuell festgelegt werden, um mögliche gesundheitliche Auswirkungen zu minimieren.“

Ein besonderer Hinweis des RKI: „Bei der Anwendung durch Laien ist ein Eigenschutz über den Effekt eines korrekt getragenen Mund-Nasen-Schutzes hinaus daher nicht zwangsläufig gegeben.

Dann hat die EU noch ein Problem mit den Lieferungen von Impfstoff. Große Hoffnung liegt an der Zulassung des Impfstoffs von AstraZeneca. Warum eigentlich? Klar, der ist leichter zu handhaben, erreicht nur 70% Effektivität. Soll heißen, von 100 geimpften Personen, sind nur 70 erfolgreich geimpft. Die anderen 30 Personen dürfen eben mit dem Risiko weiterleben, gelten aber als geimpft. Trügerische Sicherheit, über die kaum gesprochen wird. BioNTech ist mit 95% Effektivität eigentlich der zu favorisierende Impfstoff, aber schwer zu handhaben.

Erwähnt sollte auch der Impfstoff von Moderna werden, der immerhin eine Effektivität von 94% erreicht und bereits eine EU-Zulassung besitzt. Leider wird verschwiegen, wie „The Epoch Times“ berichtet, dass Kalifornien die Vergabe einer bestimmten Charge (Moderna Lot 041L20A ) gestoppt habt. Grund sei eine "höhere Anzahl möglicher allergischer Reaktionen", wie die kalifornische Epidemiologin Dr. Erica Pan in einer Erklärung sagte.

Viele Maßnahmen der Bundesregierung sind mit Sicherheit transparent. Dazu gehört das Kontakte reduzieren und natürlich auch die Hygiene-Regeln und das Tragen von Mund-Nase-Bedeckung oder medizinischen Masken. Doch vertrauen gewinnt man nicht durch Verordnungen, wenn diese nicht die notwendige Transparenz aufweisen. Schon einfache Aussagen wie „Merkel ordnet an“ zeigen, dass vieles intransparent ist, denn am Ende ist die Bundesregierung nur Vermittler und bietet Diskussionsgrundlagen. Die Einigung treffen die Länderregierungen, die dann die Vereinbarungen umsetzen sollen.

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Auch die Lockdowns sind für viele Menschen intransparent. Geschäfte mit mehreren tausend Kunden täglich, wo die Kunden dicht zusammenstehen, lassen sich gut verargumentieren, aber wenn der Comic-Laden von nebenan mit vielleicht 10 Kunden täglich in den Lockdown muss und dadurch insolvent geht, dann fehlt vielen Menschen das Verständnis.

Wenn dann noch die Verordnungen verhängt werden, aber gerade Menschen mit Behinderungen die zu Hause leben, pflegende Angehörige, die ca. 80% aller pflegebedürftigen pflegen, wieder keine Erwähnung finden, Menschen mit geringen Einkommen (auch jene knapp über Grundsicherung) vergessen werden, dann zeigt das nicht gerade, dass Deutschland aus seiner eigenen Geschichte gelernt hat. Zumindest hat die Pandemie das Bewusstsein der Menschen geändert und jene die sonst kaum beachtet wurden, werden zumindest endlich erwähnt. Nun liegt es an der Regierung, diese Menschen in die Mitte der Gesellschaft zu holen.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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