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Anfeindungen gegen die Wissenschaft - Demokratie braucht vernunftgeleitete Wissenschaftsdiskurse

Bildbeschreibung: Foto einer Person in einem Schutzanzug bei einer Anti-Corona-Demo
Foto: kk | © 2021 EU-Schwerbehinderung

Bisher waren es die Menschen von denen meist wenig zu hören war. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die in ihren Forschungseinrichtungen an neuen Technologien oder im Gesundheitsbereich geforscht haben. Mit der Corona-Pandemie änderte sich der Fokus und viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wurden plötzlich in das Licht der Öffentlichkeit gerückt.

In dieser neuen "Position" wurde erstmals der wissenschaftliche Diskurs verlassen und die Wissenschaft wurde neuen kritischen Stimmen ausgesetzt, die ihnen bisher weniger bekannt waren. Stimmen die wissenschaftliche Erkenntnisse kritisierten, weil diese nicht so ganz ins Lebensbild passen oder zu einem zu gesellschaftlichen Einfluss führen, wie bspw. die Corona-Maßnahmen.

Dieses "neue" Phänomen wie Wissenschaft in die Öffentlichkeit ist allerdings gar nicht so neu, denn die Geschichtsbücher sind voll von geschichtlichen Ereignissen bei denen Wissenschaftler "der Ketzerei beschuldigt" und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Oft war es die Kirche selbst, die wissenschaftliche Erkenntnisse nicht anerkennen wollte. Selbst heute gibt es immer noch Diskussionen, wenn auch häufig am Rande geführt, die immer noch behaupten, dass die Erde eine Scheibe ist. Bis heute gibt es somit immer noch wissenschaftliche Erkenntnisse, die nicht in allen religionsbedingten Ansichten passen und zu religionsbedingten "Verurteilungen" führen.

Zu den heute immer noch stattfindenden gesellschaftlichen Verurteilungen der Wissenschaft, hat sich der Marburger Bund geäußert: "Der Umgang mit öffentlich geäußerten wissenschaftlichen Positionen erreicht ein erschreckendes Maß an Verrohung. Das darf uns als Gesellschaft nicht gleichgültig sein. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben unsere Solidarität verdient, wenn sie ihre Erkenntnisse mit der Öffentlichkeit teilen", erklärte Dr. Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, zu jüngsten Berichten über Anfeindungen gegen Wissenschaftler und Ärzte. "Wenn Wissenschaftsfeindlichkeit auf ungezügelte Aggression trifft, ist das nicht nur ein Angriff auf die Würde von Menschen - es hat auch gravierende Folgen für unsere Demokratie, die auf vernunftgeleitete Wissenschaftsdiskurse angewiesen ist. Das gilt für die Bewältigung von Krisen, seien es Pandemien oder Folgen des Klimawandels, genauso wie für Debatten zu einer verantwortungsvollen und humanen Gestaltung gesellschaftlichen Fortschritts", bekräftigte Johna.

Eine aktuelle, nicht-repräsentative Umfrage der Fachzeitschrift "Nature" unter mehr als 300 Wissenschaftlern aus mehreren Ländern hat ein Schlaglicht auf die Bedrohungen geworfen, denen ein Teil von ihnen ausgesetzt ist: Nach Großbritannien mit 123 Betroffenen kommen die meisten bedrohten Wissenschaftler laut Umfrage aus Deutschland (62), noch vor den USA (53). Die Reaktionen, denen sie insbesondere nach Medienauftritten ausgesetzt sind, reichen von Troll-Kommentaren in Sozialen Medien, Hassbotschaften in aggressiven Mails, gehackte Accounts oder Webseiten über tätliche Angriffe bis hin zu Morddrohungen.

Johna rief Politik und Medien dazu auf, sich verstärkt für ein wissenschaftsfreundliches Diskursklima einzusetzen. "Es reicht nicht, den Respektverlust im gesellschaftlichen Austausch nur zu beklagen. Politik und Medien sind aufgerufen, den ganz konkreten Wert von Wissenschaft für die Menschen zu verdeutlichen. Wissenschaft braucht einen öffentlichen Resonanzraum, der einen respektvollen Austausch auch unterschiedlicher Bewertungen neuer Erkenntnisse möglich macht." Mit Blick auf die "Nature"-Umfrage betonte Johna: "Die Anfeindungen gegen öffentlich auftretende Wissenschaftler wiegen so schwer, dass wir eine systematische wissenschaftliche Untersuchung über das Ausmaß und ihre Bedingungen brauchen."

Quelle: kk/eus/ots

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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