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Debakel Deutsche Bahn und Mobility-Service

Bildbeschreibung: Modell eines Bahnhofs in Deutschland
Foto: kk | © 2020 EU-Schwerbehinderung

Barrierefreiheit ist heute eine Selbstverständlichkeit, so sollte es eigentlich jeder Mensch erwarten. Gerade wenn es um Mobilität geht, ist eine Nutzung von Nah- und Fernverkehr ohne Barrieren unumgänglich. Das aber schon bei der Technik erste Barrieren entstehen können, macht immer wieder die Deutsche Bahn vor.

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In dem geschilderten Fall, wollte ein Reisender, mit dem ICE fahren. Als Mensch mit Behinderungen und dem Merkzeichen "B" im Schwerbehindertenausweis, benötigt Herr T. ein normales Bahnticket sowie zwei Platzreservierungen, wobei die Reservierungen bei der Deutschen Bahn für behinderte kostenlos sind. Normalerweise kann man solche Buchungen online durchführen. Nicht bei der Deutschen Bahn, denn da heißt es für Menschen mit Behinderungen, entweder den DB-Service aufsuchen oder telefonisch über den Mobility-Service buchen. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn teilte uns dazu mit: "Wir können den Wunsch nachvollziehen, direkt über eine App-Lösung digital die Sitzplatzreservierung für Reisende mit Mobilitätseinschränkungen inklusive Begleitperson zu buchen. Aktuell ermöglichen uns weder die technischen Lösungen noch die Hintergrundprozesse (z.B. Echtzeitdatenaustausch) diesem Wunsch kurzfristig nachzukommen. Aktuell wird die komplette Vertriebs- IT-Architektur vollständig neu entwickelt, die eine Neubewertung des Wunsches nach Realisierung ermöglicht. Aufgrund der hohen Komplexität in der IT, den damit verbundenen Prozesswelten sowie den gewählten Entwicklungsmethoden (agile Entwicklung) können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt leider keinen konkreten Umsetzungszeitraum benennen."

Herr T wählte daher die Lösung, sich telefonisch an den Mobility-Service zu wenden, da seine Behinderung das Aufsuchen der Verkaufsstellen nicht unbedingt einfach macht. Nach langem warten, hatte er telefonisch sein Ticket erworben plus 2 kostenlose Platzreservierungen. Das Ticket wollte Herr T. am Abfahrtag dann direkt mit der Bahncard, am Automaten abholen. Doch auch das war mit neuen Schwierigkeiten verbunden. "Leider ist ein Fehler aufgetreten. Die von Ihnen gewünschte Funktionalität kann zum jetzigem Zeitpunkt nicht ausgeführt werden". Automat defekt? An den nächsten Automaten das gleiche Fehlerbild. Also schnell zum DB-Schalter, in der Hoffnung das dieser nicht zu voll ist (der Zug sollte 30 Minuten später abfahren). Dort angekommen, die Störung gemeldet und tatsächlich das Bahnticket erhalten.

Solche Störungen können vorkommen. Herr T. hatte die Störung aber gemeldet und sein Ticket in der Hand. Etwa zwei Wochen später, wollte Herr T. wieder nach Hause fahren. Was er nicht wusste, die Störung wurde seitens der Bahn nicht behoben und er stand am Bahnhof wieder vor dem gleichen Problem. Dieses mal war nur ein neues Problem dazu gekommen. Es war Sonntag und kein Bahnschalter war am Abfahrtbahnhof geöffnet. Da stand Herr T. am Bahnhof ohne Ticket. Zum Glück war der nächste Abfahrt-Bahnhof nur 10 Minuten entfernt und als "Hauptbahnhof" war dort sogar ein geöffneter DB-Schalter zu finden. Nur war auch dort der Ausdruck des Tickets nicht möglich und Herr T. musste ohne Ticket in den Zug. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn nahm dazu wie folgt Stellung: "Mit Bedauern haben wir Ihre Schilderungen gelesen. Aufrichtig möchten wir uns bei dem Fahrgast für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen. Wir haben den Vorfall recherchiert und folgende Rückmeldungen erhalten: Der Ausdruck des gekauften Tickets am Automaten war leider aufgrund ein fehlerhaften Systemupdates nicht möglich." - Leider hat uns die Sprecherin nicht mitgeteilt, warum die Deutsche Bahn, selbst nach einer Woche, solche Störungen nicht beheben kann.

Die Deutsche Bahn will aber offensichtlich auch daraus noch Kapital schlagen und hat Herrn T. jetzt noch eine Fahrpreisnacherhebung über 7 Euro zukommen lassen. und das obwohl Herr T. den Beleg hat, dass ein Ausdruck der Fahrkarte weder am Automaten, noch am Schalter der Deutschen Bahn möglich war.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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