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Behinderte Menschen besser vor Übergriffen in Einrichtungen schützen

Bildbeschreibung: Sören Pellmann, der Sprecher für Inklusion und Teilhabe der Bundestagsfraktion die Linke.
Foto: © kk I EU-Schwerbehinderung

Die Vorfälle in der Behinderteneinrichtung Wittekindshof in Bad Oeynhausen sorgen für bundesweites empören. So sollen Bewohner schwer misshandelt worden sein. Es werde ermittelt gegen 145 Ärzte, Pflegekräfte und Betreuer, wie die Süddeutsche Zeitung am 12 Januar berichtete. Möglicherweise soll auch Reizgas eingesetzt wurden sein.

Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung in mehreren Fällen werfen Polizei und Staatsanwaltschaft den 145 Beschäftigten der Einrichtung für Menschen mit Behinderung "Wittekindshof" in Bad Oeynhausen vor. Dieses haben die Polizei Minden-Lübbecke und die Staatsanwaltschaft Bielefeld letzte Woche Montag in einer Pressemitteilung mitgeteilt.

So gehören zu den Beschuldigten, unter anderem der ehemalige Leiter des Geschäftsbereichs, Ärzte und verantwortliche Betreuer sowie Angehörige des Pflegepersonals. Sie sollen die Bewohner mit Behinderungen gefesselt, eingesperrt und geschlagen haben. Zudem soll laut bisherigen Ermittlungen, in rund 21 Fällen Reizgas gegen Bewohner eingesetzt worden sein.

Sören Pellmann, der Sprecher für Inklusion und Teilhabe der Bundestagsfraktion die Linke fordert aufgrund der Ereignisse in "Wittekindshof", dass Menschen mit Behinderungen Besser vor Übergriffen in Einrichtungen geschützt werden müssen.

„Die jetzt erst öffentlich gewordenen Übergriffe auf Menschen mit Behinderung in einer Einrichtung der Behindertenhilfe der Diakonischen Stiftung Wittekindsdorf machen mich fassungslos und wütend zugleich. Wehrlose Menschen mit Behinderungen wurden dort eingesperrt, geschlagen und erniedrigt.

Selbst der Einsatz von CS-Gas gegen Menschen mit Behinderungen war dort leider kein Tabu mehr. Ich erwarte seitens der Behörden und der Politik vor Ort eine sofortige und lückenlose Aufklärung, wie diese Kultur des Wegsehens diese Gewaltexzesse ermöglichen konnte! Eine derart brutale Eskalation muss vollumfänglich aufgearbeitet und die notwendigen Konsequenzen gezogen werden“, erklärt Sören Pellmann, Leipziger Abgeordneter und Sprecher für Inklusion und Teilhabe der Bundestagsfraktion DIE LINKE.

„Diese Vorfälle zeigen, wie sehr die staatlichen Aufsichtsbehörden versagen und die Einrichtungen der Behindertenhilfe teils in sich geschlossene Systeme sind. Insbesondere derartige Ereignisse bringen zahlreiche andere, engagierte Mitarbeitende in anderen Einrichtungen in Misskredit.

Umso drängender ist es, dass staatliche Kontrollbehörden funktionieren und wenn notwendig auch aktiv zum Wohle der Betroffenen sofort einschreiten. Es müssen zu diesen geschlossenen Einrichtungen deutlich schneller und deutlich mehr alternative und inklusive Angebote geschaffen werden. Die Bundesregierung muss hier in Zusammenarbeit mit den Bundesländern diese Vorgabe der UN-Behindertenrechtskonvention und des zuständigen UN-Ausschusses zügig umsetzen.“

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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