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Platzmangel großes Problem für Rollstühle und andere Mobilitätshilfen

Bildbeschreibung:  Eine Frau vor einer Treppe mit ihrem Rollstuhl.
Foto: © Lukas Kapfer | Gesellschaftsbilder.de

Immer mehr E-Rollstühle, Rollatoren und Tri-mobile erschweren Zugang zu Hauseingängen und Hausfluren. Mobilitätseingeschränkte Menschen, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, klagen zunehmend über fehlende Ab- und Unterstellmöglichkeiten für ihre mobilen Fortbewegungshilfen, wie zum Beispiel E-Rollstühle, Rollatoren oder Tri-mobile (Behinderten Dreiräder) in den Wohnquartieren.

Wohnungsunternehmen müssen sich bereit erklären, so genannte Kleingaragen „Rollstuhlgaragen“ in den Außenbereichen ihrer Mietobjekte für Rollatoren, E-Rollstühle oder Tri-mobile aufzustellen, die sie dann gegebenenfalls auch an ihren Mietern vermieten könnten. Seit 1998 ist das Land Nordrhein Westfalen von der ausdrücklichen Zweckbindung von Wohnraum für Ältere abgewichen und hat als Standard die Barrierefreiheit in allen Wohnungen vorgeschrieben. Dabei bezieht sie sich nicht lediglich auf die privaten Wohnräume, sondern auch auf das unmittelbare Wohnumfeld. Die sogenannten „Rollstuhlgaragen“ gehören zu einer barrierereduzierenden Gestaltung von Wohnraum und sind daher auch unerlässlich, wenn es um gutes Wohnen im Alter und für Behinderte Menschen geht.

Daher wäre die Bereitstellung von „Rollstuhlgaragen“ und „Rollator-Boxen“ - in denen man die heute oft schweren E-Rollstühle komfortabel unterstellen und laden könnte, eine große lebensqualitätssteigernde Bereicherung und ein Schritt weiter zum Abbau von Barrieren. Einige wenige Wohnungsunternehmen in NRW haben bereits „Rollstuhlgaragen“ - die auf dem Markt in verschiedenen Varianten angeboten werden - in ihren Wohnquartieren aufgestellt und ihren Mieterinnen und Mietern mit Behinderungen und Mobilitätseinschränkungen übergeben. Darunter auch beleuchtete „Rollstuhl/Scootergaragen“. Sie sind rund zwei Quadratmeter groß und bieten sogar die Möglichkeit, einen E-Rollstuhl aufzuladen. Die monatlichen Mieten, die von einigen Krankenkassen/ Pflegekassen übernommen werden, betragen je nach Ausführung etwa 8,00 bis 25 Euro .

Je nach Größe können diese „Kleingaragen“ auch Kinderwagen, E-Bikes und Behinderten-Dreiräder (Tri-mobile) oder Familienfahrräder untergebracht werden. Fluchtwege zugestellt Die meisten Wohnquartiere und Wohnungen wurden in den 50-60-er Jahren errichtet. „Diese Wohnungen sind jedoch für heutige Familienverhältnisse oft zu klein und die Fahrradkeller wegen der Treppen und den heute schweren E-Rollstühlen für behinderte Menschen unerreichbar.

Daher findet man heute in vielen Treppenhäusern und vor den Hauseingängen dieser Quartiere vermehrt abgestellte Rollstühle, Kinderwagen und Rollatoren. Es werden immer mehr. Sie blockieren die oft sehr zu engen Treppenhäuser und Fluchtwege und bieten für Nachmieter und Besucher keinen reizvollen Anblick. Aufzüge oft zu klein Viele Mieter klagen auch darüber, dass Fahrstühle in den frühen Bauten keine Rollstühle oder Kinderwagen transportieren könnten, weil diese einfach zu eng bemessen sind. "Im Ergebnis werden die Mobilitätshilfen vor den ebenfalls zu engen Hauseingangsbereichen abgestellt, wo sie den Wettereinflüssen ausgesetzt sind, beschädigt- oder sogar gestohlen werden. Auch sind Krankentransporte mit den meisten Fahrstühlen weder in sitzender - und schon garnicht bei bei einer liegenden Patientenlagerung möglich.

Ich fordere - insbesondere vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung - mehr „Barrierefreiheit“ in Neubauten und mehr „Barrierearmut“ im vorhandenen Wohnungsbestand. Bereits bei der Planung und im Genehmigungsverfahren von Bauanträgen müssen Barrierefreiheit konsequent im Vordergrund stehen. Kleingaragen bieten Vorteile für Vermieter und Mieter Durch beheben von bestehenden Hindernissen können Vermieter dazu beitragen, dass ihre Mieter mit einem besonderen Handicap in ihrer gewohnten Umgebung lange verbleiben. Eine wesentliche Rolle nehmen dabei die immer noch "stiefmütterlich" behandelten Anpassungsmaßnahmen für mobilitätseingeschränkte Menschen in ihren Wohnumfeldern ein. Die meisten Außenanlagen der Wohnquartiere sind ohnehin großzügig bemessen und bieten daher auch bautechnisch ausreichend Raum für diese Kleingaragen, die als attraktive Gestaltungselemente in den Außenbereichen eingepasst werden könnten und dadurch das Erscheinungsbild eines Wohnquartiers aufwerten würden.

Die Mieter könnten die Kleingaragen anmieten und ihren Rollstuhl, Rollator oder das Fahrrad in Nähe des Hauseingangs ebenerdig einschließen. Behinderte und alte Menschen bleiben so in ihrer Stadt mobil, ohne auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Die Kleingaragen sind also auch eine probate Lösung, wenn der einzige Abstellplatz nur über Treppenstufen in den Keller verfügbar ist.

Die Vorteile lägen auf der Hand: *Es stehen keine Rollstühle, E-Bikes oder Kinderwagen vor den Hauseingängen und in den Treppenhäusern. *Auch für junge Familien mit den neuen „Großfahrrädern“, Kinderwagen u.d.g. sind diese Kleingaragen äußerst sinnvoll. *Die Investitionskosten amortisieren sich durch die Mieteinnahmen in relativ kurzer Zeit. Es wird höchste Zeit, dieses Thema politisch anzugehen, damit mobilitätseingeschränkte Menschen ein bisschen besser leben können.

Autor: Peter Ries



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Sehr gute Idee mit den Garagen im Aussenbereich, ich frage mich nur, wie ein Rollstuhlfahrer der gar nicht laufen kann, Querschnittslähmung zum Beispiel, von der Aussengarage zu seiner Wohnung kommt. Ja ok, die haben meistens auch ein Rollstuhl...

Sehr gute Idee mit den Garagen im Aussenbereich, ich frage mich nur, wie ein Rollstuhlfahrer der gar nicht laufen kann, Querschnittslähmung zum Beispiel, von der Aussengarage zu seiner Wohnung kommt. Ja ok, die haben meistens auch ein Rollstuhl für den innenbereich mit dem Sie dorthin gelangen, und dann? Ich glaube nicht, das das Sinn macht.
Barrierefrei fängt da an, mit betroffenen zu reden. Was machen die Leute, bei denen die Miete für solch eine Garage nicht übernommen. wird das dann beim Wohngeld berücktsichtigt??
Im großen und ganzen gute Idee, aber barrierefrei nenn ich was anderes, das würde zu barrierearm zählen.

mfg

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Strohbach
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