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Schlichter statt Richter - Schlichtungsstelle BGG legt dritten Jahresbericht vor

Bildbeschreibung: Rollstuhlfahrer zusammen mit einer Dame, die ihn berät.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Heute veröffentlicht die Schlichtungsstelle nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) - kurz Schlichtungsstelle BGG - ihren dritten Jahresbericht (2019). Angesiedelt ist die Schlichtungsstelle BGG beim Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel. Sie hilft seit 2016 dabei, Konflikte zwischen Menschen mit Behinderungen und Bundesbehörden zu lösen, wenn es um das Recht auf Barrierefreiheit und Gleichbehandlung geht.

Jürgen Dusel, Behindertenbeauftragter der Bundesregierung: „Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf Barrierefreiheit und Zugänglichkeit. Dieses Recht jedoch im Alltag auch wirklich zu bekommen, das ist oftmals nicht so leicht - auch wenn öffentliche Verwaltungen dazu verpflichtet sind. So ist der herkömmliche Rechtsweg meist mit hohem zeitlichen und finanziellem Aufwand verbunden. Das Schlichtungsverfahren stellt deshalb eine Alternative dar, um schnell gute Lösungen zu finden“, so Dusel. „Gerade im Zuge der Corona-Krise hat sich gezeigt, dass es beispielsweise im Bereich der barrierefreien Kommunikation noch viele Defizite gibt. Teilweise konnte die Schlichtungsstelle hier vermitteln. Ich fordere die öffentlichen Verwaltungen jedoch auf, ihre Verpflichtung aus dem BGG ernst zu nehmen und die Bemühungen zu umfassender Barrierefreiheit deutlich zu verstärken. Aber auch im privaten Sektor muss deutlich mehr in puncto Barrierefreiheit geschehen.“

Der für den Berichtszeitraum 2019 veröffentlichte Tätigkeitsbericht zeigt, dass sich die Schlichtungsstelle fest etabliert hat. Sie wurde 2019 177 Mal in Anspruch genommen. In der überwiegenden Zahl der Verfahren konnte eine gütliche Einigung zwischen den Beteiligten erzielt werden. In Fällen, in denen keine Einigung erzielt werden konnte, hilft nach einer Novellierung im Jahr 2018 übrigens die aufschiebende Wirkung eines Schlichtungsverfahrens: Das heißt, wenn es bei einem Streitfall zum Beispiel um ein Verwaltungsverfahren geht, beginnt die Widerspruchs- oder Klagefrist erst mit der Beendigung des Schlichtungsverfahrens. Getreu dem Motto „Schlichter statt Richter“ besteht so die Möglichkeit, ohne Risiko für die Antragsteller*innen auf außergerichtlichem Wege zu einer Einigung in ihrem Sinne zu kommen. Seit ihrem Bestehen wurden bereits über 500 Anträge auf Schlichtung gestellt. Der komplette Jahresbericht 2019 (883 kb) wird als PDF vom Behindertenbeauftragten zum Download bereitgestellt. Zudem ist der Bericht in leichter Sprache (1014 kb) und als Video in Gebärdensprache erhältlich.


© Behindertenbeauftragter

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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Hallo,
Ihr Link auf das Dokument in Leichter Sprache ist fehlerhaft, denn es ist das gleiche Dokument in normaler deutscher Sprache.
Das Gebärdenvideo gibt nur die Vorstellung der Schlichtungsstelle wieder und nicht das Dokument.
Sie "gaukeln"...

Hallo,
Ihr Link auf das Dokument in Leichter Sprache ist fehlerhaft, denn es ist das gleiche Dokument in normaler deutscher Sprache.
Das Gebärdenvideo gibt nur die Vorstellung der Schlichtungsstelle wieder und nicht das Dokument.
Sie "gaukeln" hier Barrierefreiheit für ein Dokument vor, die gar nicht existiert.

Mit freundlichen und enttäuschten Grüßen
Hubertus Thomasius
Redaktion von https://kobinet-nachrichten.org

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  Redaktion
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Sehr geehrter Herr Thomasius,

vielen Dank für Ihren Hinweis. In der Tat hatten wir gestern einen Linkfehler in dem Artikel, der aus der Kommunikation entstanden ist, aber bereits gestern behoben wurde. Versuchen Sie mal Ihren Browsercache zu...

Sehr geehrter Herr Thomasius,

vielen Dank für Ihren Hinweis. In der Tat hatten wir gestern einen Linkfehler in dem Artikel, der aus der Kommunikation entstanden ist, aber bereits gestern behoben wurde. Versuchen Sie mal Ihren Browsercache zu löschen, dann müssten Sie die richtigen Dokumente (beide vom Behindertenbeauftragten der Bundesregierung) und das richtige Video in Gebärdensprache sehen können.

Ihre
Redaktion EU-Schwerbehinderung

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  Redaktion
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