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Weltnichtrauchertag: Tabakwerbeverbot schnell und umfassend umsetzen

Bildbeschreibung: Jemand bietet eine Zigarette jemanden an und der andere lehnt diese mit einer Handgäste ab.
Foto: © Gundula Vogel

Heute ist der Weltnichtrauchertag. Der Weltnichtrauchertag wurde am 31.05.1987 von der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgerufen. Jedes Jahr wird dieser unter ein anderes Motto gestellt. Für 2020 lautet das von der Deutschen Krebshilfe und dem Aktionsbündnis Nichtrauchen ausgegebene Motto: "Kill yourself starter kit - Lass dich nicht manipulieren". Damit ist im wesentlichen die Form der Manipulation, gerade jüngerer Menschen, gemeint, die dazu führt, dass jemand anfängt zu rauchen. Äußere Einflüsse lassen viele Menschen zu Raucher*Innen werden. Einer der Faktoren die zum rauchen animieren kann, ist die Werbung, die im Zusammenhang mit dem Rauchen ein Freiheitsgefühl vermitteln will.

Die Bundesärztekammer zum Weltnichtrauchertag: „Es ist gut und richtig, dass der Gesetzgeber endlich ein Verbot von Tabakwerbung auf den Weg bringen will. Angesichts von rund 120.000 Tabaktoten jährlich brauchen wir umfassende Regelungen, die möglichst schnell umgesetzt und kurzfristig wirksam werden.“ Das sagte Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), vor der ersten Lesung des Gesetzentwurfs für ein Tabakwerbeverbot am kommenden Freitag im Deutschen Bundestag.

Reinhardt betonte, dass Ärztinnen und Ärzte tagtäglich mit den gravierenden gesundheitlichen Auswirkungen des Tabakkonsums konfrontiert seien, unter anderem bei der Behandlung von Krebserkrankten, von Herz-Kreislauf-Patienten oder von Patienten mit schwerwiegenden Atemwegserkrankungen. „Rauchen ist eine Suchterkrankung und es ist höchste Zeit, gerade junge Menschen vor dem Rauchen und den damit verbundenen schwerwiegenden Gefahren für die Gesundheit zu schützen“, sagte der BÄK-Präsident.

Viele Studien belegten, dass Tabakwerbung insbesondere bei Kindern und Jugendlichen die Attraktivität von Tabakprodukten erhöht. Auch für abhängige Raucher setze Werbung ständig Schlüsselreize, die einen Ausstieg aus der Sucht erschwerten. Reinhardt verwies in diesem Zusammenhang auf den Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2020. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto „Lass Dich nicht manipulieren“.

Dies gelte nicht nur für den Umgang mit Tabakprodukten, sondern natürlich auch für elektronische Erhitzungssysteme, wie E-Zigaretten oder E-Shishas. „Derzeit versucht die Industrie, diese als weniger gefährliche Alternative zu vermarkten. Dabei ist gar nicht absehbar, welche gesundheitlichen Langzeitschäden mit ihnen verbunden sind“, warnte Reinhardt. Schon jetzt gebe es Hinweise auf Schädigungen der Atemwege sowie des Herz-Kreislaufsystems. „Zudem beobachten wir mit Sorge, dass Jugendliche durch E-Zigaretten an das Rauchen bzw. eine Abhängigkeit vom Nikotin herangeführt werden. Auch für elektronischen Verdampfer sollten daher Außenwerbeverbote möglichst schnell und zeitgleich mit den Regelungen für Tabakprodukte in Kraft treten“, so Reinhardt.

Zum Weltnichtrauchertag an diesem Sonntag (31.05.) erklärt Kirsten Kappert-Gonther, Sprecherin vom Bündnis 90/Die Grünen für Drogenpolitik:

Der Weltnichtrauchertag rückt die Marketingstrategien der Tabakindustrie in den Fokus. Werbung für Zigaretten, Tabakerhitzer und E-Zigaretten trifft immer auch Kinder und Jugendliche. Damit Kinder und Jugendliche nicht zum Rauchen oder Dampfen verleitet werden, brauchen wir ein umfassendes Tabakwerbeverbot. Je konsequenter die Prävention, desto wirksamer ist der Jugendschutz. Der Schutz der Jugend vor Manipulationen durch die Tabakindustrie ist das Ziel des diesjährigen Weltnichtrauchertags der WHO.

Es wirft kein gutes Licht auf Deutschland, dass es den letzten Platz in der Tobacco Control Scale der Association of European Cancer League belegt. Deutschland ist das letzte Land, in dem die Tabakaußenwerbung noch erlaubt ist. Inzwischen hat die Koalition endlich einen Vorschlag für ein Tabakwerbeverbot vorgelegt. Die darin vorgesehenen langen Übergangsfristen für E-Zigaretten und Tabakerhitzer spielt den Anbietern in die Hände. Zunehmend stellen sie ihre Werbung auf neue Produkte um. Das optische Design und die süßlichen Geschmacksrichtungen haben das Potenzial, Kinder und Jugendliche anzusprechen. Gesundheitsschutz muss Vorrang vor Lobbyinteressen haben.

Auch Werbung in Verbindung mit falschen Gesundheitsversprechen ist problematisch. Für die Rauchentwöhnung muss mehr getan werden, aber dazu gehören keine anpreisenden Werbebotschaften. Raucherinnen und Raucher gehören zur Risikogruppe für schwere Covid-19-Verläufe. Wer jetzt mit dem Rauchen aufhören möchte, darf keine Steine in den Weg gelegt bekommen. Krankenkassen sollten die medikamentöse und therapeutische Rauchentwöhnung übernehmen können. Das Verbot der Kostenübernahme im sogenannten Lifestyle-Paragraphen ist längst nicht mehr zeitgemäß.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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