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Diakonie: Behinderte Menschen brauchen besonderen Schutz

Bildbeschreibung: Eine Frau im Rollstuhl.
Foto: © Steven HWG

Menschen mit Behinderung, die einen Assistenz im Alltag brauchen, müssen nach Ansicht der Diakonie vor Corona-Infektionen geschützt werden. Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, sagte am Freitag in Berlin: „Sie gehören zur Risikogruppe, können aber auf körperliche Nähe bei Assistenz und Pflege nicht verzichten, auch wenn sich dadurch das Gesundheitsrisiko erhöht."Deshalb bräuchten sowohl sie als auch ihre Betreuerinnen und Betreuer dringend mehr Schutzkleidung.

„Menschen insbesondere mit schweren körperlichen Behinderungen brauchen im Alltag Unterstützung und können auch in der Corona-Krise nicht darauf verzichten. Ohne Assistenz können sie nicht leben! Assistenz und Pflege funktionieren aber nicht auf Distanz. Deshalb brauchen sowohl die Menschen mit Behinderung als auch ihre Betreuerinnen und Betreuer dringend ausreichend Schutzmaterial. Ihre Gesundheit und im Ernstfall ihr Leben stehen auf dem Spiel. Wir dürfen diese Menschen in dieser Krisensituation nicht benachteiligen und nicht im Regen stehen lassen.“

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Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel sagte zur „Süddeutschen Zeitung“ (Montagsausgabe 30.03.2020): „Die Coronakrise verschärft bestehende Problemlagen für viele Menschen mit Behinderungen leider deutlich.“ So gehören viele Menschen mit Behinderung zu Risikogruppe für das Coronavirus, weil sie meist Vorerkrankungen haben oder immungeschwächt sind.

Auch hätten Menschen mit kognitiven Einschränkungen auch in normalen Zeiten Probleme, ins Krankenhaus aufgenommen zu werden, laut Dusel. Da die Kliniken offensichtlich davon ausgehen, dass in den Wohneinrichtungen Pflegefachkräfte größtenteils eingesetzt werden. Jedoch sei dies nicht der Fall, denn dort arbeiten oft pädagogische Fachkräfte, so Dusel.

Der Behindertenbeauftragte sagte: „Wir stellen aber fest, dass hier das Personal in dieser besonderen Situation nicht ausreicht.“ Zudem müssen die Mitarbeiter nicht nur mit dem Coronavirus fertig werden, sondern zusätzlich die Menschen betreuen, die sonst in der Werkstatt ihren Tag verbringen. Auch steigen die Kosten für Schutzkleidung und Desinfektionsmittel. Dusel sagte: „Für diese Finanzierungslücke muss jetzt schnell eine Lösung gefunden werden.“

In Deutschland leben fast 13 Millionen Menschen mit Behinderung laut dem aktuellen Teilhabebericht der Bundesregierung in Deutschland, dieses sind mehr als 15 Prozent der Bevölkerung.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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