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Coronaprämie: "Es braucht einen anderen Wumms."

Bildbeschreibung: Eine Frau mit einer Mundmaske die blaue Latexhandschuhe trägt.
Foto: © Ben Kerckx

Vollzeitbeschäftigte in der Altenpflege in Niedersachsen bekommen demnächst einen Bonus über 1500 Euro. Das Land Niedersachsen stockt dabei die vom Bund zugesagte Coronaprämie von 1.000 Euro um 500 Euro auf. Nicht alle Pflegenden haben Anspruch auf die Zahlung. Beschäftigte in Krankenhäusern und Rehakliniken gehen komplett leer aus. Die Pflegekammer Niedersachsen hat schon mehrfach diese Ungerechtigkeit der Bundesgesetzgebung kritisiert.

Die Pflegekammer Niedersachsen begrüßt die Ankündigung der Niedersächsischen Landesregierung, den vom Bund zugesagten Bonus in Höhe von 1.000 Euro für Beschäftigte in Pflegeheimen, Servicegesellschaften und ambulanten Pflegediensten auf 1.500 Euro aufzustocken. „Das ist ein längst überfälliges Zeichen der Anerkennung für die Leistungen, die Beschäftigte jeden Tag erbringen“, sagt Nadya Klarmann, Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen am Mittwoch in Hannover. Die Pflegekammer hatte in den vergangenen Monaten immer wieder, unter anderem in der Sitzung des Gesundheitsausschusses Ende April gefordert, dass alle Pflegenden eine besondere finanzielle Anerkennung für die zusätzlichen Belastungen während der Coronapandemie erhalten sollen.

„Dass nun die Beschäftigten in Krankenhäusern und Rehakliniken gar nichts bekommen sollen, ist nicht zu verstehen und unseren Mitgliedern nicht plausibel zu vermitteln“, kritisiert Klarmann. So haben auch Beschäftigte in Einrichtungen der Behindertenhilfe keinen Anspruch auf die Coronaprämie, obwohl sie genauso von den Einschränkungen der Coronapandemie wie Besuchs- und Betretungsverboten oder dem Ansteckungsrisiko aufgrund mangelnder Schutzausrüstung betroffen waren. Mit der an sich begrüßenswerten Aufstockung vergrößere sich sogar die Schere zwischen denen, die etwas bekommen und denen, die komplett leer ausgehen, moniert die Kammerpräsidentin. „Schade, dass Niedersachsen nicht wie Schleswig-Holstein und Bayern die Chance genutzt hat, die Corona-Prämie auch an weitere Pflegefachpersonen, z. B. in Kliniken, auszuzahlen“, so Klarmann. Die zusätzlichen 500 Euro hätten Pflegenden, die bisher leer ausgehen, zugutekommen können.

Die Pflegekammer Niedersachsen vertritt die Ansicht, dass langfristig unausweichlich höhere Löhne für Pflegefachpersonen gezahlt werden müssen. „Eine einmalige Prämie ist das eine, aber langfristig braucht es einen Wumms bei den Gehältern in der Pflegebranche. 4.000 Euro monatlich als Einstiegsgehalt müssen es mindestens sein, sonst wird das nichts mit der Nachwuchsgewinnung“, erneuert Klarmann ihre Forderung der Pflegekammer nach höheren Gehältern. Voraussetzung dafür sind flächendeckende Tarifverträge, die von den Tarifpartnern ausgehandelt werden müssen.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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