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Die Corona-Krise wird die Ungleichheiten verschärfen

Bildbeschreibung: Ein alter Mann auf einer Bank der eine Mundmaske und Handschuhe trägt.
Foto: © Silviu Costin Iancu

Die Corona-Pandemie verschärft aktuell die berufliche Ungleichheit zwischen berufstätigen Frauen und Männern, so auch das Ergebnis einer jüngst veröffentlichten Online-Befragung im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung. In Haushalten mit mindestens einem Kind unter 14 Jahren haben 27 Prozent der Frauen, aber nur 16 Prozent der Männer ihre Arbeitszeit reduziert, um die Kinderbetreuung zu gewährleisten.

Bei Haushalten mit geringem oder mittlerem Einkommen fällt die Diskrepanz noch größer aus. Danach lastet die Corona-bedingte zusätzliche Betreuungs- und Erziehungsarbeit mehrheitlich auf den Frauen, auch reduzieren berufstätige Frauen weitaus häufiger als Männer ihre Arbeitszeit oder arbeiten spät abends oder früh morgens. Das befördert die bereits bestehende frauen- und gleichstellungspolitische Schieflage und schadet erheblich der Gesundheit von Frauen.

„Die Coronapandemie verschärft Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten. Wer sozial und finanziell schlechter gestellt ist, wird jetzt noch stärker abgehängt. Um die Menschen aufzufangen, ist daher ein breites gut ausgebautes Netz der sozialen Daseins-vorsorge wichtiger denn je.“ sagte Björn Wortmann, DGB-Kreisverbandsvorsitzender Aschaffenburg-Miltenberg Mitte Juni auf „meine-news.de“.

Anja Piel vom DGB-Bundesvorstandsmitglied sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd): „Die Krise trifft nicht alle gleichermaßen, sondern einige von uns härter.“ Auch würden die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern wieder zunehmen.

Besonders Familien fordere die Corona-Krise: „Sie müssen gerade Job, Kinderbetreuung, verringerte Einkommen und womöglich auch die Pflege Angehöriger parallel stemmen“, sagte Piel gegenüber dem epd. Dabei würde die unbezahlte Sorgearbeit in Familien oft Frauen und Alleinerziehende treffen, die dann beruflich zurückstecken müssten, sowie Selbständige, die um ihre Existenz kämpfen

"Auch die Selbstständigen kämpfen hart um ihre Existenz. Ihnen brechen zum Teil komplett die Einnahmen weg."

Zudem sein die staatlichen Hilfen in der Corona-Krise befristet, wies Piel hin. "Das Konjunkturpaket ist zwar richtig, aber es wird dauern, bis es seine Wirkung entfaltet." Deshalb müssten die Hilfen verlängert werden, wenn die Krise länger andauert - "wovon wir im Moment ausgehen müssen". So bräuchten die Menschen die Sicherheit, dass sie nicht ohne Hilfen bleiben und nicht in Not geraten.

Piel ermutigt die Menschen aus dem Niedriglohnbereich, Hartz-IV-Aufstockung zu beantragen, wenn das Einkommen nicht ausreiche. Piel sagte gegenüber dem epd: „Niemand sollte sich jetzt aus Scham oder Stolz verschulden. Jede und jeder von uns hat einen berechtigten Anspruch auf eine Wohnung, Krankenversicherung und genug zum Leben."

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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