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Aus- und Weiterbildung in Sozial- und Pflegeberufen muss endlich attraktiver werden

Bildbeschreibung: Mehrere Studenten.
Foto: © Naassom Azevedo

Aus- und Weiterbildung in Sozial- und Pflegeberufen muss endlich attraktiver werden. IB fordert die Umsetzung der entsprechenden Vereinbarungen im Koalitionsvertrag der Bundesregierung.

Der IB unterstützt die jüngst gegründete "Allianz für Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen". Initiatoren sind der Verband Deutscher Privatschulverbände, der Physiotherapieverband sowie der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband.

Im Koalitionsvertrag aus dem Jahr 2018 hatten sich die Regierungsparteien auf das Ziel verständigt, "die Aus- und Weiterbildung in Sozial- und Pflegeberufen attraktiver zu machen und mehr junge Menschen für dieses Berufsbild zu gewinnen, um Fachkräfte zu sichern. Deshalb werden wir auch hier finanzielle Ausbildungshürden abbauen und Ausbildungsvergütungen anstreben."

Neben der Modernisierung der Berufsgesetze stehen hier die Themen Schulgeldfreiheit und Ausbildungsvergütung sowie die Finanzierung der Ausbildung im Fokus.

Diesen Prozess will die Allianz konstruktiv begleiten. Sie fordert eine Neuordnung der Ausbildungsfinanzierung, die Wahrung der organisatorischen Eigenständigkeit der Schulen für Gesundheitsfachberufe in freier Trägerschaft, eine Schulgeldfreiheit für die Studierenden dieser Schulen und die Sicherstellung einer Ausbildungsvergütung.

"Schon heute beklagen unter anderem viele Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen den eklatanten Fachkräftemangel", so die IB-Präsidentin Petra Merkel. "Wir fordern die Koalitionsparteien auf, ihre eigenen Pläne in die Tat umzusetzen und jetzt endlich Fakten zu schaffen. Die Corona-Krise hat gezeigt, wie sehr wir beispielsweise in einer Pandemie auf ein funktionierendes Gesundheitssystem angewiesen sind. Jetzt kann die Politik wesentliche Rahmenbedingungen schaffen, um nicht für die nächste Krise gewappnet zu sein, sondern sofort spürbare Verbesserungen im Pflegebereich zu bewirken", so Merkel.

Verschiedene Studien unter anderem der OECD und des Zentrums für Qualität in der Pflege haben ergeben, dass junge Menschen nach wie vor ihre berufliche Zukunft in Gesundheitsberufen sehen würden - wenn sie nur attraktiver wären. "Es geht also nicht darum, dass junge Menschen sich nicht für Pflegeberufe interessieren würden", so Petra Merkel, "sondern darum, dass die bekannten Hemmnisse abgebaut werden, diesen Berufswunsch auch in die Realität umzusetzen." Hier sei jetzt die Politik gefragt, so Merkel abschließend, die bereits im Koalitionsvertrag angedeuteten Lösungen auch endlich umzusetzen.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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Pflegebonus: Finanzielle Wertschätzung für Pflegende in der Altenhilfe

Bildbeschreibung: Eine Frau mit einer Mundmaske.
Foto: © H Shaw

Die AOK Rheinland/Hamburg hat den im Mai beschlossenen Pflegebonus für die Beschäftigten in der Altenhilfe an die Pflegeeinrichtungen, die unmittelbar von ihr betreut werden, ausgezahlt. Die Einrichtungen überweisen den Bonus anschließend mit der nächsten Gehaltszahlung an die Beschäftigten. Voraussetzung dafür ist, dass die Beschäftigten seit mindestens drei Monaten in der Einrichtung arbeiten. Wer diese Zeit noch nicht nachweisen kann, erhält die Prämie zum Jahresende, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Der Bonus ist steuer- und sozialversicherungsfrei.

Für Vollzeitkräfte aus stationären Pflegeeinrichtungen oder von ambulanten Pflegediensten liegt der Pflegebonus bei 1.500 Euro. Teilzeitkräften wird die Prämie anteilig und abhängig von ihrer Wochenarbeitszeit ausgezahlt. Auch Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen oder Servicegesellschaften, die in der Altenhilfe arbeiten, erhalten die Sonderprämie.

Die AOK Rheinland/Hamburg zahlt den Bonus als Pflegekasse aus Mitteln der Pflegeversicherung, es sind 1.000 Euro pro Vollzeitbeschäftigtem. Mit jeweils 500 Euro stocken die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Hamburg den Betrag auf. Insgesamt hat allein die AOK Rheinland/Hamburg den Pflegeeinrichtungen im Rheinland rund 50,2 Millionen Euro für rund 42.000 Beschäftigte überwiesen, den Einrichtungen in Hamburg rund 8,6 Millionen Euro für etwa 7.500 Beschäftigte.

Der Bonus war im Mai von der Bundesregierung mit dem zweiten Bevölkerungsschutzgesetz beschlossen worden. Mit der Prämie werden die besonderen Leistungen der Mitarbeiter in stationären Pflegeeinrichtungen und in ambulanten Pflegediensten in der Corona-Zeit anerkannt.

Autor: AOK Bundesverband / © EU-Schwerbehinderung



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Bund, Länder und Arbeitgeber streiten weiter über einen steuerfreien Bonus

Bildbeschreibung: Eine Frau mit einer Mundmaske.
Foto: © Rusty Watson

Der Pflege-Bonus für die Pflegekräfte sorgt für immer mehr Diskussionen in der Corona-Krise. Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat in seiner Rede im Bundestag zum zweiten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite am 7 Mai gesagt:

"Der Einsatz vieler Millionen, die im Gesundheitswesen jeden Tag tätig sind, hat uns bis hierhin gut durch diese Krise getragen. Sie haben unter erschwerten Bedingungen gepflegt, geheilt, behandelt. Das gilt besonders auch in der Altenpflege: ambulant und stationär. Dort kam es aufgrund von Stress zu sehr schwierigen, auch persönlich schwierigen Situationen. Es gab die Besuchsverbote, die vor allem zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner notwendig waren und jetzt zum Teil gelockert werden. Diese Verbote sind aber auch hart, wenn es nicht möglich ist, den eigenen Partner, die Partnerin, die Verwandten, die Familie, die Freunde zu sehen und zu besuchen. Dadurch entstehen auch emotional schwierige Situationen, die über die generellen Herausforderungen, in der Pflege zu arbeiten, hinausgehen."

"Deswegen ist mir wichtig, dass wir mit diesem Gesetz auch über eine Prämie in der Altenpflege für diejenigen, die ambulant und stationär in Pflegeeinrichtungen tätig sind - beispielsweise Pflegefachkräfte -, von 1 000 Euro entscheiden, finanziert von den Pflegekassen. Einige Bundesländer haben schon gesagt und beschlossen, dass sie das auf die maximal möglichen 1 500 Euro aufstocken. Diese Prämie ist in diesem Jahr steuer- und abgabenfrei. Der Applaus ist wichtig, die Anerkennung ist wichtig, aber auch die finanzielle Anerkennung ist wichtig, und die stellen wir mit diesem Gesetz sicher." (wir berichteten)

Jedoch streiten der Bund, die Länder und Arbeitgeber weiter über einen steuerfreien Bonus für die Pflegekräfte. Bernd Riexinger, Vorsitzender der Partei DIE LINKE teilt dazu mit:

"Die Pflege befindet sich im Ausnahmezustand, und das nicht erst seit Corona. In diesen Tagen fragen sich viele, wann wir wieder zur Normalität zurück kehren können. Doch für die Pflegekräfte in diesem Land kann es kein Zurück zu Überbelastung und Unterbezahlung geben.

Die Beschäftigten in der Pflege lassen sich nicht für dumm verkaufen. Jens Spahn handelt scheinheilig. In der Hochzeit der Corona-Krise hat er sich als Pflegekraft-Versteher in Szene setzen lassen. Auf die Krise folgte der Applaus und auf den Applaus ein unwürdiger Streit über den Pflegebonus. Jens Spahn will Pflegekräften im Krankenhaus keinen Cent als Wertschätzung für deren Arbeit zahlen, stattdessen spielt er Beschäftigte in der Altenpflege gegen ihre Kollegen in der Krankenpflege aus. Gute Pflege braucht jeder. Einen Gesundheitsminister, der auf dem Rücken von Pflegebedürftigen, Kranken und den Pflegekräften seine politische Karriere plant, braucht niemand. Jens Spahn muss liefern: Respekt für Pflegende und Pflegebedürftige heißt, mehr Personal, angemessene Entlohnung und keine weiteren Krankenhausschließungen.

Statt der Zwei-Klassen-Medizin brauchen wir eine solidarische Gesundheitsversicherung, in die alle entsprechend ihrem Einkommen einzahlen. Die Beiträge sinken für alle, die weniger als 6300 Euro Einkommen haben. Gute Arbeit in der Altenpflege darf nicht auf Kosten von Patientinnen und Patienten, Gepflegten und ihren Angehörigen gehen. Die Pflegeversicherung muss in eine solidarische Vollversicherung umgebaut werden. Die Eigenanteile entfallen, das heißt niemand muss mehr etwas zusätzlich für die Pflege bezahlen."

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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Der VdK fordert einen bundeseinheitlichen Tarifvertrag für die Pflege

Bildbeschreibung: Eine Frau mit einer Mundmaske.
Foto: © Ben Kerckx

Einen Bundeseinheitlichen Tarifvertrag fordert der Sozialverband VdK, damit der Pflegeberuf mehr an Attraktivität gewinnt. Verena Bentele, die VdK-Präsidentin sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung" heute am Dienstag den 14 Juli 2020: "Als einmalige Anerkennung nehmen die Angestellten den Pflegebonus sicher gerne mit, aber übrig bleibt hinterher das alte Problem: ein jahrzehntelanger Reformstau."

Eine Prämie in Höhe von 1.500 Euro erhalten Beschäftigte in Vollzeit, die hauptsächlich in der pflegerischen Betreuung tätig sind, also etwa Pflegefach- und Pflegehilfskräfte, Alltagsbegleiter/innen sowie Beschäftigte in der hauswirtschaftlichen Versorgung. Eine Prämie in Höhe von 1.000 Euro erhalten Kräfte, die mindestens ein Viertel ihrer Arbeitszeit mit Pflegebedürftigen verbringen, das können in dieser Krise zum Beispiel auch Küchenkräfte, Reinigungskräfte oder beschäftige der Gartenpflege sein. Eine Prämie in Höhe von 500 Euro erhalten alle sonstigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Pflegeeinrichtungen. Teilzeitbeschäftigte erhalten die Prämie anteilig. Pflege-Auszubildende erhalten eine Prämie von 900 Euro.

Bentele erklärte nötig seien ein höheres Gehalt, bessere und verlässliche Arbeitszeiten und mehr Verantwortung. So ändere der Pflegebonus nichts an der systematischen Benachteiligung der sozialen Berufe.

In der Pflege zu arbeiten kann sich knapp ein Viertel der Jugendliche vorstellen. Dabei werden Verdienst und Laufbahn aber als wenig attraktiv angesehen. Dieses geht aus einer repräsentativen Befragung von Jugendlichen hervor, die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) vorgestellt hat.

Laut der repräsentativen Umfrage des Sinus-Instituts für Markt- und Sozialforschung unter Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren halten rund 80 Prozent das Gehalt in sozialen Berufen für zu gering. Von der Hälfte der Befragten werden die Aufstiegsmöglichkeiten als schlecht eingeschätzt. Nur vier Prozent der Befragten, haben den Pflegeberuf tatsächlich ins Auge gefasst, so überwiegend junge Frauen. (wir berichteten)

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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Huml verstärkt Investitionen in Telemedizin

Bildbeschreibung: Ein Laptop jemand streckt sein Arm heraus auf dem er ein Herz hält.
Foto: © Gerd Altmann

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml verstärkt vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie die Investitionen in die Entwicklung telemedizinischer Anwendungen. Huml betonte am Montag anlässlich der Verlängerung der Förderung des Projekts "Medizin Digital zur Versorgung auf dem Land (MeDiLand)" der Technischen Hochschule Deggendorf: "Das Projekt MeDiLand erprobt seit 2018 digitale Techniken, um die medizinische und pflegerische Versorgung auf dem Land zu verbessern. Angesichts der Corona-Pandemie bietet das Forschungsprojekt jetzt weitere enorme Vorteile: Die Videosprechstunde ermöglicht den direkten Kontakt zwischen Arzt und Patient unter Beachtung der aktuellen Abstands- und Hygienemaßnahmen. Wir investieren zusätzlich rund 60.000 Euro in dieses Forschungsvorhaben."

Die Ministerin erläuterte: "Gerade ältere Patienten oder Patienten mit Vorerkrankungen lassen sich möglicherweise durch das Infektionsrisiko von einem Besuch in der Praxis abschrecken. Dabei sind gerade sie auf eine enge hausärztliche Versorgung angewiesen. Mit Hilfe einer audiovisuellen Sprechstunde können diese Patienten weiterhin medizinisch betreut werden."

Huml unterstrich: "Im Rahmen des Projekts MeDiLand zeigt sich bereits, dass Ärzte, Pflegekräfte und Kliniken aktuell vermehrt auf digitale Lösungen wie etwa Videosprechstunden setzen. Die Erfahrungen, die Nutzer dabei sammeln, sollen untersucht und für die Weiterentwicklung der Telemedizin auch nach der Corona-Pandemie genutzt werden."

Das niederbayerische Projekt MeDiLand ist Teil der Reihe "Digitales Dorf Bayern". Die Projektreihe umfasst digitale Initiativen von und mit Bürgern vor Ort. Ziel ist es, die Chancen der Digitalisierung im ländlichen Raum erlebbar zu machen und bestmöglich zu nutzen. Das bayerische Gesundheits- und Pflegeministerium fördert MeDiLand insgesamt mit rund 393.000 Euro.

Die Ministerin fügte hinzu: "Herzstück von MeDiLand ist ein digitales Netzwerk, das zwei Arztpraxen, Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis, das Pflegewohnheim Rosenium in Spiegelau und das Klinikum Grafenau verbindet. Über das digitale Netzwerk können Ärzte und Pflegende audiovisuell kommunizieren und Vitaldaten von Patienten und Pflegeheimbewohnern in Echtzeit übertragen. Ziel der Verlängerung des Projekts ist es zu erfahren, welchen Beitrag die Telemedizin in Zeiten einer Pandemie leisten kann."

Huml ergänzte: "Darüber hinaus ist im Rahmen von MeDiLand ein weiteres digitales Beratungsangebot des Klinikums Zwiesel zum Thema Ausbruchs- und Hygienemanagement geplant, das Hausärzte und Pflegeeinrichtungen nutzen können. Das Forschungsprojekt soll außerdem untersuchen, wie sich im Zuge der Corona-Pandemie die Akzeptanz und Nutzung von Telemedizin durch Patienten und medizinische Fachkräfte verändert."

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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Täglich Besuche in Pflege- und Behindertenheime wieder erlaubt

Bildbeschreibung: Ein ältere Mann mit Mundmaske.
Foto: © Mircea Iancu

In Mecklenburg-Vorpommern sind ab heute den 13 Juli wieder tägliche Besuche in Pflegeheimen und Behinderten-Einrichtungen erlaubt. Die Bewohner der Einrichtungen dürfen wieder täglich mehrere Stunden Besucher empfangen, laut den neuen Landesverordnungen. Die Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) teilt mit:

„Mit unserer neuen Landesverordnung hält ein Paradigmenwechsel im Bereich der Pflege- und Behinderteneinrichtungen Einzug. Aus Besuchsverboten mit Ausnahmen werden Öffnungen unter Auflagen.“

In den Altenpflegeeinrichtungen hat die Einrichtungsleitung Öffnungszeiten für Besuche in einem Umfang von mindestens vier Stunden am Tag, über die Woche angemessen verteilt auf die Vormittags-, Nachmittags- und Abendstunden, einzurichten. Dabei sollen sowohl die Gebäude als auch die Freiflächen der Einrichtung genutzt werden.

„Die anhaltend geringen Infektionszahlen in Mecklenburg-Vorpommern ermöglichen nun auch im Pflege- und Sozialbereich endlich weitgehende Lockerungen“, betont Drese. „Die bisherigen gravierenden Einschränkungen waren mit schmerzlichen Entbehrungen verbunden. Ich freue mich deshalb sehr für die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflege- und Betreuungseinrichtungen und ihre Familien, dass die Einrichtungen ab dem 13. Juli für mehrere Stunden am Tag öffnen“, so Drese. Auch in den Tagespflegen sowie Werk- und Tagesstätten für Menschen mit Behinderung kehre damit ein Stück Normalität zurück.

Die neue Corona-Verordnung im Bereich Pflege und Soziales sieht vor, dass der Besuch und das Betreten von Einrichtungen, Angeboten und Diensten in der Pflege und Eingliederungshilfe (Menschen mit Behinderung) grundsätzlich auch für Personen, für die die Einrichtung nicht der Wohn- oder Arbeitsort ist, erlaubt ist.

Drese: „Jede Bewohnerin und jeder Bewohner hat die Möglichkeit, regelmäßig Besuch zu empfangen.“

Voraussetzung ist, dass in der Einrichtung kein aktives Corona-Virus SARS-CoV-2-Infektionsgeschehen oder der Verdacht auf ein solches besteht und in der Region kein erhöhtes Infektionsgeschehen zu verzeichnen ist. Darüber hinaus muss jede Einrichtung ein einrichtungsspezifisches Schutzkonzept erstellen beziehungsweise anpassen und eine Tagesanwesenheitsliste führen. Für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal wird täglich eine Symptomkontrolle durchgeführt und das Ergebnis dokumentiert. Bei Coronaverdacht erfolgt unverzüglich eine Testung durch direkten Erregernachweis (PCR).

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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Pflegebeauftragter fordert Arbeitgeber zur Beteiligung an Coronaprämie auf

Bildbeschreibung: Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Andreas Westerfellhaus.
Foto: © Pflegebevollmächtigter, Fotograf Holger Gross

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, fordert die Arbeitgeber auf sich an den Corona-Bonus für die Pflegekräfte mit zu beteiligen. Einige Arbeitgeber hatten sofort abgewunken, dies sei ein „Armutszeugnis“ sagte Westerfellhaus dem „Spiegel“ laut einem Bericht am Freitag.

Eine Prämie in Höhe von 1.500 Euro erhalten Beschäftigte in Vollzeit, die hauptsächlich in der pflegerischen Betreuung tätig sind, also etwa Pflegefach- und Pflegehilfskräfte, Alltagsbegleiter/innen sowie Beschäftigte in der hauswirtschaftlichen Versorgung. Eine Prämie in Höhe von 1.000 Euro erhalten Kräfte, die mindestens ein Viertel ihrer Arbeitszeit mit Pflegebedürftigen verbringen, das können in dieser Krise zum Beispiel auch Küchenkräfte, Reinigungskräfte oder beschäftige der Gartenpflege sein. Eine Prämie in Höhe von 500 Euro erhalten alle sonstigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Pflegeeinrichtungen. Teilzeitbeschäftigte erhalten die Prämie anteilig. Pflege-Auszubildende erhalten eine Prämie von 900 Euro.

Eine Klare Absage hat die Bundesregierung den Pflegekräften, die in den Krankenhäusern arbeiten für den Bonus erteilt. (wir berichteten)

Der Pflegebeauftrage fordert das die Kliniken, auch Krankenpflegern eine Prämie zahlen. So räumt Westerfellhaus ein, dass es bei der Auszahlung des Corona-Bonus zu Irritationen komme. Die Bundesländer hätten unterschiedliche Fristen für den Antrag und die Auszahlungstermine vorgesehen. „Das sorgt für Verwirrung und Unmut, auch wenn der Bonus fließen wird", sagte er gegenüber dem "Spiegel".

Der Pflegebonus wird per Gesetz nur an Altenpflegekräfte gezahlt, jedoch nicht an Krankenpfleger. Die Kliniken fordert Westerfellhaus auf, den Krankenpflegern eine Prämie zu zugestehen. „Viele Krankenhäuser wären finanziell durchaus in der Lage, ihren Beschäftigten selbst einen Bonus zu zahlen. Seit Januar würden ihre Ausgaben für höhere Löhne komplett von den Krankenkassen refinanziert, „dies wäre sicher auch für Prämien möglich“.

Westerfellhaus äußert sich zur Wirkung der Prämie zurückhaltend. „Die Prämie ist eine gut gemeinte Anerkennung. Doch sie löst auf Dauer keines der Probleme der Pflege“, sagt der Pflegebeauftragte. So brauche es vielmehr verlässliche Vorgaben für die Personalausstattung und einen vernünftigen Flächentarifvertrag, der für attraktive Arbeitsbedingungen und höhere Löhne sorge.

Der Pflegebeauftragte forderte in einem Zwischenfazit zur Corona-Krise flächendeckend faire Löhne: „Pflegekräfte brauchen nicht nur Applaus oder einmalige Pflegeboni, sondern vor allem eine flächendeckend attraktive Entlohnung mindestens auf Tarifniveau und optimale und familienfreundliche Arbeitsbedingungen. Es ist beschämend, dass so viele Arbeitgeber in der Langzeitpflege und in den Kliniken sich da einfach nicht bewegen wollen. Die Sozialpartner müssen sich endlich auf einen Tarifvertrag einigen, welcher auf die gesamte Langzeitpflegebranche erstreckt werden kann. In diesem Tarifvertrag sollten neben attraktiven Löhnen insbesondere zeitgemäße Arbeitszeitmodelle vorgesehen werden. Daneben muss endlich die Refinanzierung von Tariflöhnen Realität werden, so dass gerade auch ambulante Pflegedienste gegenüber Kostenträgern nicht mehr als Bittsteller auftreten müssen.“

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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Altenpflege: Schutzmaterial-Reserve erhöht Sicherheit für Pflegende und Pflegebedürftige

Bildbeschreibung: Mehrere Schutzmasken.
Foto: © Jeyaratnam Caniceus

Mit Atemschutzmasken im Wert von 10 Millionen Euro, die den Akteuren des Gesundheitswesens aus dem Vorrat des Landes kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, erhöht das Land Baden-Württemberg den Schutz für Pflegeheime, Tagespflegen und Pflegedienste. Das Staatsministerium hatte entsprechende Pläne jetzt nach einer Sitzung der Lenkungsgruppe "SARS-CoV-2" angekündigt.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) lobt die Verteilaktion des Landes: "Pflegende und die von ihnen versorgten Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass im Alltag und vor allem in einem Infektionsfall sofort genügend Schutzausrüstung zur Verfügung steht. Die nun durch das Land angekündigten zusätzlichen Materialien sind eine große Hilfe im Pflegealltag", sagt der baden-württembergische bpa-Landesvorsitzende Rainer Wiesner. "In der Anfangszeit der Pandemie musste der bpa für seine Mitgliedsunternehmen selbst in aller Welt Schutzmaterialien einkaufen. Dass die Landesregierung inzwischen für eine solide Ausstattung sorgt, ist für die Einrichtungen sehr beruhigend."

Um zukünftige Beschaffungsengpässe zu verhindern, hatte der bpa die Bevorratung von Schutzmaterialien in allen Pflege- und Eingliederungshilfeeinrichtungen angeregt. "Wir haben dem Sozialministerium vorgeschlagen, dort dezentral den Aufbau von Reserven der wichtigsten Schutzmaterialien zu ermöglichen und zu finanzieren und freuen uns, dass die Landesregierung diesem Vorschlag nun gefolgt ist. Im Ernstfall können sich Einrichtungen dann sofort aus diesen Beständen bedienen und die Reserven dann wieder auffüllen", so Wiesner. Das könne auch Vorbild für andere Bundesländer sein.

Ein Mangel an Schutzmaterialien und drastische Preisanstiege bei plötzlichem Bedarf könnten so verhindert werden, erklärt der bpa-Landesvorsitzende.

Autor: bpa / © EU-Schwerbehinderung



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Belastende Pflegesituation - Pflegende Angehörige unter Stress

Bildbeschreibung: Ein Mann der sich an den Kopf fässt.
Foto: © Lars Eriksson

Stress ist ein Risikofaktor für die menschliche Gesundheit und häufig ursächlich oder mitverantwortlich für eine Vielzahl von Erkrankungen. Die auslösenden Stressfaktoren, sogenannte ‚Stressoren‘, können einerseits zwar positive Auswirkungen haben, z.B., wenn sie kurzfristig durch die Aktivierung von Schlüsselreizen in Gefahrensituationen das menschliche Überleben sichern; als langanhaltender, chronischer Reiz verursachen sie andererseits pathophysiologische Auswirkungen, kurzum, sie beinträchtigen erheblich die körperliche und geistige Unversehrtheit jedes Einzelnen. Deswegen sollten pflegende Angehörige Präventivmaßnahmen zu Ihrer Entlastung treffen.

Ist ein Mensch einer belastenden Situation ausgesetzt, wie z.B. einer Pflegesituation, produziert der Körper vermehrt Stresshormone. Diese ‚Alarmreaktionen‘ dienen der Gefahrenabwehr. Herzrhythmus, Atmung und Kreislauf erhöhen sich und die körperliche Energie wird bis zur Klärung des herannahenden Geschehens gebündelt. Die daraus resultierende ‚Widerstandsphase‘ zur Problemlösung bedingt zwei konträre Möglichkeiten. Wird die Situation erfolgreich bewältigt, beruhigt sich der Körper und regeneriert. Kann sie nicht gelöst werden, folgt die ‚Phase der Erschöpfung‘. Das Körpersystem bleibt im Daueralarm, ist aber geschwächt und dadurch anfällig.

Subjektive Stresserfahrungen sollten nicht unterschätzt werden

Klinisch kann Stress qualifiziert und quantifiziert betrachtet werden. Es gibt positiven und negativen Stress, er kann demnach anspornen oder überfordern. Stress kann sehr heftig sein, beispielsweise im Trauerfall, oder weniger intensiv, in einem kurzfristigen, hektischen Moment während der Arbeit. Stress hat also eine zeitliche Komponente, er kann einmalig oder anhaltend sein, akut oder chronisch auftreten. Außerdem wird Stress unterschiedlich wahrgenommen, als Individuum in einer konkreten Situation, beispielsweise der Pflegesituation, oder im Kollektiv, z.B. bei einem traumatischen Gruppenerlebnis in der Flugzeugkabine.

Menschen können in solchen Momenten objektiv gleiche Belastungen erfahren, die Stresssituation aber subjektiv völlig anders empfinden und bewerten. Je nach Veranlagung, der momentanen Stimmung oder auch aufgrund der individuellen Lebenserfahrung verarbeiten Menschen Stressoren unterschiedlich. Auch die daraus resultierenden Reaktionen fallen abweichend aus, zeigen sich auf kognitiver oder emotionaler Ebene, betreffen das vegetative oder hormonelle System und wirken sich auf die muskulären Fähigkeiten und das körperliche Verhalten aus. Die subjektive Stresserfahrung und deren mögliche Symptome sollten von pflegenden Angehörigen auf jeden Fall ernst genommen werden und es wäre fahrlässig, Rückschlüsse aus dem Vergleich und Verhalten mit anderen Menschen auf sich selbst zu ziehen.

Präventionsberatungen für pflegende Angehörige nutzen

Lösungen und Hilfsangebote zur Entlastung in stressigen Situationen sind ebenso individuell und vielfältig wie das subjektive Stressempfinden. Allgemein lässt sich festhalten, dass präventive Maßnahmen zur Förderung der eigenen Resilienz, also der psychischen Widerstandskraft, ein geeignetes Mittel sind, mit Stress im Alltag besser umzugehen. Eine positive Betrachtungsweise des alltäglichen Geschehens und eine bejahende Lebenseinstellung helfen vielen Menschen, Kraft und Zuversicht für ihre Aufgaben zu generieren und diese nicht als zu belastend wahrzunehmen. Bestätigung und konstruktive Kommunikation können das Selbstwertgefühl jedes Einzelnen fördern und Menschen in ihrem sinnhaften Handeln bekräftigen. Dazu gehört auch die Stärkung wichtiger sozialer Kontakte, um sich in Stresssituationen nicht alleine gelassen zu fühlen.

Möglicherweise helfen aber auch gezielte Ablenkung und andere Aufgaben außerhalb des Pflegealltags, um sich vom Stressgefühl zu befreien. Eine sportliche Betätigung, ein entspannendes Hobby oder das Treffen mit Freunden kann die benötigte Auszeit verschaffen, um geistig und körperlich zu regenerieren und die eigene Resilienz zu stärken. Sollten pflegende Angehörige permanent Stress verspüren und sich in der Pflegesituation dauerhaft überfordert fühlen, wenden sie sich am besten an eine Vertrauensperson ihrer Wahl und suchen ärztlichen Rat. Auch Pflegeberatung hilft, ihre individuelle Situation zu analysieren und findet mit den pflegenden Angehörigen gemeinsam im Rahmen einer Präventionsberatung Lösungen zur Bewältigung der Überlastungssituation.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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Bundesregierung erteilt Absage für Pflegebonus

Beschreibung: Pflegerin, die einer Patientin ein Namensarmband um das Handgelenk macht
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Im Rahmen der Corona-Krise wurde seitens der Bundesregierung ein Pflegebonus beschlossen. Bereits auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) ist zu lesen, für wen der Pflegebonus gedacht ist. Das BMG schreibt auf seiner Webseite: "Alle Beschäftigten in der Altenpflege, die im relevanten Zeitraum und Umfang im Jahr 2020 hauptsächlich in der direkten Pflege und Betreuung arbeiten, können den Betrag von bis zu 1.500 Euro erhalten. Die Beschäftigten in Berlin, Niedersachsen und Thüringen erhalten bislang bis zu 1.000 Euro. Das betrifft insbesondere Pflegefach- und Pflegehilfskräfte, Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter, Betreuungskräfte, Assistenzkräfte und Präsenzkräfte, Beschäftigte in der hauswirtschaftlichen Versorgung und verantwortliche Pflegefachkräfte. Auch Leiharbeiter und Mitarbeiter in Servicegesellschaften erhalten die Prämie nach den gleichen Regeln."

Der Bonus soll auch für Auszubildende gelten. "Auszubildenden, die in Pflegeeinrichtungen oder der ambulanten Pflege tätig sind, erhalten 900 Euro Bonus. Der Bonus in Berlin, Niedersachsen und Thüringen beträgt bislang – Stand 15. Juni 2020 – 600 Euro.", heißt es weiter auf der Webseite des BMG.

Für große Enttäuschung sorgte diese Regelung, bei den Pflegekräften, die in den Krankenhäusern arbeiten und teilweise in der Hochphase der Pandemie, an die Grenzen der Belastbarkeit gegangen sind. Ein Umdenken in der Bundesregierung scheint es nicht zu geben, denn die Bundesregierung hat sich klar zu der Frage geäußert: "Gibt es beim Thema Pflegebonus einen neuen Stand, also eventuell doch Pläne, den Bonus auf Krankenhauspersonal auszuweiten?"

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Die Bundesregierung verneinte dieses, wie aus der Antwort der Bundesregierung deutlich wird: "Nein. Wir haben uns schon mehrfach zu diesem Thema geäußert. Beim Pflegebonus ging es darum, Pflegekräften in der Altenpflege eine Prämie auszuzahlen. Hintergrund des Ganzen ist, dass Pflegekräfte gerade in der Altenpflege hohen Belastungen im Zuge der Coronapandemie ausgesetzt waren und dass dort auch die Löhne vergleichsweise niedrig ausfallen. Daher haben wir für Pflegekräfte einen solchen Pflegebonus ermöglicht. In der Krankenpflege gestaltet sich das anders. Dadurch, dass wir dort die Entlohnung der Pflegekräfte, die Pflegefinanzierung, aus den Fallpauschalen herausgenommen haben und sämtliche Vereinbarungen, die die Tarifpartner dort in Eigenregie treffen, refinanzieren, ergibt sich dort bereits die Möglichkeit, solche Boni zu vereinbaren."

Es sind somit die Tarifpartner, die einen solchen Bonus zu vereinbaren haben. ver.di teilte dazu bereits am 6. April mit: "ver.di und die Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) haben sich auf Eckpunkte eines Tarifvertrages für eine Sonderprämie aufgrund der besonderen Belastung der Beschäftigten in der stationären Langzeitpflege und der ambulanten Pflege in der Corona-Krise geeinigt. Beschäftigte in Vollzeit erhalten danach mit dem Juli-Gehalt eine Sonderprämie von 1.500 Euro, Teilzeitbeschäftigte eine Prämie entsprechend ihren tatsächlich geleisteten Stunden. Die Prämie soll an Pflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte und Pflegeleitungen gezahlt werden. Auch Alltagsbegleiterinnen und -begleiter, Betreuungskräfte und Assistenzkräfte sind einbezogen. Hierbei haben sich die Tarifvertragsparteien am Geltungsbereich des Pflegemindestlohnes orientiert. Auszubildende in der Pflege sollen eine Prämie von 900 Euro erhalten. "

Trotzdem ist davon auszugehen, dass viele Pflegekräfte in Krankenhäusern keine Bonus erhalten werden, wenn dort keine entsprechende Vereinbarung zwischen den Tarifpartnern vorliegt. Für die Betroffenen sicherlich eine große Enttäuschung.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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Pflegegeld und Arbeitslosigkeit

Bildbeschreibung: Eine Frau die nachdenklich schaut um ihr herum sind lauter weißer Fragezeichen.
Foto: © Sophie Janotta

Die Arbeitslosenquote ist im Juni aufgrund der anhaltenden COVID-19-Pandemie erneut gestiegen. Auch in der Pflegeberatung kommen immer häufiger Fragen zu Arbeitslosigkeit und Pflegegeld zur Sprache. Seitdem die COVID-19-Pandemie Deutschland erreicht hat, ist die Arbeitslosenquote stark angestiegen. Die neusten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass sich dieser Trend auch im Juni weiter fortgesetzt hat. So stieg die Zahl der Arbeitslosen um 40.000 im Vergleich zum Vormonat. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,2%, und damit etwa 1,3 Prozentpunkte höher als im Juni 2019. Auch in den Beratungsgesprächen bei der compass pflegeberatung ist die Brisanz dieses Themas immer deutlicher spürbar.

Julia Hartleb, Pflegeberaterin am Telefon und Teamleiterin bei compass private pflegeberatung, stellt fest: "Bei uns informieren sich derzeit vermehrt pflegende Angehörige, die für ihren Aufwand das Pflegegeld vom Pflegebedürftigen erhalten. Sie wollen wissen, wie es sich mit dem Pflegegeld verhält, wenn sie Arbeitslosengeld beziehen."

Die Sorgen der Ratsuchenden können aber oft schnell gelindert werden. Pflegenden Angehörigen, die Arbeitslosengeld I (ALG I) beziehen, wird das Pflegegeld in diesem Fall nicht als Einkommen angerechnet. Allerdings ist zu beachten, dass man als Empfänger oder Empfängerin von ALG I dem Arbeitsmarkt weiterhin zur Verfügung stehen muss. Das heißt, dass auch neben der Pflege eines Angehörigen weiterhin eine Pflicht zur aktiven Arbeitssuche und Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen besteht. Die Vernachlässigung dieser Themen kann zu Sperrzeiten oder sogar dem gänzlichen Verlust des Anspruchs auf ALG I führen.

Auch Langzeitbeziehern nach dem Sozialgesetzbuch II, die Hartz IV bzw. ALG II erhalten, droht keine Kürzung der Bezüge durch den Erhalt des Pflegegeldes, denn dieses zählt hier ebenfalls nicht als Einkommen. Natürlich müssen aber auch Bezieher des ALG II darauf achten, dem Arbeitsmarkt weiterhin zur Verfügung zu stehen, damit der Leistungsanspruch nicht verfällt.

Diese Regelungen gelten zunächst für den Fall der Pflege einer verwandten Person ersten oder zweiten Grades: Eltern, Kinder, Geschwister, Großeltern, Verschwägerte, Nichten und Neffen sowie Ehepartner und deren Kinder. Aber auch für Menschen, die jemanden Pflegen mit dem sie zwar nicht verwandt sind, mit denen sie aber dennoch in einer engen Verbindung stehen, und sich daher sittlich zur Pflege verpflichtet fühlen, wird das Pflegegeld nicht als Einkommen gewertet. Zusätzlich ist das Pflegegeld in diesen Fällen steuerfrei - sowohl für den Pflegebedürftigen oder die Pflegebedürftige als auch für die Pflegeperson.

Dieses Steuerprivileg gilt allerdings nicht für jene, die mit der pflegebedürftigen Person weder in einem verwandtschaftlichen Verhältnis stehen, noch eine sittliche Pflicht erfüllen. Das weitergeleitete Pflegegeld wird in diesem Fall als Einkommen gewertet.

"Generell ist bei einer Arbeitslosigkeit und gleichzeitiger Pflegetätigkeit immer zu klären, ob eine Arbeitsaufnahme zumutbar ist. Dies hängt wesentlich vom Umfang der Pflegetätigkeit ab. Die Bemessung orientiert sich am vorliegenden Pflegegrad des Pflegebedürftigen", so Julia Hartleb. "In jedem Fall empfiehlt es sich, mit dem Ansprechpartner bei der Bundesagentur für Arbeit zu besprechen, inwieweit Leistungsempfänger dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen müssen."

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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Handlungsempfehlungen für die Öffnung von Pflegeeinrichtungen und Betreuungsangeboten

Bildbeschreibung: Zwei Männer mit Mundmasken.
Foto: © Silviu Costin Iancu

Begleitend zur neuen Corona-Verordnung im Bereich Pflege und Soziales hat das Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommern Handlungsempfehlungen für die Öffnung von Pflegeeinrichtungen und Betreuungsangeboten in der Eingliederungshilfe veröffentlicht.

„Ab dem 13. Juli wird der Besuch und das Betreten der Einrichtungen, Unterkünfte und Angebote grundsätzlich unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese heute in Schwerin.

Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen und Wohnformen für Menschen mit Behinderungen können somit vom kommenden Montag an Besuche in einem Umfang von mindestens vier Stunden am Tag, über die Woche angemessen verteilt auf die Vormittags-, Nachmittags- und Abendstunden empfangen. Auch für teilstationäre Pflegeeinrichtungen, Tagesgruppen, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation gilt ab dem 13. Juli ein Regelbetrieb unter Hygieneauflagen.

Zum Start der neuen Regelungen hat das vom Sozialministerium berufene sachverständige Gremium aus Vertreterinnen und Vertretern des LAGuS, des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, der Krankenhaushygieneforschung, der Verbände der Leistungserbringer, des Medizinischen Dienstes, des Integrationsförderrates sowie des Sozialministeriums die bisherigen Handlungsempfehlungen mit Blick auf aktuelle Entwicklungen überarbeitet und weiterentwickelt.

„Mit den Empfehlungen wollen wir die Einrichtungen und Angebote unterstützen, ein praxisnahes Konzept zu entwickeln“, sagte Drese. Dieses solle einerseits einen angemessenen Schutz der Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeitenden sowie der Angehörigen bieten und gleichzeitig Besuche, soziale Kontakte, Tagesstrukturierung und Leistungserbringung an den dafür vorgesehenen Orten wieder zulassen, so die Ministerin.

Die vorliegenden Handlungsempfehlungen sollen den Einrichtungen und Angeboten auch Handlungsspielräume eröffnen, um einrichtungs- und zielgruppenspezifische Konzepte zu erstellen, die den oben genannten Anforderungen entsprechen. Diese Konzepte sollen so gestaltet sein, dass eine Feinjustierung der im Einzelfall umzusetzenden Maßnahmen vorgenommen werden kann, wenn auf neue Erkenntnisse oder besondere Situationen reagiert werden muss.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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Verweis auf Pflegepersonaluntergrenzen ist absolut unzureichend

Bildbeschreibung: Eine Pflegerin mit Mundmaske.
Foto: © H Shaw

Pflegefachpersonen bilden auch in schleswig-holsteinischen Krankenhäusern die größte Berufsgruppe. Ihr Beitrag zu einem erfolgreichen Behandlungsverlauf ist lange unterschätzt, aber inzwischen durch etliche Studien untermauert worden. Daher fordert der DBfK Nordwest e.V. nicht nur ein echtes Beteiligungs- und Stimmrecht bei der Krankenhausplanung, sondern auch die Verankerung klarer personeller Anforderungen für den Pflegedienst im neuen Krankenhausgesetz des Landes Schleswig-Holstein.

„Als DBfK begrüßen wir ausdrücklich die im Gesetzesentwurf vorgesehene verbindliche Beteiligung einer Pflegefachperson in der Betriebsleitung. Das unterstreicht die maßgebliche Bedeutung der Pflegefachpersonen neben den übrigen für die Patientensicherheit und Versorgungsqualität verantwortlichen Berufsgruppen“, sagt Swantje Seismann-Petersen, stellvertretende Vorsitzende des DBfK Nordwest auch mit Blick auf Gerüchte, künftig auf die Expertise einer Pflegefachperson im Vorstand des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) verzichten zu wollen.

Das neue Landeskrankenhausgesetz biete die beste Gelegenheit, die „Systemrelevanz“ von Pflegefachpersonen zu betonen und vor allem ihre Kompetenzen zur Verbesserung der Sicherheit und Qualität von Krankenhausbehandlungen zu nutzen. Hier gebe es noch erhebliches Verbesserungspotenzial, so der DBfK.

„Dass im Gesetzesentwurf sowohl Pflegefachpersonen als auch Ärztinnen und Ärzte als die maßgeblichen Berufsgruppen in der Gesundheitsversorgung nicht als ‚unmittelbar Beteiligte‘ im Landeskrankenhausausschuss aufgeführt werden, geht an der Realität vorbei“, findet Seismann-Petersen. „Auch hier erleben wir, dass Wirtschaftsinteressen vor Wissen gestellt werden. Denn als unmittelbar beteiligt und damit stimmberechtigt gelten laut aktuellem Gesetzesentwurf nur die Kostenträger und Leistungserbringer. Das geht in erster Linie zulasten der Sicherheit und der Versorgungsqualität von Patientinnen und Patienten.“

Erkenne das Land die Bedeutung von Pflegefachpersonen für eine qualitativ hochwertige, patienten- und bedarfsgerechte Versorgung an, so müsse es zudem weitergehend regulierend eingreifen. „Der Verweis auf die – derzeit ausgesetzten! – Personaluntergrenzen ist absolut unzureichend. Unter der Prämisse, dass eines der zentralen Kriterien der Leistungsfähigkeit eines Krankenhaus eine sowohl nach Anzahl als auch nach Qualifikation ausreichende Personalbesetzung ist, gehört dies in den Krankenhausplan hinein“, so Seismann-Petersen weiter. „Vorgaben zur qualitativen und quantitativen Personalausstattung müssen dringend durch das Land erfolgen. Wenn unsere zentralen Forderungen bei der Gesetzeslegung nicht berücksichtigt werden, vergibt Schleswig-Holstein eine echte Chance: nach allem Applaus und „Systemrelevanz“-Gerede die Berufsgruppe der Pflegefachpersonen endlich angemessen zu berücksichtigen und zu beteiligen.“

Autor: DBfK / © EU-Schwerbehinderung



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Pflege geht uns alle an

Bildbeschreibung: Eine ältere Frau.
Foto: © Mircea Iancu

Anlässlich der Demonstration des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe für bessere Arbeitsbedingungen in den Pflegeberufen in Nürnberg. Erklärt der pflegepolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Andreas Krahl „Pflege geht uns alle an – vor und nach Corona“. Er zeigt sich solidarisch mit den gesammelten Forderungen der Pflegekräfte. „War in den letzten Jahren, sogar Jahrzehnten, der Pflegemangel schon augenscheinlich, so hat uns die Corona-Krise das bisherige Versagen wie unter einem Brennglas gezeigt.“

Pflegende bleiben wegen der schlechten Rahmenbedingungen im Schnitt weniger als acht Jahre im Beruf. In der Ausbildung zeigt sich eine hohe Abbruchquote (2019: jede*r Vierte). Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist durch das starre Dreischichtsystem schlecht möglich. Andreas Krahl: „Der schlechte Lohn ist hier nur die Spitze des Eisbergs.“

Andreas Krahl fordert, die Rahmenbedingungen in der Pflege deutlich zu verbessern. Dazu gehört, die Qualität der Ausbildung durch freigestellte Praxisanleitung verbessern, die Akademisierungsquote zugunsten der Karrierechancen zu steigern, denn „Pflege ist viel mehr als Assistenz“, so Andreas Krahl. Außerdem braucht es ein verbindliches Personalbemessungsinstrument, das die pflegerisch optimale Versorgung regelt und nicht nur eine Untergrenze für bestimmte Stationen festschreibt. „Zudem braucht die Professionelle Pflege – die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen – Selbstbestimmung und Selbstverwaltung“, fordert Andreas Krahl: „Hier kommt die immer noch gültige grüne Kernforderung nach einer Pflegekammer ins Spiel.“

Autor: Bündnis 90/Die Grünen Bayern / © EU-Schwerbehinderung



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Wie Sie Kindern Demenz erklären

Bildbeschreibung: Die Großeltern mit ihren Kindern.
Foto: © Phillip Goldsberry

Die steigende Lebenserwartung und der demografische Wandel führen dazu, dass immer mehr Menschen an Demenz erkranken. Die Krankheit ist zwar nicht direkt sichtbar, man erkennt sie aber häufig an Gedächtnisproblemen und Verhaltensveränderungen. Ursache dafür sind Schäden im Gehirn. Mit der Zeit werden immer mehr Zellen abgebaut, wodurch es Betroffenen zunehmend schwerer fällt, Informationen zu speichern und abzurufen. Solche Veränderungen sind nicht nur für Erwachsene zu erkennen, auch Kinder spüren sie.

Die meisten Erwachsenen wissen, dass es sich dabei um Demenz handelt. Kinder verstehen jedoch oft nicht, weshalb sich ein vertrauter Mensch auf einmal ungewohnt verhält. Die Folgen davon können Unsicherheit und Angst sein. Um das zu verhindern ist es wichtig, Kinder von Anfang an in die neue Situation mit einzubeziehen und ihnen ausreichend zu erklären, was die Krankheit in einem Menschen auslöst. Das ist nicht immer einfach und bringt viel Verantwortung mit sich.

Folgende Tipps können dabei helfen, Kindern die Krankheit näher zu bringen und sie im Umgang mit Demenz zu unterstützen.

Nachfragen, was über die Krankheit bekannt ist

Bevor Eltern oder andere Vertrauenspersonen versuchen Demenz zu erklären, ist es hilfreich nachzufragen, was den Kindern bereits über die Krankheit bekannt ist. Möglicherweise kam das Thema in der Schule oder bei Freunden zur Sprache, sodass der Begriff "Demenz" nicht ganz fremd ist. Das Nachfragen hat den Vorteil, dass Kinder spüren, ihre Sorgen teilen zu dürfen und sich geborgen fühlen.

Demenz bildhaft erklären

Einige Kinder wissen bereits, dass Menschen mit Demenz viel vergessen. Sie verstehen aber nicht, weshalb sich Betroffene an die eigene Kindheit erinnern, aber nicht mehr an das gemeinsame Frühstück. Kleinere Kinder benötigen dafür keine medizinische Erklärung. Für sie reicht es aus, zentrale Merkmale der Krankheit anhand von Bildern und Fantasie symbolisch zu verdeutlichen. Auch gibt es eine Vielzahl an themabezogenen Kinderbüchern, die den jungen Familienmitgliedern helfen, die Krankheit und Betroffene besser zu verstehen.

Mögliche zukünftige Situationen besprechen

Derzeit gib es noch keine Heilung für Demenz. Deshalb ist es wichtig, Kinder darauf vorzubereiten, was bei zukünftigen Begegnungen passieren kann. Im zunehmenden Verlauf der Krankheit erinnern sich viele Betroffene nicht mehr an Namen oder erkennen Familienmitglieder nicht mehr. Auch ist es möglich, dass Betroffene unkontrollierbare Gefühlsausbrüche erleiden und zu Unrecht schimpfen. Wenn Kinder über die Entwicklung der Krankheit Bescheid wissen, können sie die Demenz in einer realen Situation besser erkennen und suchen die Schuld nicht bei sich selbst.

Ängste nehmen

Nicht nur der Umgang mit der Krankheit und die veränderte Familiensituation kann Kindern Angst bereiten, auch die Krankheit an sich. Erwachsene sollten Kindern erklären, dass überwiegend ältere Menschen Demenz bekommen. Kinder sind nur in sehr seltenen Fällen betroffen. Zwar gibt es bisher keine Heilung, dennoch forschen unzählige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran, ein Medikament gegen Demenz zu entwickeln.

Vorbild sein

Kinder lernen weniger durch Worte, sondern vielmehr durch Erfahrungen und Vorbilder. Ein wertschätzender und kompetenter Umgang mit der erkrankten Person stärkt das Mitgefühl und die Hilfsbereitschaft der jungen Menschen. Kinder lernen keine Angst zu haben und sich in die Situation des Betroffenen hineinzuversetzen: Die Person ist zwar krank, aber immer noch derselbe liebenswerte Mensch wie zuvor. Zeigen Kinder dennoch Berührungsängste, dürfen Eltern sie nicht überreden auf die erkrankte Person zu zugehen.

Die Diagnose Demenz ist für viele Familien, Freunde und Bekannte eine emotionale Herausforderung. Die Krankheit verändert einen vertrauten Menschen und entfremdet die bestehende Beziehung. Das merken auch Kinder. Deshalb ist es wichtig, die neue Familiensituation vor allen Beteiligten offen zu thematisieren und sich in schwierigen Situationen professionelle Unterstützung zu holen.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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Mangelernährung im Krankenhaus und Pflegeheimen

Bildbeschreibung: Eine ältere Frau die einen Joghurt isst.
Foto: © Olga Bogdanova

Ernährung und Flüssigkeitsversorgung sind nach Angaben der Bundesregierung Kernaufgaben pflegerischen Handelns und zentraler Bestandteil der Versorgung in stationären Pflegeeinrichtungen. Im Rahmen der Qualitätssicherung werde überprüft, ob Pflegebedürftige bedarfsgerecht ernährt würden und ob eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme gewährleistet sei, heißt es in der Antwort Drucksache: 19/20695 der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage Drucksache: 19/20103 der AfD-Fraktion.

In deutschen Kliniken und Pflegeheimen sind bis zu 30 % der Patienten und bis zu 25 % der Bewohner mangelernährt. Dies ergab die Auswertung der nutritionDay-Daten, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) als Vorveröffentlichung zum 14. DGE-Ernährungsbericht.

Die DGE teil zum 14. DGE-Ernährungsbericht: "Im europäischen Vergleich schneiden deutsche Einrichtungen hinsichtlich standardmäßig vorhandener Ernährungsstrukturen deutlich schlechter ab: 2018 verfügten nur 10 % der deutschen Kliniken und 30 % der Pflegeheime über eine Diätassistenz, in den anderen teilnehmenden Ländern Europas waren es 63 % und 86 %. Ein Ernährungsteam bzw. eine Ansprechperson für Ernährung gab es in 58 % der Kliniken und 45 % der teilnehmenden Wohnbereiche in Pflegeheimen in Deutschland, in Europa waren es 82 % bzw. 71 %.

Dabei zeigte sich, dass Ernährungsmaßnahmen wie die Gabe von angereicherter Kost oder Trinknahrung deutlich häufiger ergriffen wurden, wenn Ernährungsfachkräfte verfügbar und ein routinemäßiges Screening auf Mangelernährung etabliert waren. Ernährungsmaßnahmen wurden zwar mit zunehmender Schwere der Mangelernährung häufiger eingesetzt, dennoch erhielt selbst bei schwerer Mangelernährung nur ein Teil der Betroffenen eine Intervention. Mit abnehmender Essmenge und mit schlechter werdendem Ernährungszustand nahmen die Mortalität und im Krankenhaus auch die weitere Aufenthaltsdauer zu. Ein Viertel der teilnehmenden Stationen führte klinische Ernährung ohne Richtlinien oder Standards durch. Da am nutritionDay vermutlich vor allem ernährungsmedizinisch interessierte und engagierte Institutionen teilnehmen, ist davon auszugehen, dass sich die Situation in deutschen Kliniken und Pflegeheimen insgesamt noch schlechter darstellt."

"Um die Ernährungsversorgung in Krankenhäusern und Pflegeheimen zu verbessern, empfehlen die Autoren ernährungsmedizinische Leitlinien und Standards flächendeckend zu implementieren und umzusetzen. Die routinemäßige Erfassung der Ernährungssituation bei Klinikaufnahme sollte flächendeckend erfolgen, um Mangelernährung bzw. das Risiko dafür zu identifizieren. Um eine gute ernährungsmedizinische Versorgung sicherzustellen, ist qualifiziertes Personal – von ernährungsmedizinisch ausgebildeten Ärzten über Pflegekräfte bis zur Diätassistenz und interdisziplinären Ernährungsteams – in jeder Einrichtung in ausreichendem Umfang zwingend notwendig. Die ernährungsmedizinische Fachkompetenz ist auszubauen, z. B. indem ernährungsmedizinische Inhalte stärker in die Ausbildung von Gesundheitsberufen integriert werden. Als Grundvoraussetzung für eine bedarfsdeckende Ernährung muss ein hochwertiges, attraktives Essensangebot in Kliniken und Pflegeheimen zum Standard jeder Institution gehören. Das beinhaltet auch texturmodifizierte Kostformen sowie angereicherte Mahlzeiten mit hoher Energie- und Nährstoffdichte, um Menschen mit Mangelernährung bzw. Risiko für Mangelernährung eine ausreichende Energie- und Nährstoffaufnahme zu ermöglichen."

In der Antwort der Bundesregierung 19/20695 heißt es:

Plant die Bundesregierung Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungsversorgung in Krankenhäusern und Pflegeheimen, um der Entwicklung von Mangelernährung vorzubeugen, und wenn ja, welche, und wann sollen diese eingeführt werden?

Für die Verpflegung im Krankenhaus sind die Kliniken im Rahmen ihrer Organisationshoheit selbst verantwortlich. Eine gesunde und patientenorientierte Verpflegung erscheint insoweit als Aspekt, bei dem sich die Krankenhäuser im Wettbewerb um die Patientinnen und Patienten in eigenem Interesse engagieren. In diesem Zusammenhang besteht beispielsweise die Möglichkeit freiwilliger Zertifizierungen. So müssen Krankenhäuser, die ihr Qualitätsmanagement freiwillig zertifizieren lassen, regelmäßig auch Maßnahmen zur Sicherung einer sachgerechten Ernährung nachweisen

Sind nach Kenntnis der Bundesregierung weitere Bevölkerungsgruppen neben den stationären Patienten und Bewohnern von Pflegeheimen von Mangelernährung betroffen, und wenn ja, welche?

Die Erhebungen im Rahmen des nutritionDay weisen darauf hin, dass Mangelernährung bei einer nicht präzise beschriebenen Anzahl an stationären Patientinnen und Patienten sowie Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeheimen gesundheitlich relevant ist. In der Literatur werden unter anderem auch Personen mit Essstörungen und Obdachlose als Risikogruppen für eine Mangelernährung genannt.

Wie viele Patienten mit ernährungsbedingtem Risiko werden nach Kenntnis der Bundesregierung behandelt, um das Defizit zu beheben, und welche Maßnahmen stehen zur Verfügung?

Hierzu liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.

Ist der Bundesregierung die im Jahr 2007 publizierte CEPTON-Studie und deren Ergebnis, dass die durch Mangelernährung bedingten unmittelbaren zusätzlichen Kosten für das Gesundheitssystem in der Bundesrepublik Deutschland ungefähr 9 Mrd. Euro pro Jahr betragen, bekannt, und wenn ja, welche Schlussfolgerungen hat die Bundesregierung aus den Erkenntnissen dieser Studie für ihr eigenes Handeln gezogen?

Es ist nicht Aufgabe der Bundesregierung, einzelne wissenschaftliche Studien zu bewerten. Unabhängig davon wäre zu hinterfragen, in welchem Umfang die Ergebnisse einer bereits 2007 veröffentlichten Studie heute noch Gültigkeit haben.

Als fachliche Grundlage diene die Stellungnahme des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) zudem Thema sowie ein Expertenstandard, den das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) herausgegeben habe.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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3,3 Millionen Euro für Ambulante Hospizarbeit in Thüringen

Bildbeschreibung: Ein Mann der im Bett liegt und jemand der seine Hand hält.
Foto: © truthseeker08

In diesem Jahr unterstützen die Krankenkassen die Ambulanten Hospizdienste in Thüringen mit rund 3,3 Millionen Euro. Im letzten Jahr hatten die Hospizdienste 3,1 Millionen Euro für Personal, Weiterbildung und Sachmittel zur Verfügung. Der Thüringer Hospiz- und Palliativverband teilte am Dienstag mit:

„Die Ambulanten Hospizdienste benötigen das Geld dringend“, sagt Ilka Jope, Geschäfts­führerin des Thüringer Hospiz- und Palliativverbandes (THPV). „Da die Förderung retro­spektiv ist, also rückwirkend für das abgelaufene Jahr, gehen die Dienste zu allem in Vorleistung, was gegenüber dem Vorjahr erweitert wird. Da kann es zur Jahresmitte schon mal eng werden.“

Ein Teil der Förderung fließt in die Qualifikation und Supervision der ehrenamtlich tätigen Frauen und Männer, die sterbende Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleiten und deren Angehörige unterstützen. Lag die Anzahl der Ehrenamtlichen, die sich in Thü­ringen in der Sterbebegleitung engagieren, vor zehn Jahren noch bei knapp 650, sind es mittlerweile genau 1.368. Im gleichen Zeitraum ist die Anzahl der Sterbebegleitungen von etwas mehr als 1.000 auf 2.821 gestiegen.

„Der Hospizgedanke verbreitet sich weiter“, so Ilka Jope. „Es gibt in Thüringen mittlerweile 32 Ambulante Hospizdienste, in denen sich Menschen ehrenamtlich dafür engagieren, Ster­benden ein würdiges und selbstbestimmtes Leben bis zum Ende zu ermöglichen.“

Von den Hospizdiensten können die Sterbende Menschen zu Hause, als auch stationär begleitet werden. Nach den Angaben zufolge sind die Leistungen der Ambulanten Hospizdienste kostenfrei.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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Corona-Bonus nur in der Altenpflege – Kritik kommt von Politikern

Bildbeschreibung: Eine Frau mit einer Mundmaske.
Foto: © Rusty Watson

Das der Corona-Bonus nur in der Altenpflege gilt, stößt auf massive Kritik. Politiker mehrere Parteien kritisieren dieses. „Die Betroffenen empfinden es zu Recht als ungerecht, dass der Pflegebonus nicht in der Krankenpflege ankommt“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der “Augsburger Allgemeinen”.

Dabei kritisiert Lauterbach zufolge dem Bericht als Fehler, dass die vom Bundestag im Mai beschlossene gesetzliche Regelung für Prämien auf die Altenpflege beschränkt worden sei.

"Wir brauchen einen Pflegegipfel aus Politik und den Tarifpartnern mit dem Ziel, wie wir die Pflege im Vergleich zu anderen Berufen im Gesundheitssystem überproportional besser vergüten können", sagte Lauterbach. "Bei dieser Gelegenheit müssen wir auch noch mal über den Pflegebonus reden."

Danach erhalten alle Beschäftigten in der Altenpflege für dieses Jahr einen gestaffelten Anspruch auf eine einmalige Prämie von bis zu 1000 Euro erhalten. Die Kosten übernimmt zunächst die Pflegeversicherung. In der zweiten Jahreshälfte soll der Bund dann festlegen, in welchem Umfang es Bundeszuschüsse gibt. Länder und Pflege-Arbeitgeber sollen den Bonus ergänzend zum Beispiel bis auf 1500 Euro aufstocken können. Länder und Arbeitgeber können die Corona-Prämie ergänzend aufstocken. Steuer- und abgabenfrei sind Bonuszahlungen bis zu einer Summe von 1.500 Euro.

Kritik kommt von den Grünen und Linken

Die pflegepolitische Sprecherin der Grünen, Kordula Schulz-Asche, sagte der „Augsburger Allgemeinen“: „Man kann den Menschen nicht erklären, warum die Bundesregierung nur in der Langzeitpflege den sogenannten Pflegebonus zahlen will.“ Der Linke-Politiker Harald Weinberg forderte, das die Prämienlösung auf alle nichtärztlichen Berufe im Gesundheitswesen auszuweiten. „Enttäuschung und Ärger in der Kranken- und Behindertenpflege sind mehr als verständlich.“

Georg Nüßlein, der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende sagte: „Ich würde mich freuen, wenn die Beschäftigten der Krankenhäuser, die durch Covid-19 besonders belastet waren oder sind, von ihren Arbeitgebern auch eine monetäre Anerkennung erhielten“. In der Corona-Krise sei die Situation in den Klinken bislang sehr unterschiedlich. „Den Belastungsgrad können dort die Arbeitgeber am besten beurteilen.“

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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Umfrage: Jugendliche finden Gehalt in Pflege und Kita zu niedrig

Bildbeschreibung: Die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD)
Foto: © kk I EU-Schwerbehinderung

In der Pflege zu arbeiten kann sich knapp ein Viertel der Jugendliche vorstellen. Dabei werden Verdienst und Laufbahn aber als wenig attraktiv angesehen. Dieses geht aus einer repräsentativen Befragung von Jugendlichen hervor, die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) die am Dienstag Berlin vorgestellt wurde.

Danach haben die Jugendlichen der Umfrage des Sinus-Instituts für Markt- und Sozialforschung zufolge einer realistischen Bild von den Berufen in der Pflege, die in der Corona-Krise besonders ins Blickfeld gerückt sind. Von den Befragten halten drei Viertel die Arbeit für anspruchsvoll. Dabei erklärten 84 Prozent, sie könne gleichermaßen von Männern wie Frauen verrichtet werden. Das Gehalt für zu gering halten rund 80 Prozent der Jugendliche, für die Arbeit, die geleistet wird. Von der Hälfte der Befragten werden die Aufstiegsmöglichkeiten als schlecht eingeschätzt. Nur vier Prozent der Befragten, haben den Pflegeberuf tatsächlich ins Auge gefasst, so überwiegend junge Frauen.

Giffey sagt: "Wir brauchen dringend Nachwuchskräfte für die Pflege und die Frühe Bildung. Gerade die vergangenen Monate haben uns gezeigt, dass Pflegefachkräfte und Erzieherinnen und Erzieher für unsere Gesellschaft doppelt systemrelevant sind: Sie leisten nicht nur hochqualifizierte Arbeit, sondern sichern zusätzlich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Millionen Mütter, Väter und Angehörige. Wir sind bei der Aufwertung dieser Berufe wichtige Schritte vorwärtsgekommen. Potenziale für die Berufswahl liegen vor allem auch bei Jugendlichen mit Abitur und jungen Männern.

Die Ausbildungsbedingungen haben sich deutlich verbessert, und ich freue mich über das verbreitete Interesse der Jugendlichen. Die Studie zeigt aber auch: Wichtige Hebel, um die Jugendlichen für einen Berufseinstieg zu gewinnen, sind mehr Gehalt, bessere Arbeitsbedingungen und Aufstiegsmöglichkeiten. Hier wollen wir mit Ländern und Tarifpartnern weiter vorankommen.“

Für die Sinus-Jugendbefragung wurden zwei repräsentative Onlinebefragungen mit 1.010 Jugendlichen für den Bereich Frühe Bildung und 1.005 Jugendlichen für den Bereich Pflege durchgeführt. Dabei wurde zwischen März und Mai 2020 jeweils rund 1.000 repräsentativ ausgewählte Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren befragt. Mitte August soll die vollständige Studie vorliegen.

Zur Veröffentlichung der Ergebnisse der repräsentativen Jugendbefragung „Kindertagesbetreuung und Pflege – attraktive Berufe?“, die im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom SINUS-Institut erhoben wurden, erklärt Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik und Ausbildung von den Grünen:

Es ist erfreulich, dass sich fast ein Viertel der jungen Menschen, die befragt wurden, vorstellen können, im Pflege- oder Erziehungsbereich zu arbeiten.

Es sind junge Menschen, die Lust haben, in dieser Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen, das ist ein gutes Zeichen. Und unsere Gesellschaft braucht diese Professionen, das hat Corona noch einmal mehr deutlich gemacht. Das Ergebnis zeigt auch, dass systemrelevante Berufe in Zeiten der Pandemie endlich eine höhere Wertschätzung erfahren.

Ganz klar ist aber auch, dass diese Berufe, sei es in der Kitabetreuung, sei es in der Pflege dringend besser bezahlt werden müssen. Das haben die befragten Jugendlichen auch zu Recht kritisch angemerkt. Es ist ja schön, dass Familienministerin Giffey die Ergebnisse begrüßt. Allerdings regiert die große Koalition nun bereits seit 2013. Das ist eine lange Zeit, in der viel zu wenig passiert ist. Wichtige Stellschrauben wurden nicht gestellt, die Ergebnisse sind bekannt. Es gibt einen eklatanten Mangel an Pflegefachkräften und Erzieherinnen und Erziehern.

Warme Wort helfen hier wenig. Die Hebel liegen in besseren Arbeitsbedingungen, besseren Aufstiegsmöglichkeiten und natürlich einer adäquaten Bezahlung. Ministerin Giffey muss hier endlich tätig werden. Es ist Zeit zu handeln.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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Katrin Göring-Eckardt besucht Pflegeeinrichtung in Gerstungen

Bildbeschreibung: Katrin Göring-Eckardt Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.
Foto: © kk I EU-Schwerbehinderung

Die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag und Abgeordnete in Thüringen, Katrin Göring-Eckardt, hat am 7 Juli 2020 das Pflegecentrum Sonnenschein in Gerstungen besucht. Dessen Leiterin Margit Benkenstein, gleichzeitig Vorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) in Thüringen, schilderte der Abgeordneten die aktuellen Herausforderungen, vor denen stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen im Freistaat stehen, und erläuterte: "Wir wollen regelmäßige Tests für Mitarbeiter in der Pflege und für pflegebedürftige Menschen. Beide gehören zu den besonderen Risikogruppen. Hier brauchen die Pflegeeinrichtungen vor weiteren Lockerungen verlässliche Bedingungen."

Anlässlich ihres Besuches in der Pflegeeinrichtung erklärte Katrin Göring-Eckardt: "Die Grundprobleme im Bereich der Pflege sowie anderer Sozial- und Gesundheitsberufe werden durch die Krise nun stärker offengelegt als schon zuvor. Diese Berufe brauchen endlich mehr Wertschätzung und Anerkennung, damit die Beschäftigten mehr für die Menschen da sein können, die sich in ihrer Obhut befinden. Unsere öffentlichen Gesundheitsdienste brauchen endlich mehr Geld aus dem Bundeshaushalt, Pflegeeinrichtungen mehr finanzielle Unterstützung bei Corona-Tests und Schutzmaßnahmen und die Pflegekräfte endlich die lang versprochenen Prämien für die harte Arbeit, die sie leisten."

Das Pflegecentrum Sonnenschein mit seinen 90 Beschäftigten sowie 62 stationär und circa 100 ambulant betreuten Pflegebedürftigen ist bislang gut durch die Krise gekommen. "Das Coronavirus und die daraus folgenden Erkrankungen haben den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen, aber insbesondere den Pflegeeinrichtungen mit ihren Mitarbeitenden viel abverlangt. Wir haben geliefert; nun muss der Schutz vor Ansteckungen weiterhin im Mittelpunkt stehen", so Margit Benkenstein. Auch jeder Schritt zur weiteren Öffnung des Pflegeheims für mehr Besuche von Angehörigen sei verbunden mit großer Sorge vor Neuinfektionen. Um hier eine lückenlose Kontrolle zu haben, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Länder aufgefordert, für regelmäßige Corona-Tests in sensiblen Bereichen vorzusorgen. Und genau hier hake es, kritisiert Margit Benkenstein: "Während unser Nachbarland Bayern Tests für alle ankündigt, gelingt die zügige Umsetzung von Corona-Tests auch bei symptomfreien Beschäftigten und Pflegebedürftigen vor Ort noch nicht."

Autor: bpa / © EU-Schwerbehinderung



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Wie wird mein Kind trotz Corona in einen Pflegegrad eingestuft?

Bildbeschreibung: Ein Junge der Spielzeug Zügen spielt.
Foto: © Nathan Legakis

Rund 160 000 in Deutschland lebende Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre gelten im Sinne des Sozialgesetzbuches XI als pflegebedürftig. Das sind laut dem Pflege-Report 2019 knapp 5 % aller Pflegebedürftigen. Die Pflegebedürftigkeit von Kindern wird grundsätzlich nach dem gleichen Prinzip wie bei Erwachsenen festgestellt. Ein paar Besonderheiten bei der Einstufung von Kindern in Pflegegrade gibt es dennoch. Diese gelten auch während der COVID-19-bedingten digitalen Durchführung der Begutachtung.

Bis zum 30.09.2020 finden alle Begutachtungen für einen Pflegegrad telefonisch statt. Die Vorgaben für eine Einstufung gelten jedoch weiterhin für die Begutachtung von Erwachsenen wie auch für Kinder. Die Einstufung in einen Pflegegrad richtet sich danach, wie selbstständig ein Mensch ist und was er ohne Hilfe kann. Bei pflegebedürftigen Kindern wird außerdem über sogenannte Vergleichstabellen beurteilt, wie die durchschnittlichen altersentsprechenden Fähigkeiten eines Kindes ohne Beeinträchtigungen wären. Dieser Beurteilungsgrundsatz gilt für Kinder aller Altersgruppen.

Besonderheiten bei der Einstufung von Kindern im Alter von bis zu 18 Monaten

Eine Ausnahme bilden pflegebedürftige Kinder im Alter von bis zu 18 Monaten, denn Kinder dieser Altersgruppe sind von Natur aus in allen Bereichen unselbstständig. Um sicherzustellen, dass diese Kinder bei Bedarf dennoch einen angemessenen Pflegegrad erhalten, werden die altersunabhängigen Bereiche 3 und 5 aus dem Begutachtungsinstrument herangezogen. Diese Bereiche umfassen die Verhaltensweisen und psychischen Problemlagen sowie den Umgang mit krankheitsspezifischen oder therapiebedingten Anforderungen. Außerdem stellt der Gutachter fest, ob gravierende Probleme bei der Nahrungsaufnahme bestehen. Daraus resultiert gegebenenfalls ein außergewöhnlich pflegeintensiver Hilfebedarf bei der Ernährung.

Eine Sonderregelung sieht zudem vor, Kinder im Alter von bis zu 18 Monaten pauschal einen Pflegegrad höher einzustufen als bei der Begutachtung von älteren Personen festgestellt werden würde. In diesem festgestellten Pflegegrad können sie ohne weitere Begutachtung bis zur Vollendung des 18. Lebensmonats bleiben.

Vergleichstabellen für Kinder bis zum elften Lebensjahr

Danach werden die Kinder Erwachsenen in der Bewertung des Pflegegrads gleichgestellt, allerdings erfolgt die Bewertung bei Kindern bis zum elften Lebensjahr immer mit oben genannten Vergleichstabellen. Bei pflegebedürftigen Kindern wird der Pflegegrad durch den Vergleich der Beeinträchtigung ihrer Selbstständigkeit und ihrer Fähigkeiten mit altersentsprechend entwickelten Kindern ermittelt.

Ab einem Alter von elf Jahren gilt ein Kind als selbstständig in allen Bereichen, die in die Berechnung des Pflegegrads einfließen. Ab diesem Alter wird der Pflegegrad bei Kindern genauso ermittelt wie bei Erwachsenen.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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