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Pflegende Angehörige brauchen mehr Unterstützung!

Bildbeschreibung: Eine ältere Person die einer anderen die Hand hält.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Zum Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai veröffentlicht der VdK Hessen-Thüringen die Ergebnisse seiner Umfrage zur Situation in der häuslichen Pflege, an der sich mehr als 3.000 Betroffene beteiligt haben. Während die Verhältnisse in der stationären Pflege mittlerweile gut erforscht sind, fehlte es im ambulanten Bereich bislang an zuverlässigen Daten.

Worin bestehen die Herausforderungen und Probleme, mit denen sich pflegende Angehörige konfrontiert sehen? Welche Unterstützung benötigen sie? „Dank der großen Zahl an Teilnehmern zeigt uns die Umfrage sehr zuverlässig und genau, wo Handlungsbedarf besteht. Wir verstehen sie als einen deutlichen Auftrag an die Politik, pflegende Angehörige besser zu unterstützen“, erklärt der VdK-Landesvorsitzende Paul Weimann. Knapp 450.000 Menschen in Hessen und Thüringen sind pflegebedürftig, 80 Prozent werden zu Hause betreut, in vielen Fällen allein durch Familienmitglieder und nahestehende Menschen.

Als alarmierendes Ergebnis der Umfrage bewertet der VdK das Informationsdefizit, das offensichtlich bei vielen Pflegenden besteht. Zahlreiche Umfrage-Teilnehmer gaben an, keine oder nur unzureichende Beratung erhalten zu haben. Auch nahmen nur etwa 20 Prozent die Hilfe eines Pflegestützpunktes in Anspruch.

Dazu passt auch, dass die Befragten viele bestehende Angebote nicht zu kennen scheinen: Rund 60 Prozent wussten nicht, dass sie eine Reha-Maßnahme beantragen können. Auch von der Möglichkeit, Kurse zur häuslichen Pflege zu besuchen, hatten etliche noch nie gehört. Dasselbe gilt für den Entlastungsbetrag von 125 Euro im Monat, der jedem Pflegebedürftigen zusteht – nicht einmal die Hälfte der Befragten hat dieses Geld beantragt.

„Diese Zahlen zeigen uns: Die Pflegestützpunkte in Hessen und Thüringen müssen weiter ausgebaut werden“, sagt Paul Weimann. „Wir brauchen mehr Personal, mehr Zweigstellen und zusätzliche Außensprechstunden, damit Pflegebedürftige und ihre Angehörigen wohnortnah und schnell Hilfestellung bei allen Fragen und Problemen bekommen können. Außerdem müssen sie während der Gesamtdauer der Pflege kontinuierlich begleitet werden.“ Der VdK setzt sich außerdem für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ein. So hatten viele Befragte ein mangelndes Entgegenkommen auf Seiten ihrer Arbeitgeber beklagt, was mobiles Arbeiten und eine flexiblere Zeiteinteilung betrifft. „Deshalb fordern wir für Pflegende den Rechtsanspruch auf eine teilweise oder vollständige Freistellung von der Arbeit, analog zur Elternzeit. Und wie beim Elterngeld sollten sie in dieser Zeit als Lohnersatz ein Pflegepersonengeld erhalten“, erklärt der VdK-Landesvorsitzende.

Autor: VDK Presse und Öffentlichkeitsarbeit / © EU-Schwerbehinderung



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