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Tod nach Medikamenten-Verwechslung: Urteile gegen Pfleger aufgehoben

Bildbeschreibung: Eine goldene Justitia Figur.
Foto: © S. Hermann & F. Richter

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat ein Urteil des Landgerichts Landshut infrage gestellt. So hatte das Gericht drei Pfleger wegen versuchten Mordes verurteilt, weil ein Patient nach einer Medikamenten-Verwechslung gestorben war. Dieses muss nun neu verhandelt werden.

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In dem Fall im Mai 2016 ein unheilbar kranker Patient in einem niederbayerischen Pflegeheim nach einer Medikamenten-Verwechslung – das BGH stellt nun die Verurteilung der drei beteiligten Mitarbeiter wegen versuchten Mordes infrage. So hatten die obersten Strafrichter in Karlsruhe den Fall zurückgewiesen an das Landgericht Landshut, wie aus einem am 2. Dezember 2020 veröffentlichten Urteil hervorgeht. So beginne der Prozess nun vor einer anderen Strafkammer von vorn. (Az. 1 StR 474/19)

Kein Arzt informiert nach Fehler

So hatte die Pflegerin in dem Heim im Landkreis Dingolfing-Landau dem 65-Jährigen versehentlich die Medikamente einer anderen Patientin ans Bett gestellt, so waren darunter ein Blutdrucksenker, der ihm in seinem Zustand gefährlich werden konnte. Jedoch als der Fehler ihr auffiel hatte der Patient schon die Tabletten genommen. Es wurde jedoch von der Mitarbeiterin und ihre Chefin kein Arzt darüber informiert. So schwieg auch ein in Vertrauen gezogener Pfleger tagelang darüber. Der Patient starb eine Woche später nach der Verwechselung. Es konnte jedoch nicht mehr geklärt werden, ob das falsche Medikament die Ursache des Todes war.

Der Bundesgerichtshof zweifelt einen Vorsatz an

So wurden die Schichtleiterin zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis und die beiden Pflegekräfte zu Haftstrafen auf Bewährung vom Landgericht verurteilt. Dabei habe Chefin den tödlichen Verlauf billigend in Kauf genommen, umso den Fehler zu vertuschen. Jedoch bezweifelt das BGH, das dabei ein Vorsatz vorlag. Denn die Frau habe von sich aus dem Pfleger eingeweiht und gebeten ihm öfters nach dem Patienten zu sehen. Zudem könne noch ein weiters Motiv mit hineingespielt haben, denn die Frau habe auch gesagt sie hoffe, dass der Patient nun endlich sterben könne.

Nur die Schichtleiterin hatte eine Revision eingelegt. Der Bundesgerichtshof hat alle drei Verurteilungen aufgehoben, weil sie auf demselben Fehler zurückzuführen seien.

Az. 1 StR 474/19

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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