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EU-Schwerbehinderung

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Ich hatte eine unbeschwerte Kindheit ......

 

Vor zwei Jahren hätte ich noch folgendes gesagt:
Ich hatte eine unbeschwerte Kindheit, habe eine tolle Familie, einen Mann der mich liebhat, Kinder, Eigentumswohnung, tollen Job. Alles perfekt - naja fast alles, seit ca. vier Jahren habe ich Zwangsstörungen, immer und immer wieder muss ich mich kontrollieren, besonders schlimm ist es auf der Arbeit, abschalten und das Wochenende oder einen Urlaub genießen geht nicht mehr, aber das ist bestimmt nur eine Phase ...
Ein halbes Jahr später wurde diese "Phase" immer schlimmer. Hinzu kamen Panik- und Angstattacken - ich erkannte mich nicht wieder, die die sonst mit beiden Beinen im Leben steht bekommt Zustände beim Einkaufen, Autofahren, Telefonieren etc. Ich konnte meine Veränderung merken, konnte sie aber nicht oder nur schwer in Worte fassen. Ich saß zitternd auf der Arbeit, immer in halb acht Stellung - die Angst vor Fehlern machte mich schier wahnsinnig, hinzu kam dann noch das meine rechte Gesichtshälfte sobald ich aufgeregt war, taub wurde.


Irgendwann fiel mir dann auf das ich immer öfters an Selbstmord dachte, weil der Druck der sich in mir aufbaute immer schlimmer wurde.

An einem Dienstag - den 15. Dezember 2015 - stand ich morgens weinend unter der Dusche - mein Mann hörte mich - sagte zieh dich an - wir fahren zum Arzt - kaum in der Praxis bin ich weinend zusammengebrochen, ich wusste nicht warum, ich wusste nur das ich - nicht mehr ich bin - ich wurde direkt krankgeschrieben. Ich war noch nicht mal in der Lage bei meinem Arbeitgeber anzurufen, das musste mein Mann für mich erledigen. Ich war nur noch fähig zu atmen und zu schlafen. Dennoch war mir bewusst das ich Hilfe brauchte, ich telefonierte Therapeuten ab, vergeblich, immer wieder sprang der AB bei ihnen an - keine Warteliste - Warteliste voll - Termine erst in zwei Jahren, ich bat meine Krankenkasse vergeblich um Unterstützung - fand dann eine Therapeutin ohne Kassenärztliche Zulassung - Rücksprache mit der Krankenkasse - sie sind kein Härtefall übernehmen wir nicht - also beschlossen wir, dass wir sie selbst zahlten, ich brauchte dringend Hilfe!

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Schwerbehindertenausweis beantragen

Wie beantrage ich einen Schwerbehindertenausweis und warum beantragt man einen Schwerbehindertenausweis?

Schwerbehinderte Menschen haben es gegenüber von Menschen ohne Behinderung schwere im Leben. Deshalb, um diese Nachteile entgegenzuwirken, haben Schwerbehinderte einen besonderen Schutz. Dieses ist im Sozialgesetzbuch SGB IX wiederzufinden. Es handelt sich dabei um den Nachteilsausgleich.

Menschen mit Schwerbehinderung können ihre besonderen Rechte oft nur nutzen, wenn sie ihre gesundheitlichen Einschränkungen mit einem Schwerbehindertenausweis nachweisen können.

 

Hierbei ist die Frage ab wann ist man schwerbehindert?

Laut Sozialgesetzbuch §2 SGB IX

(1) Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist. 

(2) Menschen sind im Sinne des Teils 2 schwerbehindert, wenn bei ihnen ein Grad der Behinderung von wenigstens 50 vorliegt und sie ihren Wohnsitz, ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder ihre Beschäftigung auf einem Arbeitsplatz im Sinne des § 73 rechtmäßig im Geltungsbereich dieses Gesetzbuches haben.

(3) Schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden sollen behinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber wenigstens 30, bei denen die übrigen Voraussetzungen des Absatzes 2 vorliegen, wenn sie infolge ihrer Behinderung ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz im Sinne des § 73 nicht erlangen oder nicht behalten können (gleichgestellte behinderte Menschen).

 

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Altersarmut - Leben am Limit

Inspiration für diesen Artikel war ein Beitrag des Morgenmagazins in der ARD (hier auf Facebook zu sehen). Immer wieder ist zu hören "Die Rente reicht nicht". Eine Aussage, die schockiert und viele Menschen aufwühlt. Darum sind wir mit ein paar Zahlen an das Problem rangegangen.

Rechenbeispiel:
In der Ausgangssituation sind wir von einem Durchschnittsgehalt von 1950€ Brutto pro Monat ausgegangen. Bei 45 Jahren Arbeitszeit, ergibt sich somit ein Gesamteinkommen von 1053000€. Der RV Beitrag liegt aktuell bei 18,7%. Somit entspräche das bei dem Einkommen eine Gesamtzahlung von 196911€ an die Rentenversicherung. Ausgehend davon, dass das Durchschnittsalter in Deutschland bei 80 Jahren liegt, müsste man diese Summe auf die Jahre (15 Jahre) aufteilen. Daraus ergibt sich eine Monatsrente von 1093,95€. So rechnet aber die Rentenkasse nicht, denn bei der Rentenkasse geht es um Rentenpunkte. Diese kann man in einem Online- Rechner selbst berechnen. Bei unserem Beispiel kämen wir auf 34,10 Rentenpunkte. Das macht bei einem Rentenwert von 31,03€ (west - Stand 2017), eine Brutto- Rente von 1058,12€ west. (Rentenpunkte * Rentenwert), oder 1012,43€ ost



Die Altersarmut hat also noch ganz andere Gründe. Nicht nur, dass das von uns verwendete Einkommen, für manche Menschen nie erreicht wird, sondern wir müssen auch berücksichtigen, dass nicht jeder die 45 Jahre Beitragszeit erreicht hat. Gerade Eltern kennen das Problem. Ist das Kind noch nicht schulpflichtig, muss ein Elternteil meist auf eine Halbtagsstelle umsteigen, denn die Kinder wollen versorgt werden. Das kompensiert auch keine Mütterrente. Noch härter trifft es dabei alleinerziehende.

Ein weiterer Grund, der zur Altersarmut führen kann, ist die Langzeitarbeitslosigkeit, oder wenn es sich um Menschen handelt, deren Einkommen weit unter unserem Rechenbeispiel liegt. Denn laut Statistischen Bundesamt gilt in Deutschland jemand als arm, wenn sein Nettoeinkommen (Single) unter 781€ im Monat liegt. Selbst unser Rechenbeispiel ist nicht weit weg von der Armutsgrenze. Da ist es kein Wunder, wenn betroffene sich aufregen, wenn Deutschland Milliarden Euros in andere Projekte steckt. Zumal leider damit zu rechnen ist, dass die Tendenzen zur Altersarmut steigen werden. Auch Mindestlöhne von 8,50€ helfen da nicht wirklich weiter. In unserem Rechenbeispiel, liegt der Stundenlohn (bei 7,5 Stunden Arbeitszeit am Tag) bei 13€. Grob gerechnet müsste das Durchschnittseinkommen über eine Laufzeit von 45 Jahren, bei 1450€ brutto im Monat liegen, um vor Altersarmut geschützt zu sein.

Viele Rentner haben zudem das Problem, dass sich ihre Lebenshaltungskosten nicht auf dem gleichen Niveau, wie vor der Rente bewegt. Da kommen Zusatzbelastungen, wie Medikamente, hinzu. Auch das Einkaufen reduziert sich in vielen Fällen auf den teuren Supermarkt um die Ecke, da der Gang zu billigeren Einkaufsmöglichkeiten, teilweise nicht mehr möglich ist. Das solche Situationen die Menschen in die soziale Isolation drängen können, ist gut vorstellbar. So kann das Leben im Alter zu einem Leben ohne Würde werden.

Das Thema wird uns wohl noch lange begleiten. Ob es überhaupt jemals zu lösen ist? Vermutlich nur, wenn auf politischer Ebene ein komplettes Umdenken statt findet. 

Schwerbehinderung verheimlichen?

Viele Menschen die eine Schwerbehinderung haben, sind immer noch verunsichert, ob sie diese dem Arbeitgeber mitteilen sollten. Gerade wenn das Arbeitsverhältnis schon eine längere Zeit besteht, beim Arbeitnehmer eine Schwerbehinderung eintritt, kommt diese Frage häufig auf. Dabei genießt ein Mensch mit Behinderung einen gesonderten Kündigungsschutz, der im § 85 SGB IX definiert ist. Diesen Kündigungsschutz genießen Menschen ab einen Grad der Behinderung (GdB) von 30%. Nach §85 SGB IX bedarf es im Falle einer Kündigung, der Zusage des Integrationsamtes. Allerdings muss man nicht ungefragt eine Schwerbehinderung offen legen. Legt man diese nicht offen, kann es aber im Falle einer Kündigung zu einer Situation führen, die für den Arbeitnehmer ungünstig ist. Dieser Fall kann eintreten, wenn der Arbeitgeber eine Kündigung aussprechen sollte, in einer vorherigen Frage des Arbeitsgeber aber die Schwerbehinderung nicht angegeben wurde. (siehe auch 6 AZR 553/10). 

In dem vorliegendem Fall musste der Arbeitgeber Insolvenz anmelden. Der Insolvenzverwalter hat darauf hin, eine Umfrage bei den Mitarbeitern durchgeführt, um u.A. auch die Frage mit einer Schwerbehinderung ab zu klären. Die Klägerin verneinte diese und wurde daraufhin gekündigt. Zu recht, wie das Bundes Arbeitsgericht entschied. Zwar bedarf es bei einer Kündigung gem. §85 SGB IX einer Zustimmung des Integrationsamtes, da aber die Klägerin erst nach der Kündigung ihren Status bekannt gegeben hat, war die Kündigung rechtens.

Anders dürfte die Situation aussehen, wenn der Arbeitgeber nicht danach gefragt hat, denn der Arbeitnehmer muss eine Schwerbehinderung nicht ungefragt offen legen. Der Arbeitnehmer darf sogar binnen 3 Wochen, nach dem die Kündigung ausgesprochen wurde, die Kündigung als unwirksam erklären, da eine Zustimmung des Integrationsamtes erforderlich ist.

Unserer Meinung nach ist es immer sinnvoll, den Arbeitgeber über die Schwerbehinderung zu informieren. Denn auch der Arbeitgeber muss, gerade bei der Einstellung, beurteilen können, ob man als Bewerber die auszuführende Tätigkeit überhaupt ausführen kann. Würde man die Frage des Arbeitgebers bei der Einstellung sogar verneinend beantworten, könnte sogar der Verdacht der arglistigen Täuschung in Betracht gezogen werden, insbesondere dann, wenn man für die Tätigkeit aufgrund der Schwerbehinderung, nicht geeignet ist..  

 

 

Anmerkung: Alle Rechtsinformationen sind unverbindlich und schließen jede Rechtsverbindlichkeit aus. Für Rechtsfragen suchen Sie bitte einen Anwalt oder eine Beratungsstelle auf.

 

Entlastungleistungen in der Pflege

Seit Anfang diesem Jahr 2017 gibt es für alle ab Pflegegrad 1 bis 5 Entlastungsleistungen, wenn jemand zu Hause gepflegt wird von 125€ monatlich.

Die Entlastungsleistung kann z.B. für Angebote zur Unterstützung im Alltag verwendet werden, hier bei muss man darauf achten was das jeweilige Bundesland anerkennt. Diverse Beschäftigungsangebote wie Spiele spielen, Besuch einen Demenz-Cafés oder Vorlesen. Auch Entlastungen im Haushalt wie Fenster putzen oder Rasen mähe. Betreuungsangebote zum Beispiel Begleitung zum Arzt oder Familie.

Leistungen eines zugelassenen Pflegedienstes. Sogenannte Pflegesachleistungen z.B. Reinigen der Wohnung oder Gedächtnistraining. Leistungen im Bereich der Selbstversorgung, wie z.B. Körperpflege können mit dem Entlastungsbeitrag nur im Pflegegrad 1 erhalten. Angebote der Tages und Nachtpflege für die vereinbarten Pflegesätze, Unterkunft und Verpflegung sowie sogenannte Investitionskosten. Angebote der Kurzzeitpflege für die vereinbarten Pflegesätze, Unterkunft und Verpflegung sowie genannte Investitionskosten. Hier können auch die Fahrkosten erstattet werden zur Einrichtung.

 

 

Ab Pflegegrad 2:

Wenn man den Anspruch auf Pflegesachleistungen nicht ausgeschöpft hat kann man bis zu 40 Prozent des dafür vorgesehenen Betrags auch für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag verwenden. Dabei sollte man beachten das dieses auch Auswirkungen auf das Pflegegeld haben daher vorher von der Krankenkasse beraten lassen.

Ganz wichtig man muss die Rechnungen sammeln und bei der Pflegekasse einreichen. Im Monat nicht genutzte Beiträge können angespart werden. Die Beiträge die nicht innerhalb eines Kalenderjahrs ausgeschöpft wurden können für in das folgende Kalenderjahr übertragen werden. Hat man noch Ansprüche aus 2015 oder 2016, dann kann man dieses noch bis zum 31. Dezember 2018 nutzen.

Für den Entlastungsbetrag muss man die Rechnungen sammeln, dieses bei der Pflegekasse einreichen und dann bekommt man den Entlastungsbetrag erstattet. Der Pflegedienst oder Entlastungsdienst kann auch direkt mit der Pflegekasse abrechnen, somit muss man nicht vorher bezahlen. Ganz wichtig um den Verbrauch der Leistung zu ermitteln, sollte man sich vom Anbieter eine Rechnungsdurchschrift geben lassen.

Was muss bei der Kostenübernahme beachtet werden? Pflegedienst/Entlastungsdienst kann auch direkt mit der Pflegekasse abrechnen, wenn Sie eine Abtretungserklärung abgeben. In diesem Fall müssen Sie nicht in Vorkasse treten. Um zu sehen, wie viele Leistungen Sie schon verbraucht haben, sollten Sie sich vom Anbieter eine Rechnungsdurchschrift geben lassen.

Quelle: https://www.verbraucherzentrale.de/entlastungsleistungen

 

Pflege am Limit

Pflege ist immer wieder ein heiß diskutiertes Thema, nicht nur für unterbezahlte Pflegekräfte, sondern auch für durch Pflege überforderte Angehörige. 

Betrachten wir aber erst einmal ein paar Zahlen (Stand 2015 - Quelle: Statistisches Bundesamt

Pflegeheime 13 596
    darunter mit vollstationärer Dauerpflege 11 164
Ambulante Pflegedienste 13 323

 

Die Zahlen zum Pflegepersonal (Stand 2015 - Quelle: Statistisches Bundesamt)

In Pflegeheimen 730 145
darunter vollzeitbeschäftigtes Personal   209 881
In ambulanten Pflegediensten   355 613
darunter vollzeitbeschäftigtes Personal   96 701

 

Diese Zahlen sind aus unserer Sicht, bereits mehr als alarmierend. (Quelle Statistisches Bundesamt: PDF-Download)
Bei rund 3 Millionen Menschen, die in Deutschland pflegebedürftig sind, von denen etwa 25% in Pflegeeinrichtungen sind, zeigen einem die Zahlen, dass mit dem Personalmangel eine hochqualitative Pflege gar nicht mehr möglich sein kann. Da davon auszugehen ist, dass die Zahl der pflegebedürftigen Menschen weiter steigen wird, stellt sich natürlich die Frage, wie dem Pflegenotstand umgegangen werden soll. Diese Frage stellte auch ein Auszubildender Pfleger in der Wahlarena. Sehen sie dazu das Video (etwa ab 2:59min).

Bei der Betrachtung der Zahlen zum Pflegepersonal, fällt sofort auf, dass es sehr wenig vollzeitbeschäftigtes Personal gibt. Interessant wäre es auch hier, warum der Personalanteil des nicht vollzeitbeschäftigten Personals so hoch ist.

Doch woran mag es liegen, dass der Pflegeberuf für viele nicht attraktiv ist. In einem Gehaltsvergleich (hier nachzulesen) wird eine monatliche Einkommensspanne von 1.947 - 3.787 € angegeben. Auffallend ist dabei ist die Hohe Spanne im Ländervergleich. Warum aber in den Bundesländern so unterschiedlich gezahlt wird, bei gleicher Tätigkeit, ist eher unverständlich. Ein weiterer Aspekt ist mit Sicherheit, dass nicht jedem das Pflegen eines Menschen liegt. Neben körperlicher Anstrengung, ist auch die psychische Belastung nicht unerheblich. Gerade bei Personalmangel, dem Pflegenotstand, muss einem Menschen unter Stress geholfen werden, ohne dass der Stress auf die zu pflegende Person übertragen wird. Das sich dadurch die Attraktivität eines Berufes nicht gerade steigern lässt, kann sich jeder vorstellen.

Der Bundestag sieht ein Gesetz zur Reform der Pflegeberufe vor, welches dann auch am 17. Juli 2017 im Bundesgesetzblatt erschienen ist. Das Gesetz soll aber erst am 1. Januar 2020 in kraft treten. Ob dieses Gesetz die Situation verbessern wird? Wenn nicht, sieht es düster für die Pflege in Deutschland aus, denn der Pflegebedarf steigt und somit kann die Qualität der Pflege nur sinken. Eins dürfen wir nie vergessen. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch.

Laut einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamt vom 21.07.2015, haben wir unter den Pflegekräften etwa 20% polnischer Herkunft. Doch rettet auch das den deutschen Pflegenotstand nicht, den oftmals bleiben diese Pflegekräfte nicht dauerhaft in Deutschland, sondern gehen irgendwann in ihre Heimat zurück. Auf der Internetseite des Statistischen Bundesamt findet man eine Analysen zur Arbeitsmigration in Pflegeberufen im Jahr 2010. Wir denken aber, wenn man sich die Gesamtsituation anschaut, ist der Zeitpunkt für lange Analysen schon lange überschritten, sondern der Staat muss mehr in die Pflicht genommen werden, endlich zu handeln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

24 Stunden Pflege – Abhängig von Helferinnen aus Osteuropa

Sie ist für viele Angehörige ein wichtiges Standbein. In Deutschland fehlt es bei der Betreuung von kranken Menschen an allen Ecken und Kanten. Dazu fehlt es in den Heimen an gut ausgebildetes Personal und die Angehörigen in den Familien fehlt es an Geld und meistens auch an Wissen, wie viel Hilfe einem zusteht. Die Familien stellen heute immer mehr Helferinnen, ein die 24 Stunden bei den Pflegebedürftigen leben. Dabei kommen die Pfleger/innen, oft aus Osteuropa.

 

 

Die 24 Stunde Pflege ist heute mehr gefragt als damals. Nur das Problem ist für die Männer/Frauen aus Osteuropa, die für circa 1000 Euro im Monat 24 Stunden Tag/Nacht arbeiten, oft kaum im Alter abgesichert sind. Sie werden später schlechter dastehen als die Deutschen heute.

Die Politik schaut heute weg, damit wird das Problem in Pflege zwar gelöst. Doch die europäischen Partner werden benachteiligt. Dabei sollten die Pfleger Kontrollen unterliegen um hier legal zu arbeiten. Die Familien sollten unterstützt werden und beraten werden und sie brauchen ausreichende Finanzielle Unterstützung aus der Pflegekasse.

 

 

 

Gewalt in der Pflege

Wir haben lange überlegt, ob wir diesen Beitrag schreiben sollen, haben uns aber dafür entschieden, da auch dieses Thema, gerade für Opfer, ein wichtiges Thema ist.

Vorweg muss aber erwähnt werden, dass die Pflegekräfte in Deutschland einen guten Job machen, egal ob in der Angehörigen Pflege (etwa 75%) oder in entsprechenden Einrichtungen wie Krankenhäusern, Pflegediensten und Heimen. Laut statistischem Bundesamt arbeiten (Stand 31.12.2015) rund 2,8 Millionen Beschäftigte in einem medizinischen Gesundheitsberuf. 2015 etwa 679 Tausend in der stationären- oder teilstationären Pflege. 344 Tausend in der ambulanten Pflege. Das hört sich ziemlich viel an, ist es aber nicht. Hatten wir 2015 etwa 3 Millionen pflegebedürftige Menschen in Deutschland. 

Die Zahlen belegen ganz deutlich, dass wir bereits einen Pflegenotstand haben. Die Bertelsmann Stiftung geht in einer Studie davon aus, dass bis 2013 100 - 200T Pflegekräfte fehlen werden, insofern jetzt nicht gehandelt wird (hier als PDF-Download). 

Das sind alles Zahlen. Hinter diesen Zahlen stehen aber Menschen. Pflegebedürftige mit ihren Ansprüchen und Bedürfnissen und Pflegepersonal, welches diesen gerecht werden muss. Das sich für das Pflegepersonal, auch in der Angehörigenpflege, eine Dauerstresssituation entwickelt, kann sich jeder gut vorstellen. Leider ist nicht jeder diesem Stress gewachsen. Sicherlich ist der Fall "Niels H." eine Ausnahme. Doch psychische oder körperliche Gewalt darf ebenfalls nicht vernachlässigt werden.

Stress darf zwar keine Entschuldigung für Gewalt sein, aber wir wissen, wie sich Stress auf manche Personen auswirkt und so kommt es leider in einigen Fällen auch zu Gewalt und zwar nicht nur durch, sondern auch gegen Pflegende. Eine gute Zusammenfassung der Zahlen findet man auf der Internetseite http://www.pflege-gewalt.de welche vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert wird. Auf dieser Seite finden sich viele Informationen für Pflegebedürftige, pflegende Angehörige und professionell Pflegende. Zudem erhalten betroffene auf der Seite gute Tipps (Was kann ich tun?).

Betroffene sollten sich nicht scheuen, eine Beratungsstelle wie "Pflege in Not" zu kontaktieren.

In der Praxis wird es nicht einfach sein, Gewalt wirklich zu erkennen, denn nicht jedes Hämatom ist ein Hinweis auf Gewalt. Auch "Wesensänderungen" an einem Menschen müssen nicht automatisch etwas mit Gewalt zu tun haben. Daher ist es wichtig, soweit möglich, bei jedem Verdacht mit den Betroffenen zu reden. Vieles lässt sich aus einem Gespräch erkennen. Gute Tipps zur Gewaltpräventation in der Pflege finden sie hier.

 


Dieses Video entstand als Schülerprojekt der DRK-Fachschule

 

 

 

Traumatisiert - Du bist doch gesund

Es ist kein Zufall, dass wir diesen Beitrag für heute gewählt haben. Es ist der 11. September und dieser erinnert uns an einen schrecklichen Tag. Für viele Menschen, die Opfer von Missbrauch, Terror, Unfällen oder Unglücken sind, oder solche sehen mussten, bleibt meist eines zurück. Eine Traumatisierung. Nicht immer lässt sich erlebtes wirklich aufarbeiten. Nicht immer schaffen es betroffene, damit zu leben. Das Erlebte wird zum ständigen Begleiter. Angstzustände, Depressionen, Wahnvorstellungen oder ähnliches, sind oft die Folge. Im Extremfall kommt es sogar zur sozialen Isolation. 

Damit ist aber nicht genug. Oft müssen sich betroffene in psychologische Behandlung geben. Nicht immer führt diese zum Erfolg. Auch die Einnahme von Psychopharmaka stellt nicht immer eine Lösung dar. Im Extremfall folgt sogar die Erwerbsunfähigkeit. Das eigene Umfeld stößt zudem auf Unverständnis. Sprüche wie "war doch nicht so schlimm" oder "vergiss es einfach" macht es betroffenen noch schwerer. Darauf folgen schnell Depressionen, die diese Situation noch mehr verkomplizieren. 

Gerade Missbrauchsopfer stehen vor dem Problem der sozialen Isolation. Kindesmissbrauch führt oft zu Vertrauensstörungen zu anderen Menschen, Berührungsängsten und dem Problem, das Partnerschaften oft nur schwer geführt werden können. Der Missbrauch ist allgegenwärtig und begleitet die Opfer ständig. Bei Vergewaltigungsopfern kommt neben dem körperlichen und seelischen Narben noch hinzu, dass diese oft keine Beziehungen mehr führen können und/oder bestehende Partnerschaften daran zerbrechen.

Folgt aus den Belastungen die ein Trauma mit sich bringen kann, die Notwendigkeit einer Berentung, wird es für betroffene schon bei der Begutachtung zum Horrortrip. Da sitzt jemand, dem man das Erlebte erzählen soll. Eine Situation die nicht einfach ist. Da sind Ängste wie "versteht man mich" oder "werde ich gleich ausgelacht" nicht selten. Wenn dann noch vom Gutachter Ratschläge kommen, die nicht einmal sachbezogen sind, ist das Chaos für einen traumatisierten Menschen mehr als perfekt. 

In einigen Fällen kommt es durch das Trauma, gerne auch als posttraumatisches Belastungssyndrom (PTBS) bezeichnet, zu einer dauerhaften Behinderung. Doch selbst mit dem Ausweis wird man gesellschaftlich nicht immer anerkannt, denn solange Arme, Kopf und Beine dran sind, glauben viel Menschen, der/die Betroffene ist doch gesund. Das ist für betroffene nicht nur schmerzlich, sondern oft ein weiterer Schritt in die gesellschaftliche Isolation.

Dabei sind betroffene oft auf Hilfe angewiesen, denn das Trauma kann den Alltag beherrschen. Der einfache Gang über die Straße kann mit Angst erfüllt sein. Entstehen dann auch noch Situationen, die der Situation ähneln, welche das Trauma verursacht hat, kommt es schnell zu Flash-Backs. Das Gehirn erinnert sich und schon ist das Erlebte mit all den Ängsten wieder da. 

Selbst Menschen mit Burnout können durch Situationen, die einst das Burnout ausgelöst haben, so stark beeinträchtigt sein, dass eine Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit unmöglich wird,

Was bleibt ist ein Leben, in der Hoffnung, erlebtes kann verdrängt werden, obwohl das Verarbeiten günstiger wäre. Was betroffene benötigen ist eine Umwelt und Gesellschaft, die sie mit ihren Ängsten unterstützt und respektiert.

Wir wollen über das Thema mehr berichten. Für betroffene mehr Verständnis in der Öffentlichkeit wecken.
Haben auch sie etwas traumatisiertes Erlebt, eine Geschichte zu erzählen, in der sie die Folgen ihrer Traumatisierung berichten wollen, dann können sie das gerne unter Ihre Geschichte. Wir freuen uns über jeden Beitrag um der Öffentlichkeit zu zeigen, wie schwer es für betroffene ist.

 

EU-Grundrechte: Ausschluß von Wahlen sehr unterschiedlich

Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte hat untersucht, wie es mit dem Wahlrecht für Menschen in der EU aussieht und dazu einen Bericht (PDF-Datei) veröffentlicht.
Demnach wird nur in 7 Mitgliedsstaaten (Italien, Kroatien, Lettland, Niederlande, Österreich, Schweden und das Vereinigte Königreich) ein Wahlrecht für alle Menschen mit Behinderung, auch jene ohne Rechts- und Handlungsfähigkeit, eingeräumt. Kroatien hat seine Gesetze 2012 geändert, so dass dort jetzt alle Menschen wählen könne. Das lettische Zivilgesetzbuch wurde zwar 2013 geändert, jedoch noch nicht die entsprechenden Wahlgesetze, so dass dort praktisch Menschen die ihre Rechts- und Handlungsfähigkeit verloren haben, von der Wahl ausgeschlossen werden können.

In einer weiteren Gruppe (Slowenien und Ungarn) können Richterinnen urteilen, ob bei Personen mit gesetzlichem Vertreter, eine Wahlfähigkeit besteht.

Die Dritte Gruppe, das sind jene Staaten, in denen per Verfassung oder Gesetz das Wahlrecht für Menschen denen die Rechts- und Handlungsfähigkeit entzogen wurde, komplett verweigert wird. Dazu zählen:
Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Griechenland, Litauen, Luxemburg, Malta, Polen, Portugal, Rumänien, die Slowakei, die Tschechische Republik und Zypern.

Laut der UN-Behindertenkonvention verfügt jede volljährige Bürger/in gleichberechtigt mit anderen über ein Wahlrecht. Vor diesem Hintergrund äußerte der UN-BRK Ausschuss Bedenken bezugnehmend auf eine Gesetzgebung die Einschränkungen des Wahlrechtes ermöglicht. Deutschland ist dafür ein gutes Beispiel, wie bereits im Artikel Bundeswahlgesetz § 13 Ausschluß vom Wahlrecht dargestellt wurde.

Warum trotz Kritik, des UN-BRK Ausschusses, dieses Gesetz in Deutschland zur Bundestagswahl 2017 nicht gekippt wurde, bleibt fragwürdig.

 

Weitere Details sind im Jahresbericht der FRA nachzulesen. 

 


Quelle: Agentur der Europäischen Union für Grundrechte

 

 

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