EU-Schwerbehinderung

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24 Stunden Pflege – Abhängig von Helferinnen aus Osteuropa



Sie ist für viele Angehörige ein wichtiges Standbein. In Deutschland fehlt es bei der Betreuung von kranken Menschen an allen Ecken und Kanten. Dazu fehlt es in den Heimen an gut ausgebildetes Personal und die Angehörigen in den Familien fehlt es an Geld und meistens auch an Wissen, wie viel Hilfe einem zusteht. Die Familien stellen heute immer mehr Helferinnen, ein die 24 Stunden bei den Pflegebedürftigen leben. Dabei kommen die Pfleger/innen, oft aus Osteuropa.

 

 

Die 24 Stunde Pflege ist heute mehr gefragt als damals. Nur das Problem ist für die Männer/Frauen aus Osteuropa, die für circa 1000 Euro im Monat 24 Stunden Tag/Nacht arbeiten, oft kaum im Alter abgesichert sind. Sie werden später schlechter dastehen als die Deutschen heute.

Die Politik schaut heute weg, damit wird das Problem in Pflege zwar gelöst. Doch die europäischen Partner werden benachteiligt. Dabei sollten die Pfleger Kontrollen unterliegen um hier legal zu arbeiten. Die Familien sollten unterstützt werden und beraten werden und sie brauchen ausreichende Finanzielle Unterstützung aus der Pflegekasse.

 

 

 

Gewalt in der Pflege



Wir haben lange überlegt, ob wir diesen Beitrag schreiben sollen, haben uns aber dafür entschieden, da auch dieses Thema, gerade für Opfer, ein wichtiges Thema ist.

Vorweg muss aber erwähnt werden, dass die Pflegekräfte in Deutschland einen guten Job machen, egal ob in der Angehörigen Pflege (etwa 75%) oder in entsprechenden Einrichtungen wie Krankenhäusern, Pflegediensten und Heimen. Laut statistischem Bundesamt arbeiten (Stand 31.12.2015) rund 2,8 Millionen Beschäftigte in einem medizinischen Gesundheitsberuf. 2015 etwa 679 Tausend in der stationären- oder teilstationären Pflege. 344 Tausend in der ambulanten Pflege. Das hört sich ziemlich viel an, ist es aber nicht. Hatten wir 2015 etwa 3 Millionen pflegebedürftige Menschen in Deutschland. 

Die Zahlen belegen ganz deutlich, dass wir bereits einen Pflegenotstand haben. Die Bertelsmann Stiftung geht in einer Studie davon aus, dass bis 2013 100 - 200T Pflegekräfte fehlen werden, insofern jetzt nicht gehandelt wird (hier als PDF-Download). 

Das sind alles Zahlen. Hinter diesen Zahlen stehen aber Menschen. Pflegebedürftige mit ihren Ansprüchen und Bedürfnissen und Pflegepersonal, welches diesen gerecht werden muss. Das sich für das Pflegepersonal, auch in der Angehörigenpflege, eine Dauerstresssituation entwickelt, kann sich jeder gut vorstellen. Leider ist nicht jeder diesem Stress gewachsen. Sicherlich ist der Fall "Niels H." eine Ausnahme. Doch psychische oder körperliche Gewalt darf ebenfalls nicht vernachlässigt werden.

Stress darf zwar keine Entschuldigung für Gewalt sein, aber wir wissen, wie sich Stress auf manche Personen auswirkt und so kommt es leider in einigen Fällen auch zu Gewalt und zwar nicht nur durch, sondern auch gegen Pflegende. Eine gute Zusammenfassung der Zahlen findet man auf der Internetseite http://www.pflege-gewalt.de welche vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert wird. Auf dieser Seite finden sich viele Informationen für Pflegebedürftige, pflegende Angehörige und professionell Pflegende. Zudem erhalten betroffene auf der Seite gute Tipps (Was kann ich tun?).

Betroffene sollten sich nicht scheuen, eine Beratungsstelle wie "Pflege in Not" zu kontaktieren.

In der Praxis wird es nicht einfach sein, Gewalt wirklich zu erkennen, denn nicht jedes Hämatom ist ein Hinweis auf Gewalt. Auch "Wesensänderungen" an einem Menschen müssen nicht automatisch etwas mit Gewalt zu tun haben. Daher ist es wichtig, soweit möglich, bei jedem Verdacht mit den Betroffenen zu reden. Vieles lässt sich aus einem Gespräch erkennen. Gute Tipps zur Gewaltpräventation in der Pflege finden sie hier.

 


Dieses Video entstand als Schülerprojekt der DRK-Fachschule

 

 

 

Traumatisiert - Du bist doch gesund



Es ist kein Zufall, dass wir diesen Beitrag für heute gewählt haben. Es ist der 11. September und dieser erinnert uns an einen schrecklichen Tag. Für viele Menschen, die Opfer von Missbrauch, Terror, Unfällen oder Unglücken sind, oder solche sehen mussten, bleibt meist eines zurück. Eine Traumatisierung. Nicht immer lässt sich erlebtes wirklich aufarbeiten. Nicht immer schaffen es betroffene, damit zu leben. Das Erlebte wird zum ständigen Begleiter. Angstzustände, Depressionen, Wahnvorstellungen oder ähnliches, sind oft die Folge. Im Extremfall kommt es sogar zur sozialen Isolation. 

Damit ist aber nicht genug. Oft müssen sich betroffene in psychologische Behandlung geben. Nicht immer führt diese zum Erfolg. Auch die Einnahme von Psychopharmaka stellt nicht immer eine Lösung dar. Im Extremfall folgt sogar die Erwerbsunfähigkeit. Das eigene Umfeld stößt zudem auf Unverständnis. Sprüche wie "war doch nicht so schlimm" oder "vergiss es einfach" macht es betroffenen noch schwerer. Darauf folgen schnell Depressionen, die diese Situation noch mehr verkomplizieren. 

Gerade Missbrauchsopfer stehen vor dem Problem der sozialen Isolation. Kindesmissbrauch führt oft zu Vertrauensstörungen zu anderen Menschen, Berührungsängsten und dem Problem, das Partnerschaften oft nur schwer geführt werden können. Der Missbrauch ist allgegenwärtig und begleitet die Opfer ständig. Bei Vergewaltigungsopfern kommt neben dem körperlichen und seelischen Narben noch hinzu, dass diese oft keine Beziehungen mehr führen können und/oder bestehende Partnerschaften daran zerbrechen.

Folgt aus den Belastungen die ein Trauma mit sich bringen kann, die Notwendigkeit einer Berentung, wird es für betroffene schon bei der Begutachtung zum Horrortrip. Da sitzt jemand, dem man das Erlebte erzählen soll. Eine Situation die nicht einfach ist. Da sind Ängste wie "versteht man mich" oder "werde ich gleich ausgelacht" nicht selten. Wenn dann noch vom Gutachter Ratschläge kommen, die nicht einmal sachbezogen sind, ist das Chaos für einen traumatisierten Menschen mehr als perfekt. 

In einigen Fällen kommt es durch das Trauma, gerne auch als posttraumatisches Belastungssyndrom (PTBS) bezeichnet, zu einer dauerhaften Behinderung. Doch selbst mit dem Ausweis wird man gesellschaftlich nicht immer anerkannt, denn solange Arme, Kopf und Beine dran sind, glauben viel Menschen, der/die Betroffene ist doch gesund. Das ist für betroffene nicht nur schmerzlich, sondern oft ein weiterer Schritt in die gesellschaftliche Isolation.

Dabei sind betroffene oft auf Hilfe angewiesen, denn das Trauma kann den Alltag beherrschen. Der einfache Gang über die Straße kann mit Angst erfüllt sein. Entstehen dann auch noch Situationen, die der Situation ähneln, welche das Trauma verursacht hat, kommt es schnell zu Flash-Backs. Das Gehirn erinnert sich und schon ist das Erlebte mit all den Ängsten wieder da. 

Selbst Menschen mit Burnout können durch Situationen, die einst das Burnout ausgelöst haben, so stark beeinträchtigt sein, dass eine Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit unmöglich wird,

Was bleibt ist ein Leben, in der Hoffnung, erlebtes kann verdrängt werden, obwohl das Verarbeiten günstiger wäre. Was betroffene benötigen ist eine Umwelt und Gesellschaft, die sie mit ihren Ängsten unterstützt und respektiert.

Wir wollen über das Thema mehr berichten. Für betroffene mehr Verständnis in der Öffentlichkeit wecken.
Haben auch sie etwas traumatisiertes Erlebt, eine Geschichte zu erzählen, in der sie die Folgen ihrer Traumatisierung berichten wollen, dann können sie das gerne unter Ihre Geschichte. Wir freuen uns über jeden Beitrag um der Öffentlichkeit zu zeigen, wie schwer es für betroffene ist.

 

EU-Grundrechte: Ausschluß von Wahlen sehr unterschiedlich



Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte hat untersucht, wie es mit dem Wahlrecht für Menschen in der EU aussieht und dazu einen Bericht (PDF-Datei) veröffentlicht.
Demnach wird nur in 7 Mitgliedsstaaten (Italien, Kroatien, Lettland, Niederlande, Österreich, Schweden und das Vereinigte Königreich) ein Wahlrecht für alle Menschen mit Behinderung, auch jene ohne Rechts- und Handlungsfähigkeit, eingeräumt. Kroatien hat seine Gesetze 2012 geändert, so dass dort jetzt alle Menschen wählen könne. Das lettische Zivilgesetzbuch wurde zwar 2013 geändert, jedoch noch nicht die entsprechenden Wahlgesetze, so dass dort praktisch Menschen die ihre Rechts- und Handlungsfähigkeit verloren haben, von der Wahl ausgeschlossen werden können.

In einer weiteren Gruppe (Slowenien und Ungarn) können Richterinnen urteilen, ob bei Personen mit gesetzlichem Vertreter, eine Wahlfähigkeit besteht.

Die Dritte Gruppe, das sind jene Staaten, in denen per Verfassung oder Gesetz das Wahlrecht für Menschen denen die Rechts- und Handlungsfähigkeit entzogen wurde, komplett verweigert wird. Dazu zählen:
Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Griechenland, Litauen, Luxemburg, Malta, Polen, Portugal, Rumänien, die Slowakei, die Tschechische Republik und Zypern.

Laut der UN-Behindertenkonvention verfügt jede volljährige Bürger/in gleichberechtigt mit anderen über ein Wahlrecht. Vor diesem Hintergrund äußerte der UN-BRK Ausschuss Bedenken bezugnehmend auf eine Gesetzgebung die Einschränkungen des Wahlrechtes ermöglicht. Deutschland ist dafür ein gutes Beispiel, wie bereits im Artikel Bundeswahlgesetz § 13 Ausschluß vom Wahlrecht dargestellt wurde.

Warum trotz Kritik, des UN-BRK Ausschusses, dieses Gesetz in Deutschland zur Bundestagswahl 2017 nicht gekippt wurde, bleibt fragwürdig.

 

Weitere Details sind im Jahresbericht der FRA nachzulesen. 

 


Quelle: Agentur der Europäischen Union für Grundrechte

 

 

Pflege-Tüv- Kritik an Pflegeheimbenotung



Im Jahr 2016 wurde eine Liste veröffentlich die für Aufsehen gesorgt hat. Die Liste listete die Qualität der Pflegeheime nach Bundesländern auf. Das Problem bei der Liste war, dass die Noten auf die sich das Team (von „Correctiv“) bei der Bewertung berufen hatten, in der Branche schon bereits seit 2013 nicht mehr seriös sind.

Hierbei ist zu beachten das die Noten vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) immer noch die Grundlage der Bewertung sind, weil die Pflegekasse keine neuen entwickelt hat.

Man geht davon aus das erst im Jahr 2018 von beauftragten Wissenschaftlern neue Daten zur Pflegequalität vorliegen. Dabei hat die Bundesregierung Pflegeanbieter und Kassen eine Frist bis März 2017 gesetzt. Diese ist nun abgelaufen.

Zudem müssen die Kassen die Noten nach dem alten System weiter veröffentlichen. Der „Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste“(BPA) wirbt um Geduld: Denn es müssen mehr als 12.000 Pflegeheime neu geschult werden. Diese lässt sich nicht alles sofort erledigen.

So sagt der Bundespatientenbeauftragte Wolfgang Zöller (CSU): „Wenn ich aber in der Gesamtbeurteilung häufiges Wundliegen mit einem guten Schnitzel oder einem schönen Gartenfest ausgleichen kann, dann ist das Instrument gescheitert“. Quelle: https://www.pflegemarkt.com/

Als Entscheidungsgrundlage für ein Pflegeheim, sollte man sich nicht nur auf die Benotung verlassen. Die Pflegenoten verfehlen das wichtigste Ziel und sind somit keine Hilfe für die Auswahl der Pflegeeinrichtung. Auch eine Umfrage der Fachhochschule Münster bestätigt dies, den nur 4 Prozent der Befragten gaben an, das die MDK-Benotung für die Heimauswahl ein entscheidendes Kriterium ist. Vorab sollte man sich ein Bild machen von dem Pflegeheim und sich beraten lassen bevor man sich entscheidet.

Quelle: http://www.wiesbadener-tagblatt.de

Bundestagswahl: Wahlhilfe für Menschen mit Behinderung



Für viele Menschen wird die nächste Wahl ein ganz normaler Sonntag sein, den man nutzt um raus zu gehen, das Wahllokal zu besuchen und seine Kreuze zu machen. Für Menschen mit Behinderung, kann das aber zur Herausforderung werden. Eines der Kernprobleme ist dabei, dass viele Wahllokale immer noch keinen behindert gerechten Zugang haben. Natürlich kann man alternativ die Briefwahl nutzen. Doch wer die Frist zum Briefwahlantrag versäumt hat, steht eben vor dem Problem. Manche haben vielleicht das Glück und haben in ihrer Nähe ein Wahllokal mit einem behindert gerechtem Zugang, welches alternativ genutzt werden kann. Was man dafür benötigt, ist lediglich die Wahlkarte und natürlich den Personalausweis. 

Ein ganz anderes Problem tritt aber bei jeden Menschen auf, die aufgrund ihrer Behinderung gar nicht in der Lage sind, die Kreuze selbstständig zu machen, oder die Wahlunterlagen in den dafür vorgesehenen Briefumschlag zu stecken. Hier hat der Gesetzgeber im § 57 der Bundeswahlordnung eine Lösung geschaffen. Diese Personengruppe kann nämlich einen Wahlhelfer zur Unterstützung mit in die Wahlkabine nehmen. Als Wahlhelfer kann eine mitgebrachte Person eingesetzt werden, oder einer der Wahlhelfer, die im Wahllokal befindlich sind. So schreibt der §57 Abs. 1 BWO vor (Zitat): "Ein Wähler, der des Lesens unkundig ist oder der wegen einer körperlichen Beeinträchtigung gehindert ist, den Stimmzettel zu kennzeichnen, zu falten oder selbst in die Wahlurne zu werfen, bestimmt eine andere Person, deren Hilfe er sich bei der Stimmabgabe bedienen will, und gibt dies dem Wahlvorstand bekannt. Hilfsperson kann auch ein vom Wähler bestimmtes Mitglied des Wahlvorstandes sein."


Für Menschen mit Sehbehinderung, gibt es als Ausfüllhilfe, Wahlschablonen (§57 Abs. 4 BWO Zitat): "Ein blinder oder sehbehinderter Wähler kann sich zur Kennzeichnung des Stimmzettels auch einer Stimmzettelschablone bedienen."


Leider gibt es in Deutschland aber immer noch eine Personengruppe, die von der Wahl gänzlich ausgeschlossen ist (hier nachzulesen: Bundeswahlgesetz § 13 Ausschluß vom Wahlrecht).
Dieses Thema wird mittlerweile von vielen Verbänden kritisiert. Ob es hier jemals eine Änderung gibt, bleibt aber abzuwarten.

EM-Rente - Und jetzt?



Viele kennen den Leidensweg. Irgend ein Ereignis, führt einen in eine nicht vorhersehbare Krankheit. Gesichert ist man durch Krankengeld. Damit fängt eine Zeit an, in der man die Krankheit auskurieren kann. Doch in der Praxis geht das nicht immer so glimpflich ab und die nächsten Schritte, wie Übergangsgeld und der Antrag auf EM-Rente folgen. Dabei gibt es von der Rentenkasse einen schönen Grundsatz: "Reha vor Rente". Dieser Grundsatz ist gut, denn er soll betroffene vor der Erwerbsminderung retten. Leider ist das nicht immer möglich und die Reha stellt maximal eine Hilfestellung da, wie man mit der Erkrankung den Alltag meistern kann. Selbst zu dem Genuss der Reha, kommt aber nicht jeder. Beispielsweise, wenn nicht einmal eine Reha Fähigkeit gegeben ist. Was folgt: EM-Rente.

Mit der EM-Rente verlieren aber viele Menschen den Boden unter den Füßen, denn plötzlich gewinnen betroffene eine Freizeit, die irgendwie gefüllt werden muss. Wer ein Hobby hat, dieses trotz Erkrankung noch ausführen kann, behält vielleicht ein wenig Lebensinhalt. Vielen fehlt aber selbst das, oder die Krankheit verbietet die Ausübung des Hobbys. Zudem passiert es nicht selten, das betroffene in eine soziale Isolation fallen, da die Ursache, welche zur Erwerbsminderung führte, die Personen selbst daran hindern. Hinzu können auch noch finanzielle Probleme kommen, denn nicht immer reicht die EM-Rente aus um einen Grundlebensstandard zu halten. In solchen Fällen ist die Aufstockung durch Leistungen nach dem SGB XII, also der Gang zum Sozialamt, unausweichlich. Für betroffene keine schöne Situation.

In einem solchen Fall drohen leider für die Menschen viele Gefahren. Vereinsamung oder gar Depressionen drohen. Im schlimmsten Fall kommt es zum Drogenmissbrauch (Alkohol etc.)
Darum ist es für diese Menschen enorm wichtig, dass sie trotz Krankheit, ein Leben führen können, was ihnen Sinn gibt. Oft können dabei Selbsthilfegruppen unterstützen, aber auch der gute Kontakt zu Familie und Freunden. Für manche ist es hilfreich, sich einfach nur ehrenamtlich zu engagieren. Es gibt viele Möglichkeiten.

Aus diesen genannten Gründen ist es für diese Menschen wichtig, dass die Gesellschaft nicht einfach wegschaut, sondern sich auch mit den Themen, wenn auch nicht immer selbst betroffen, befasst. Denn wir dürfen nie vergessen: Es kann jeden treffen.  

Ins EU-Ausland auswandern mit Pflege oder Schwerbehinderung



Wer kennt es nicht, Urlaub, Sonne, Strand. Ein Leben wie im Paradies. Oft ist es nicht verwunderlich, dass man den Gedanken hegt, dieses Paradies dauerhaft genießen zu wollen. Doch es dabei erwarten einen auch viele Fallen, die wenn man nicht ausreichend vorbereitet ist, ziemlich teuer werden können.

Im Ausland arbeiten:


Wer im Ausland arbeiten möchte, der braucht sich eigentlich einfach nur einen Job suchen. Denkt man. In der Praxis sieht das aber ganz anders aus. Auch wenn der Job schnell gefunden ist, die geeignete Wohnung vielleicht auch, so muss man bedenken, dass der Abschied aus Deutschland auch der Abschied aus dem deutschen Sozialsystem bedeuten kann. Plötzlich ist nicht mehr die deutsche Krankenversicherung zuständig, Sozialabgaben in Deutschland fallen auch nicht mehr an. Ganz zu schweigen, von Steuern. Aus Deutschland raus, heißt nämlich auch, man muss alles im neuen Heimatland anmelden, Kfz, Krankenversicherung und natürlich die Steuern.

Ist man EM-Rentner mit teilweiser Erwerbsunfähigkeit, bezieht also eine Rente aus Deutschland, bleibt man zwar zu Teilen im deutschen Sozialsystem versichert, aber hat nur selten auch Anspruch auf Leistungen von diesem. Außer vielleicht die Rente, die man aus Deutschland erhält und im Normalfall auch EU weit gezahlt wird.

Im Ausland mit Schwerbehinderung:

Hat man einen in Deutschland anerkannten Schwerbehinderungsgrad (GbR), so ist dieser nicht ohne weiteres in das neue Heimatland übertragbar, da die Feststellung nach deutschen Richtlinien erfolgte. In einem anderen Land, können aber ganz andere Bewertungskriterien dazu führen, dass man eventuell sogar seine Schwerbehinderung gemindert oder gar aberkannt bekommt. Es muss also alles neu beantragt werden. Es gibt zwar (steuerliche) Aspekte, die einen dazu berechtigen, den deutschen Schwerbehinderten Ausweis zu behalten, das ist aber eher die Ausnahme. 

Besonders sollten jene aufpassen, die ein Kfz besitzen, dass für die Schwerbehinderung umgebaut wurde, denn nicht überall ist dieses Fahrzeug überhaupt wart bar und das kann zu bösen Überraschungen in der Werkstatt führen.

 

Pflege im Ausland:

Wer in Deutschland als Pflegebedürftig eingestuft ist, wird kein großes Problem haben, sein Pflegegeld auch in das EU-Ausland zu exportieren. Das war es aber meist auch schon. Pflegesachleistungen werden nach aktuellem Recht, nicht exportiert. Somit muss ggf. das Pflegeheim aus eigener Tasche bezahlt werden. Trotzdem kann sich das rechnen, denn in einigen Ländern ist die Unterbringung erheblich kostengünstiger. Hier sollte man sich aber genauestens informieren, um nicht in eine Kostenfalle zu tappen oder gar mit schlechter Pflegeleistung kämpfen zu müssen. Zudem kann es zu Sprachbarrieren kommen, wenn die Sprache des neuen Heimatlandes nicht beherrscht wird.  


Medikamente und Arztkosten:

Auch hier droht eine Kostenfalle. In einigen EU-Ländern sind zwar Medikamente erheblich günstiger, aber neben Medikamenten gibt es immer noch Arztkosten. Nicht selten erhält man mit der gesetzlichen Krankenversicherung, nur eine Minimalversorgung. Ratsam ist es da, genau zu prüfen, wie die medizinischen Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung aussehen. Hilfreich sind zwar oft zusätzliche private Krankenversicherungen, aber diese sind nicht immer kostengünstig.


Steuern:

Wer im Ausland lebt, muss auch dort Steuern bezahlen. Aber auch da gibt es beispielsweise für Rentner, wieder Ausnahmen. Gerade Rentner sollten sich daher beim Finanzamt Neubrandenburg (RiA) beraten lassen, denn je nach Art der Rente, oder deren Zeitpunkt des erst erhaltest, kann auch eine mögliche Versteuerung in Deutschland in Frage kommen. Zudem gibt es zwischen Deutschland und vielen anderen EU-Staaten, bereits sogenannte Doppelsteuerabkommen. Dazu gibt es mehr Informationen auf der Seite des Bundesfinanzministeriums


Tipp:


Bevor man den Schritt endgültig wagt, sollte erst einmal ein längerer Urlaub im neuen möglichen Heimatland gemacht werden. Dieser Urlaub sollte aber nicht zum "ausruhen" genutzt werden, sondern vielmehr dazu, um sich über alle Gegebenheiten zu informieren. Wer auf ein Fahrzeug, bspw. wegen einer Behinderung, angewiesen ist, sollte prüfen, ob es auch Transportmöglichkeiten gibt, falls das Fahrzeuge einmal ausfällt.

Viele Informationen erhält man oft, von den Konsulaten des jeweiligen Landes. Eine gute Informationsquelle ist zusätzlich das Bundesverwaltungsamt.
Auf einer besonderen Seite des Bundesamt für Soziales findet man den Sozialkompass, der einen themen- und länderspezifisch viele Informationen bietet.


Anm. der Redaktion: Wer übrigens noch Tipps hat, die wir hier "vergessen" haben, kann gerne unser Kontaktformular verwenden. Wir werden dann diesen Artikel entsprechend aktualisieren.

 

 

 

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Pflege weniger Erbschaftssteuern



Bei Pflege eines Angehörigen befreit das Finanzamt ein Teil von der Erbschaftssteuer, aber nur dann wenn der Erbe bzw. Beschenkte den Erblasser oder Schenker ohne Entgelt oder nur gegen unzureichendes Entgelt gepflegt oder ihm Unterhalt gewährt hat. Der Steuerfreibetrag ist bis zu 20.000 Euro. Die Steuerbefreiung des Erbes wird in die Höhe begünstigt, welche als angemessenes Entgelt für die Pflege entspricht.

Die Bewertungen orientieren sich entsprechenden dem Leistungsträger der Pflegebranche. Hat man über sehr viele Jahre intensive und umfassende Pflegeleistung erbracht, die den Wert von 20.000 Euro übersteigen, so kann auch ohne Einzelnachwies der Freibetrag gewährt werden. Bisher wurden die Freibeträge nicht gewährt Kindern, die ein pflegebedürftiges Elternteil zu Lebzeiten gepflegt haben, denn Verwandte in erster Linie sind gesetzlich zum Unterhalt, entsprechend ihrer Möglichkeiten verpflichtet. Laut Urteil des Bundesfinanzhof (Urteil vom 10. Mai 2017, II R 37/15) ist dieses nur nicht mehr gegeben. Somit können auch Erben davon profitieren auch wenn Sie Unterhalt verpflichtet sind. Dazu kommen noch die persönlichen Freibeträge der Erbschaftsteuer durch den Pflegefall.

Wichtig ist, dass der Erbe Art, Dauer, Umfang und Wert der erbrachten Pflegeleistungen darstellen und nachweisen kann. Als Vergleichsgrößen können hier Berufsträger oder gemeinnützige Vereine dienen. Bei langjährigen, intensiven und umfassender Pflege muss kein Einzelnachweis erbracht werden.

Überprüfen Sie bei Abgabe der Erbschaft-oder Schenkungssteuererklärung ob ein Pflegebetrag abgezogen werden kann. Denn hierdurch senkt sich der steuerpflichte Erwerb und es fällt weniger oder keine Erbschaft- oder Schenkungsteuer an. 

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/steuern-sparen/weniger-erbschaftssteuer-bei-pflege-von-angehoerigen-15170250.html

 

Bei dem Thema Pflege fühlen sich die deutschen schlecht abgesichert



Im Jahr 2016 wurde noch angegeben das sich jeder fünfte Berufstätige, ausreichend für den Pflegefall abgesichert fühlt, in diesem Jahr 2017 nur 15 Prozent. Es fehlen für eine ausreichende Vorsorge die finanziellen Mittel, das gaben mehr als 36 Prozent an. Im Jahr 2016 gaben nur 29 Prozent an, das ihnen zur Vorsorge die finanziellen Mittel fehlen würden. Dieses geht aus dem Axa Deutschland-Report 2017 hervor.

Bei den Rentnern und Pensionären in Deutschland ist die Zahl noch deutlich gestiegen von 31 Prozent 2016 zu 43 Prozent. Die Rentner und Pensionäre die ihre Vorsorge als sicher fanden, sank von 29 Prozent auf 23 Prozent.

Bundesweit gibt es knapp 2,86 Millionen Menschen, die pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI) sind. Daraus geht hervor, dass sich die Zahl für Pflegebedürftige Menschen gegenüber Dezember 2013 um 234.000 Personen erhöht hat. Im Jahr 2030 geht man von circa 3,5 Millionen Pflegebedürftigen aus.

Die Westdeutschen sehen den Staat eher in der Verantwortung bei der Absicherung des Pflegefallrisikos als die Ostdeutschen. Während in Mecklenburg-Vorpommern nur 8 Prozent der Berufstätigen den Staat in der Pflicht sehen, diesen bei unzureichender finanzieller Vorsorge zu unterstützen. Sind es in Bayern 22 Prozent. Somit sehen die Ostdeutschen denn Staat weniger in der Verantwortung, bei der Absicherung des Pflegefalls als die Westdeutschen.

Quelle: http://www.procontra-online.de/artikel/date/2017/09/pflege-deutsche-fuehlen-sich-schlecht-abgesichert/

 

 

 

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