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VdPB: Höchste Priorität gehört den beruflich Pflegenden

Bildinhalt: Eine Frau mit einem Laptop.

Prioritätenprogramm des AGVP verschleiert unhaltbare Forderungen / Flexibilität bei Personalplanung löst Pflegenotstand nicht / Flächentarifvertrag zwingend erforderlich München.

Mit dem sogenannten "Prioritätenprogramm Altenpflege" verschleiert der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) nach Ansicht der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) nur mehr die altbekannten Forderungen nach Flexibilisierung der Fachkraftquote in der Langzeitpflege und Tariffreiheit als mögliche Lösungen im Kampf gegen den Pflegenotstand. Die VdPB hält beides für kontraproduktiv und geeignet, die Probleme in der Langzeitpflege eher zu verschärfen als zu lösen.

"Unter mehr Flexibilität in der Personalplanung versteht der AGVP vor allem ein Aufweichen der Fachkraftquote. Doch abgesehen davon, dass es ab 1. Januar 2020 gesetzlich definierte Vorbehaltsaufgaben für Pflegefachpersonen gibt, die weder Hilfskräften noch Physiotherapeuten oder Logopäden übertragen werden können, ist die Qualität der Pflege maßgeblich von einer fachlich fundierten Ausbildung abhängig. Bevor man darüber diskutiert, wie sich der Personalmix einer Einrichtung gestalten lässt, muss man doch mit Blick auf das Wohl der Bewohner und Patienten den tatsächlichen Pflege- und den dementsprechenden Fachpersonalbedarf zunächst einmal ermitteln. Erst wenn wir ein angemessenes Instrument dazu in den Händen haben - das erwarten wir für die Langzeitpflege 2020 nach Veröffentlichung der Rothgang-Studie -, können wir über den von AGVP-Präsident Thomas Greiner geforderten bedarfsgerechten Qualitätsmix reden", widerspricht VdPB-Präsident Georg Sigl-Lehner. 

 

Zudem sind nach Ansicht der VdPB flächendeckende Tarifvorgaben zwingend erforderlich, um das Ziel einer angemessenen Entlohnung in der professionellen Pflege zu erreichen. An ihr lässt sich nicht nur die Anerkennung der Leistung Pflegender messen, sie ist auch eine der wesentlichen Voraussetzungen dafür, die Pflegeberufe attraktiver zu machen. Bestehende Tarifstrukturen wie der TVöD oder der AVR sollten den Tarifpartnern als Orientierung dienen, wünscht sich Sigl-Lehner und kritisiert den vom AGVP vorgeschlagenen Mindestlohn für Pflegefachpersonen scharf: "Angesichts der hohen Renditen, die beispielsweise Investorengruppen in der Altenpflege erwirtschaften, ist der Vorschlag eines Mindestlohns von 2.500 Euro für eine Fachkraft an Zynismus kaum zu überbieten. Gewinne dürfen nicht auf Kosten der Pflegenden maximiert werden, ebenso wenig wie auf Kosten der Menschen, die diese Pflege brauchen." Die Refinanzierung höherer Lohnkosten müsse die Solidargemeinschaft leisten, fordert die VdPB. Pflege gehöre in den Kanon der hoheitlichen Aufgaben, die derzeitige Situation sei eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, so Sigl-Lehner.

Die VdPB hält auch den Einsatz ausländischer Pflegefachkräfte für eine unzulängliche Maßnahme, um dem Fachkräftemangel nachhaltig zu begegnen. Die Erfahrung zeige, dass die sprachlichen und kulturellen Barrieren oft zu hoch seien und noch dazu die pflegerische Versorgung in den Herkunftsländern in eine Schieflage geraten könne.

"Höchste Priorität haben für die VdPB die beruflich Pflegenden, die dringend Entlastung durch mehr qualifiziertes Personal und verbesserte Rahmenbedingungen benötigen. Wir sehen den Dreh- und Angelpunkt in der Langzeitpflege und im klinischen Bereich in der wissenschaftlich fundierten Personalbemessung. Wenn die Maßnahmen der Konzertierten Aktion Pflege zügig umgesetzt werden, werden entsprechende Instrumente in absehbarer Zeit zur Verfügung stehen. Wir werden auf jeden Fall massiv darauf drängen. Das tun wir auch im Interesse von Patienten, Bewohnern und Angehörigen, die einen Anspruch auf eine gute und umfassende pflegerische Versorgung haben, die ihren Bedürfnissen gerecht werden kann", erklärt VdPB-Präsident Sigl-Lehner.

Quelle: VdPB

Alltag Psychisch Kranker durch lösungsorientiertes Denken verbessern

Bildinhalt: Eine Frau am Laptop, man sieht ihr Gesicht nicht.

Die Zahlen sind enorm hoch: laut DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde) haben in Deutschland derzeit fast 18 Millionen Menschen eine psychische Erkrankung; das ist nahezu jeder Vierte. Bei deren Behandlung spielen Ergotherapeuten eine wichtige Rolle: Sie befähigen Psychisch Kranke, besser mit ihrer Erkrankung umzugehen, indem sie ihnen ihre vorhandenen eigenen Stärken vor Augen führen. So verändert sich deren Blick; sie lernen, das Positive in ihrem Alltag zu erkennen.

"Denken Sie nicht an einen rosa Elefanten." Mit diesem wirksamen Trick verdeutlicht die Ergotherapeutin Gesa Döringer, DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.), weswegen sie und ihre Berufskollegen den Fokus ihrer Klienten immer wieder auf das Positive lenken. Wer zum ersten Mal zu Ergotherapeuten kommt, wird überrascht sein. Davon, dass nicht etwa 'der rosa Elefant' - das Problem - im Mittelpunkt steht. Sondern es auch um Fragen geht wie die eigenen Wünsche, Ziele, Ressourcen, Befähigungen und generell den Alltag. Dabei umgehen Ergotherapeuten, wenn sie mit psychisch Kranken arbeiten, die Angststörung, die Depression oder die Folgen des Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenmissbrauchs ihres Gegenübers nicht. Sie versetzen sie auf vielfältige Weise in die Lage, mithilfe dessen was in ihnen steckt, mit ihrer Krankheit im Alltag besser zurechtzukommen. Und sie geben der Krankheit und deren Auswirkungen einen neuen Stellenwert.

Respektvoller Umgang mit Psychisch Kranken

Wie das funktioniert? Die Ergotherapeutin Gesa Döringer pickt sich einen von vielen Aspekten heraus, wie sie psychisch kranken Menschen eine veränderte Sicht auf sich selbst ermöglicht: "Ich mache ihnen beispielsweise ehrliche Komplimente". Sie ist aufrichtig beeindruckt, wieviel Kraft Menschen mit einer psychischen Erkrankung aufbringen, um bestimmte Situationen in ihrem Alltag zu bewältigen und in die Therapie zu kommen. Das sagt und zeigt sie ihren Klienten, die sich dadurch verstanden fühlen und Vertrauen entwickeln. Das ist essentiell, denn die Betroffenen hören manchmal Stimmen, die ihnen vielleicht sogar Anweisungen geben. Oder ihre psychische Erkrankung lässt sie glauben, dass Ereignisse im Alltag wie etwa ein blaues Fahrzeug Zeichen dafür sind, dass etwas Bestimmtes passieren wird. Wie anstrengend es für diese Menschen ist, sich auf ihr Tun im Alltag zu konzentrieren, lässt sich nur erahnen.

Ergotherapeutische Spurensuche im Alltag Psychisch Kranker

Um den Alltag von Menschen mit einer psychischen Erkrankung zu verbessern, macht Gesa Döringer zusammen mit den Betroffenen eine Betätigungsanalyse. Ihr stehen unterschiedliche Vorgehensweisen zur Verfügung. Etwa die sogenannte 'Wunderfrage', eine in die Zukunft gerichtete Analyse. Also: Wie sieht der Alltag der betroffenen Person aus, wenn über Nacht ein Wunder geschieht? Die Ergotherapeutin lässt sich im Detail beschreiben, wie derjenige Aktivität an Aktivität reiht und welche weiteren Personen dabei eine Rolle spielen; sie lässt sich Gerüche, Gedanken und Gefühle schildern. Das hilft demjenigen sich daran zu erinnern, wie gut sich das alles anfühlt. Und steigert die Motivation, sich für diese Zukunft einzusetzen. Mit ausgeklügelten Fragetechniken und durch immer detaillierter werdendes Nachfragen der Ergotherapeutin kristallisiert sich so auch heraus, welche Tätigkeiten den Alltag dieses Menschen zu einem erfüllten Leben machen. Und wie er sich schrittweise diesem gewünschten Alltag annähern kann. 

 

Das Positive im Alltag suchen und verankern

Die Ergotherapeutin begeistert sich für die vielen ergotherapeutischen Möglichkeiten, um den Alltag von Menschen mit psychischen Problemen zu verbessern. Dabei ist ihr vor allem eine lösungsorientierte, positive Haltung wichtig. Sie sagt: "Ich arbeite eine Stunde in der Woche mit meinen Klienten. Die restlichen 167 Stunden bis zum nächsten Termin sind sie auf sich selbst gestellt". Ihre Aufgabe ist es, Menschen mit einer psychischen Erkrankung so zu befähigen, dass sie ihren Alltag allmählich besser alleine bewältigen und dabei immer wieder das Positive erkennen können. Dazu erhalten die psychisch Kranken nach jeder Intervention die Aufgabe, im Alltag genau darauf zu achten, wann etwas gelingt, wann etwas positiv ist. Wann schafft es beispielsweise eine Mutter mit Depression, Frühstück und Pausenbrote für ihre Kinder zu richten? War es dann, wenn sie rechtzeitig und gut schlafen konnte und erholt aufgewacht ist? Und wie ist es ihr gelungen, in einen guten Schlaf zu kommen? Mit dem Bericht zu den positiven Erlebnissen, also wie es ihnen in der zurückliegenden Woche gelungen ist, der Erkrankung die Stirn zu zeigen, startet das nächste Treffen mit der Ergotherapeutin. Die Erkenntnis, dass das Problem nicht 24 Stunden am Tag da ist, sondern dass es Momente gibt, in denen der Alltag besser funktioniert, sorgt dafür, dass sich die Wahrnehmung des Positiven bei den Menschen mit einer psychischen Erkrankung nach und nach weiter verstärkt. Das kann helfen, zunehmend mehr Vertrauen in sich selbst zu gewinnen.

Zeit vor der psychischen Erkrankung beleuchten

Für das Erreichen der anvisierten Ziele spielen die Ressourcen und Fähigkeiten, die in jedem schlummern, eine wichtige Rolle. Fragend tastet sich Döringer so lange vor, bis die Befragten diese selbst erkennen. Dazu analysiert sie mit ihnen beispielsweise die Zeit vor ihrer psychischen Erkrankung und findet so heraus, wie es denjenigen früher gelungen ist, belastende Situationen erfolgreich zu bewältigen. Sie veranschaulicht das am Beispiel eines Klienten mit einer Psychose. Der Mann traute sich zunächst noch nicht, seine Arbeit wieder aufzunehmen, weil er seine Wutausbrüche fürchtete. Aus ihren intensiven Befragungen wusste die Ergotherapeutin, dass er auf hohem Niveau Fußball gespielt hatte. Dabei war es ihm gelungen, während seiner gesamten Spielerlaufbahn keine einzige rote Karte zu bekommen. Sein Geheimnis, sprich seine persönliche Bewältigungsstrategie: Er hatte einen so starken Siegeswillen, dass er immer die Kontrolle über sein Handeln behalten konnte. Mit diesem Bild im Kopf gelang es ihm, bei der Arbeit diesen Siegeswillen wieder aufzubringen, sogar Provokationen von Kollegen auszublenden. Oder Ungerechtigkeiten an sich abgleiten zu lassen. Sein Ziel, zurück ins Berufsleben, hat er erreicht.

Informationsmaterial zu den vielen Themen der Ergotherapie gibt es bei den Ergotherapeuten des DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.); Ergotherapeuten in Wohnortnähe auf der Homepage des Verbandes im Navigationspunkt Service und Ergotherapeutische Praxen, Suche.

Quelle: Deutscher Verband der Ergotherapeuten

Intelligentes Hören: Mit moderner Technik erleichtern Hörakustiker den Alltag

Bildinhalt: Jemand hält in der Hand ein Hörgerät.

Künstliche Intelligenz, moderne Sensortechnik und Digitalisierung sind Tools, die Menschen mit Hörverlust mehr Lebensqualität im Alltag ermöglichen. Der 64. Internationale Hörakustiker-Kongress findet im Oktober 2019 in Nürnberg statt. Dort wird die Vielfalt moderner Hörlösungen präsentiert: Telefonieren und Musikhören mit Hörsystemen, Sprachübersetzung, Steuerung von Haushaltsgeräten und automatische Programmwahl für verschiedene Bewegungsarten sind nur einige davon.

Es gibt viele Situationen, in denen gutes Hören und Verstehen gefragt sind, im Café oder Restaurant, beim Sport oder im Straßenverkehr. Hier erweisen sich moderne Hörsysteme als unverzichtbare Alltagshelfer: Mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) können die smarten Geräte aus dem Verhalten ihres Nutzers Erfahrungen sammeln, wiederkehrende Muster erkennen und daraus Regeln für künftige Hörsituationen ableiten. "Das Hörsystem lernt zum Beispiel, dass seine Trägerin beim Radfahren gerne eine Windgeräuschunterdrückung nutzt", erklärt EUHA-Präsidentin Beate Gromke. "Es erkennt außerdem die für das Radeln typische Geräuschkulisse." Fortan aktiviert es in diesen Situationen automatisch die Windgeräuschunterdrückung, ohne dass die Trägerin selbst etwas einstellen muss. Voraussetzung für den Einsatz von künstlicher Intelligenz in Hörsystemen ist eine optimale und bedarfsgerechte Programmierung der Geräte durch den Hörakustiker. Dieser passt die Systeme individuell an und berücksichtigt dabei sowohl einen eventuell vorhandenen Hörverlust wie auch die ganz spezifischen Präferenzen des Kunden. "Diese Feinjustierung ist Grundlage dafür, dass die Algorithmen in den Hörsystemen Hörvorlieben erkennen und bevorzugte Einstellungen abrufen können", betont Gromke.

Zuhören in Vortrags- oder Klassenräumen, Konzertsälen oder vergleichbaren Situationen kosten Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen oft große Anstrengung. Abhilfe schaffen können ausgebildete Hörakustiker, die Experten auch für drahtlose akustische Übertragungsanlagen (DAÜ) sind. Hierbei wird ein Sendermikrofon drahtlos mit dem Empfängergerät - einem modernen Hörsystem - gekoppelt. So kommen die akustischen Signale des Sprechenden direkt und in exzellenter Qualität im Gehör des DAÜ-Nutzers an. Hörakustiker informieren nicht nur über die aktuell am Markt verfügbaren Lösungen und die Möglichkeiten zur Installation einer solchen Anlage, sie beraten auch zu Fragen der Kostenübernahme und unterstützen bei entsprechenden Anträgen. Vor Ort überprüfen sie die Funktion der DAÜ und können Optimierungen vornehmen. "Nicht nur für Menschen mit einer Hörminderung, sondern auch für Normalhörende können Vortragssituationen mithilfe einer DAÜ sehr viel entspannter sein", verspricht Beate Gromke, Hörakustikmeisterin und Präsidentin der Europäischen Union der Hörakustiker e. V. (EUHA). Die EUHA hat eine Leitlinie herausgegeben, die Hörakustiker und -akustikerinnen in der Praxis dabei unterstützt, Funktion und Nutzen einer Anlage bestmöglich zu überprüfen. Diese Leitlinie kann online unter www.euha.org/leitlinien abgerufen werden.

Zu künstlicher Intelligenz in Hörsystemen, zu drahtlosen akustischen Übertragungsanlagen und vielen weiteren Themen informieren sich Hörakustiker aus der ganzen Welt auf dem 64. Internationalen Hörakustiker-Kongress. Dieser findet vom 16. bis 18. Oktober 2019 in der Messe Nürnberg statt. In über 20 wissenschaftlichen Fachvorträgen können sich Akustiker für ihre professionelle Arbeit mit den Kunden weiterbilden. Auf der begleitenden Fachausstellung zeigen zudem mehr als 140 internationale Aussteller ihre Produktneuheiten.

Quelle: EUHA

DEKV: Pflegepersonaluntergrenzen dürfen die qualifizierte Patientenversorgung nicht gefährden

Bildinhalt: Eine ältere Dame mit einer Handtasche und einen Schlüssel in der Hand.

Per Verordnung wird das Bundesgesundheitsministerium die ab 2020 geltenden Pflegepersonaluntergrenzen in pflegesensitiven Bereichen im Krankenhaus festlegen und legte am 09. September 2019 den Referentenentwurf dazu vor. "Für den Deutschen Evangelischen Krankenhausverband ist es wichtig, dass die neuen Pflegepersonaluntergrenzen eine moderne Gestaltung der Pflege ermöglichen, wie sie in den Krankenhäusern bereits täglich gelebt wird. Dies bedeutet vor allem eine moderne, arbeitsteilige Gestaltung, die darauf abzielt, die examinierten Pflegefachkräfte zu entlasten und zu unterstützen.

Nur so können sie sich auf ihre pflegerischen Kernaufgaben konzentrieren. Um dieses Ziel zu erreichen, werden neben Pflegehilfskräften in den Krankenhäusern weitere Gesundheitsfachkräfte mit unterschiedlichen Qualifikationen eingesetzt. Passend zum Bedarf auf den Stationen sind das zum Beispiel Medizinische Fachangestellte, Anästhesietechnische Assistenzen, Notfallsanitäterinnen und -sanitäter oder Heilerziehungspfleger und Heilerziehungspflegerinnen.

Dieser Mix an Qualifikationen trägt maßgeblich dazu bei, alle Patientengruppen qualifiziert und bedarfsgerecht zu versorgen. Und nur so kann die Sicherheit der Patienten durch ausreichend Personal sichergestellt werden", erklärt Christoph Radbruch, Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes (DEKV).

Besondere Patientenbedürfnisse im interdisziplinären Team erfüllen

Ein Bereich, für den ab 2020 die Pflegepersonaluntergrenzen erstmals festgelegt werden sollen, ist die Neurologie. Hier werden unter anderem Patientinnen und Patienten mit Epilepsie und schweren geistigen Behinderungen betreut. Die Erfahrung aus den evangelischen Epilepsiezentren, in denen jährlich etwa 2.500 Patientinnen und Patienten mit dieser Hauptdiagnose versorgt werden, zeigt, dass diese Patientengruppe am besten in einem interdisziplinären Team qualifiziert und bedarfsgerecht versorgt werden kann: Für Ärzteschaft und Pflegefachkräfte wird die richtige Diagnose sowie die Einschätzung und Behandlung des vorliegenden Krankheitsbildes häufig erschwert.

Ein Grund ist die oftmals eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit der Erkrankten. Hinzu kommt, dass sich Menschen mit Epilepsie und schweren geistigen Behinderungen oft herausfordernd verhalten: Sie versuchen wegzulaufen, schreien oder möchten sich nicht behandeln lassen. Eine Ursache für dieses Verhalten kann Angst vor der ungewohnten Situation im Krankenhaus und fremden Menschen sein. 

 

Für die Patientinnen und Patienten ist ihr Verhalten aber auch eine Form der Kommunikation, die ihre eingeschränkte Sprachfähigkeit ausgleicht. Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger bringen durch ihre Ausbildung die Qualifikation mit, diese nonverbale Kommunikation zu entschlüsseln. Im interdisziplinären Team mit Pflegefachkräften, Ärztinnen und Ärzten tragen sie daher bei der prästationären und stationären Aufnahme, in der stationären Behandlung und im Entlassmanagement wesentlich zu einer bedarfsgerechten und qualifizierten Versorgung dieser besonders schutzbedürftigen Patientinnen und Patienten bei.

"Um die bedarfsgerechte und qualifizierte Versorgung der Patientinnen und Patienten sicherzustellen, müssen im Verordnungsverfahren der Pflegepersonaluntergrenzen weitere Gesundheitsfachberufe berücksichtigt werden. Ganz besonders liegen uns dabei vulnerable Patientengruppen wie Menschen mit Epilepsie und schweren geistigen Behinderungen am Herzen. Daher fordern wir, dass Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger bei der Versorgung von Menschen mit schweren Mehrfachbehinderungen für die Erfüllung der Pflegepersonaluntergrenzen in der Neurologie ebenso angerechnet werden können wie Pflegehilfskräfte", betont Radbruch.

Quelle: DEKV

Was ändert sich ab 1 Oktober 2019

Bildinhalt: Eine Uhr die draußen auf einem Felsen steht um ihr herum sind lauter Laubblätter.

Ab dem 1 Oktober ändern sich wieder einige Gesetze.

DMP- Programm für Rückenschmerzen

Viele chronisch kranke Menschen kennen die DMP - Programme (DMP = Disease-Management-Programme). Dabei handelt es sich um strukturierte Behandlungsprogramme, die als Unterstützung zur chronischen Erkrankung dienen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat zum 1. Oktober auch chronische Rückenschmerzen mit in das DMP aufgenommen. 

Neuer Pflege-TÜV kommt ab Oktober 2019

Die bisherige Bewertung der Qualität der Pflegeheime durch Noten wird in Zukunft von drei Bausteinen bewertet. So sollen 10 Qualitätsindikatoren Aufschluss darüber geben ob die Ergebnisqualität des Pflegeheims unter oder über den Durschnitt Bundesweit liegt. Auch sollen dabei die Pflegeheimbetreiber mehr einbezogen werden als derzeit. Dabei kommt auf die Pflegeheime ein größerer Aufwand zu bei der Personalschulung, Prozessanpassung sowie der Softwareoptimierung. Auch soll in Zukunft der Bürger sich Informieren können im Internet über die Qualität der Pflegeheime.

Die Führerschein-Prüfungsfragen sollen überarbeitet werden

Der Fragekatalog soll ab 1 Oktober für die theoretische Prüfung des Führerscheines überarbeitet werden. Hierbei sollen neue Fragen hinzukommen und alte verändert werden. Wichtig ist das wer ab Oktober seine Prüfung macht sollte auch die neuste Fragesoftware nutzen.

Uhren werden umgestellt auf Winterzeit am 27 Oktober

Die Winterzeit fängt ab 27 Oktober an um drei Uhr morgens werden die Uhren zurückgestellt auf eine Stunde. Ab 2021 wird die Zeitumstellung abgeschafft, es soll dann entschieden werden ob nach dem Sommer- oder Winterzeitmodell dauerhaft die Uhr umgestellt wird.

Ab Oktober kann das Fahrzeug online angemeldet werden 

 

Es ist nun möglich ohne zu Amt zugehen sein Fahrzeug anzumelden ganz bequem von zu Hause aus. Jedoch ist dieses noch etwas umständlich, um ein Auto oder Motorrad anzumelden muss der Personalausweis online identifiziert werden damit dieser Service genutzt werden kann. Ein Lesegerät für den Personalausweis ist somit erforderlich oder ein Smartphone das ein NFC-Chip hat.

Beim Mietzuschuss in Berlin wird erhöht

In Berlin gibt es einen Mitzuschuss für einkommensschwache Haushalte. Dieses Beschlossen der Berliner Senat. Es ist jedoch noch unklar wieviel Geld es in Zukunft mehr gibt.

ADAC bietet ab Oktober neue Policen an

Neue Mitglieder können zur neuen ADAC Autoversicherungs-Police wechseln. Bestands Mitglieder sollen bis zu 10 Prozent Rabatt bekommen.

Verkäuferschutz will Ebay ab 1 Oktober verbessern

In Zukunft soll bei Ebay durch ein Update der Verkäuferschutz verbessert werden. Der Schutz soll besonders für Ebay-Plus-Verkäufer sowie gewerbliche Verkäufer sein. So können die Verkäufer in etwa 50 Prozent der Rückerstattungskosten einbehalten, falls die Ware bei der Rücksendung beschädigt wurde oder der Käufer die Ware benutzt hat. Auch für die Käufer hat die neue Regelung Vorteile den in Zukunft müssen die Verkäufer bestimmte Artikelmerkmale angeben damit die Käufe die Artikel leichter finden können.

Kein Vertrauen in Rentenpolitik

Bildbeschreibung: Hand mit Geld.

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hat eine Umfrage veröffentlicht, nach der nur rund 15 Prozent die Rente als gesichert ansehen. Rund 79 Prozent haben Zweifel an einer gesicherten Rente. Rund 65 Prozent halten es für falsch, eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung einzuführen. 

Eigentlich sind diese Zahlen ein Beleg für eine gescheiterte Rentenpolitik und vielleicht sogar eine Ursache für den politischen Absturz der SPD, die immer mehr an Wählergunst verliert. Die Menschen sind unzufrieden, was sich schon an den Kritiken der Erwerbsgeminderten Rente zeigte, als sich herausstellte, dass diese nur für "Neurentner" gelten wird und Bestandsrentner leer ausgehen. Seitens der SPD wurde dabei nie die Frage beantwortet, ob sich das überhaupt mit der UN- Behindertenrechtskonvention vereinbaren lässt, oder hier sogar eine mittelbare Diskriminierung vorliegt. Die Rentenpolitik wurde brachial fortgeführt, so frei nach dem Motto: "Steht doch im Koalitionsvertrag".

Und jetzt kommt die Grundrente? Natürlich nur für jene, die 35 Jahre Rentenpunkte sammeln konnten. Wer wird schon wieder ausgeklammert? Die Gruppe der Erwerbsgeminderten. Ein Leitfaden sozialer Gerechtigkeit in einer sozialdemokratischen Partei? Oder am Ende von jener Partei die sich als "christlich" bezeichnet und vergessen hat, welche Basiselemente der Christentum wirklich beinhaltet?

Dann gibt es da noch, auch wenn nicht direkt mit der Rente verknüpft, aber indirekt schon, jene die auf Grundsicherung angewiesen sind. Eine Grundsicherung, die bereits seitens der UN in Kritik steht, da diese viel zu gering ist. Ein Deutscher Staat, der das ignoriert, da diese Kritik ja keine Rechtsverbindlichen Maßnahmen zur Folge haben. Betrachtet man dabei die Parteizugehörigkeit der verantwortlichen Ministerien, die zudem noch jedes Statement zu dem Thema unterlassen, wundert es niemanden, wie sich die politische Landschaft in Deutschland neu aufstellt.

Und ja, gerade Menschen die aufgrund einer Erkrankung eben nicht mehr Erwebstätig sein können, sind Menschen mit Behinderung.

 

Heil zu den Arbeitsmarktzahlen im September - Retter der Pflege?

Bildbeschreibung: Pressefoto von Hubertus Heil.

Der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, äußert sich auch diesen Monat wieder zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen. 

„Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist nach wie vor stark. Die Arbeitslosenquote lag im September bei 4,9 Prozent. Das ist ein kleiner Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat. Wir erleben weiter einen historisch hohen Stand bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Gleichzeitig hat die weltwirtschaftliche Eintrübung aber erste Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und insbesondere auf die Arbeitslosenversicherung. Infolge weltwirtschaftlicher Entwicklungen, insbesondere im Handelsstreit zwischen China und den USA und den Risiken eines ungeordneten Brexits, steigen in Teilen des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland die Zugänge in Arbeitslosigkeit. Sollte sich die Konjunktur weiter abschwächen, sind wir in Deutschland aufgrund der Rücklagen bei der Bundesagentur für Arbeit und einer großen Bandbreite schnell einsetzbarer arbeitsmarktpolitischer Instrumente gut gerüstet. Auf lange Sicht steht die deutschen Wirtschaft infolge des Strukturwandels und der Digitalisierung vor großen Herausforderungen. Daher verstärken wir unsere Anstrengungen für mehr Weiterbildung und Qualifizierung mit Weitsicht und legen im Herbst das ‚Arbeit-von-morgen-Gesetz‘ vor.“, so Hubertus Heil in seiner Pressemitteilung.

Ob sich dieser Optimismus von Hubertus heil in den nächsten Monaten fortsetzen lässt, bleibt abzuwarten, denn das Wirtschaftswachstum schwächelt in Deutschland. Im Spiegel-Wirtschaftsmonitor heißt es sogar. "Bürger stellen sich auf schlechte Zeiten ein". Aber vielleicht lässt sich ja am Ende für den Einen oder Anderen eine Umschulung zur Pflegefachkraft bewerkstelligen und die schwächende Wirtschaft wird zur Stärkung in der Pflege genutzt. Praktisch würde das allerdings nicht funktionieren, wie sich in der Vergangenheit gezeigt hat. Seitens der Jobcenter gab es schon einmal den Ansatz, Langzeitarbeitslose auf Pflegeberufe umzuschulen. Gescheitert ist das aber daran, dass die reine Umschulung nicht ausreichte, denn neben der theoretischen Qualifikation muss auch die praktische Qualifikation da sein. Doch genau dabei hat sich herausgestellt, dass eben doch nicht jeder Mensch für einen Pflegeberuf geeignet ist.

Infografik: Arbeitslosigkeit in Ost und West gleicht sich an | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

 

Behindertenpolitik und Integration gescheitert?

Bildbeschreibung: Person wird im Rollstuhl geschoben.

Nach nun 10 Jahren UN- Behindertenrechtskonvention, Überarbeitung des Bundesteilhabegesetzes, sowie vielen anderen Maßnahmen zur Teilhabe und Inklusion, sollte man eigentlich vermuten, dass diese Themen in Deutschland eigentlich keine Themen mehr sind. Doch dem ist so. Schlimmer noch. Die Bundesregierung scheint sich eher träge zu verhalten, was solche Themen angeht. Deutlich wird das, wenn man den Blick auf andere EU- Staaten wirft, die mit der Behindertenpolitik wesentlich weiter ist und wo Menschen mit Behinderung gesellschaftlich voll integriert sind.

Deutlich wird das immer wieder, wenn es um Anliegen geht, die sich in behördlichen Strukturen bewegen und außerhalb der Verantwortung der Bundesregierung liegen, weil die praktischen Vorgehensweisen auf die Verantwortung der einzelnen Länder deligiert wurde. Die Folge ist, dass sich die Bundesländer zwar an die Gesetze halten müssen, ihnen aber in der Umsetzung sehr viel Spielraum gelassen wird. Verdeutlichen lässt sich das an einem einfachen Beispiel. Menschen mit Behinderung, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch beanspruchen wollen, müssen einen entsprechenden Antrag stellen. Da wo es in dem einen Bundesland ausreichend ist, die benötigten Anträge und Unterlagen per Fax oder E-Mail zuzusenden, wird in anderen Bundesländern das persönliche Erscheinen erwünscht, oder der/die Antragsteller/In gezwungen, Originale mit der Post zu versenden, was gerade in ländlichen Gebieten zu einer echten Herausforderung werden kann, wenn das nächste Postamt nicht mal eben um die Ecke ist. Selbst in Großstädten wie Hamburg oder Berlin, kann der Weg zum nächsten Postamt, für einen Menschen mit Behinderung zur Herausforderung werden, wenn nicht sogar ein fast unüberwindbares Hindernis, denn auch Assistenz muss erst einmal beantragt werden.

Grundlegende Technologien wie die Kommunikation über das Internet gibt es zwar, scheint aber für viele Behörden eine echte Herausforderung zu sein. Dabei wäre die Nutzung des verschlüsselten E-Mail Versandes, eines der einfachsten Lösungen. Irgendwie versuchen sich da aber selbst die Datenschützer herauszureden, wie an einem exemplarischen Beispiel des "Bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz " zu erkennen ist, denn dieser schreibt: "Da die Verschlüsselung von E-Mails in der Praxis immer wieder Probleme aufwirft ...". Schön wäre es, wenn hier die Probleme näher beschrieben wären, denn entsprechende Zertifikate zum Verschlüsseln, kann jeder Bundesbürger über die Bundesdruckerei erwerben. Würde man diese dann für Menschen mit Behinderung "kostenlos" anbieten, wäre schon das ein Beitrag zur Inklusion. Gleiches gilt für die elektronische Signatur von Dokumenten.

Aber auch andere Themen fallen immer wieder auf. Egal ob barrierefreie Stadt, barrierefreier ÖPNV, oder auch die Bereitwilligkeit, sich einfach mal den Fragen zu stellen, die Menschen mit Behinderung bewegen. Ein Fallbeispiel ist die 2. Bürgermeisterin, Frau Katharina Fegebank. Sie ist nicht nur 2. Bürgermeisterin, sondern auch "Senatorin in der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung."Anlass für uns, Frau Fegebank mit Fragen zum Thema "Barrierefreies Hamburg" zu stellen und Kritik zu äußern. Leider wurden unsere Fragen nie beantwortet.

Beim Thema Nahverkehr (ÖPNV) gibt es immer wieder Erlebnisse von betroffenen, die das Gefühl vermitteln, dass hier Inklusion und Teilhabe total gescheitert sein muss. Dem ist natürlich nicht ganz so. Auch wenn der "Mobility Service" nicht überall perfekt läuft, kann man aber feststellen, dass einige Städte es zumindest geschafft haben, S- und U-Bahn barrierefrei zu gestalten. Zwar sind auch hier die Lösungen in einigen Städten etwas "eigenwillig", aber im allgemeinen barrierefrei und in den Bussen des ÖPNV ist die Rampe mittlerweile Standard, auch wenn in einigen Städten die Busfahrer/In noch nicht die Notwendigkeit sehen, diese auch zu bedienen.

In den nächsten Wochen werden wir einige dieser Themen in weiteren Artikeln wieder aufgreifen und von Fällen berichten, die real passiert und teilweise auch juristisch noch nicht abgeschlossen sind.

 

 

Pflege von Angehörigen darf nicht im finanziellen Desaster enden

Bildinhalt: Eine älter Frau.

Sozialverband legt im Oktober Gutachten zur pflegebedingten Armut von Frauen vor. "Für die Angehörigen der Pflegebedürftigen ist der Gesetzentwurf ein Hoffnungsfunke. Wer in der eigenen Familie pflegt, der leistet harte Arbeit. Und dieses Verdienst darf nicht in einem finanziellen Desaster enden", sagt SoVD-Präsident Adolf Bauer anlässlich der aktuellen Debatte über das Angehörigen-Entlastungsgesetz. "Zusätzlich begrüßen wir, dass der Gesetzentwurf des Bundesarbeitsministers einen finanziellen Schutzschild für Kinder und Eltern pflegebedürftiger Familienmitglieder vorsieht", so Bauer weiter. Das geplante Gesetz der Bundesregierung sieht vor, dass Angehörige erst ab einem jährlichen Bruttoeinkommen von 100.000 Euro an den Pflegekosten beteiligt werden können.

Nach Einschätzungen des SoVD sind rund 1,65 Millionen der rund 2,5 Millionen pflegenden Angehörigen in Deutschland Frauen. Um mehr über die Armutsrisiken pflegender Frauen zu erfahren, hat der SoVD ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dessen Ergebnisse werden im Oktober veröffentlicht. Auf Grundlage der neuen Erkenntnisse will der Sozialverband zielgenaue Hilfsmaßnahmen vorschlagen.

Der SoVD vertritt die sozialpolitischen Interessen der gesetzlich Rentenversicherten, der gesetzlich Krankenversicherten und der pflegebedürftigen und behinderten Menschen. Der SoVD vereint über 580.000 Mitglieder. Quelle: SoVD 

Gerade sind die Heimpreise seit 2018 so hoch wie noch nie. Es besteht die Gefahr das die Preise noch weiter ansteigen, durch die beschlossenen Sofortmaßnahmen von SPD und Union für eine bessere Bezahlung in der Pflege. Einerseits muss dem Fachkräftemängel entgegengewirkt werden, andererseits führt dieses dazu, dass die Pflegebedürftigen und deren Angehörigen Finanziell noch mehr belastet werden. Viele können sich jetzt schon die Heimunterbringen nicht leisten. Ein Grund für die ansteigenden Heimpreise sind die Kosten für das Pflegepersonal und die neuen Pflegegrade. Ab 2017 gibt es fünf Pflegegrade davor waren es drei Pflegestufen. Dieses regelt das neue zweite Pflegestärkungsgesetz. 

 

Bei den Pflegegraden ist die Einstufung unabhängig davon ob geistige, körperliche oder psychische Beeinträchtigungen vorliegen. Das hat zur Folge das alle Pflegestufen egal ob eine leichte (Pflegestufe 1) oder eine erhöhte Pflege erforderlich ist (Pflegestufe 5), alle bezahlen den gleichen Eigenanteil zu den Gesamtkosten hinzu. Im Vergleich zu 2016 zahlen so leichte Pflegegrade mehr Geld als, hohe Pflegegrade. Beispielsweise beim Cornelius-Werkes zahlen Pflegebedürftige vor zwei Jahren in der Pflegestufe 1 noch 1000 Euro Eigenanteile. So sind es nun 154 Euro mehr. Bei der Pflegestufe 3 musste ein Bewohner 1450 Euro bezahlen, jetzt sind es im neuen Pflegegrad 5 nun 20 Prozent weniger.

In vielen weiteren Heimeinrichtungen sind die Preise angestiegen wie etwa beim DRK Regionalverband Magdeburg-Jerichower Land. Die Kosten sind für einen Heimplatz bei 2000 und 3300 Euro. Für den Pflegegrad 1 ist dies eine Preis Ansteigung um 22 Prozent.

Die höheren Pflegegrade müssen jeweils 24 Euro monatlich mehr zahlen. Viele beklagen sich das die Leistungen nicht besser geworden sind oder das Angebot sich dem entsprechend vergrößert hat. Es sind schlicht Weg einfach nur die Preise angestiegen. Dieses führt bei vielen Heimbewohnern und Angehörigen zur Unmut.

Betrachtet man die andere Seite verstehen viele, dass die Kosten gestiegen sind. Da die Betriebskosen oder Strom teurer geworden sind und die Pflegekräfte bezahlt werden müssen. Auch bedarf es für die 24-Stunden Pflege bei hohen Pflegegrade mehr Personal und dieses muss mitfinanziert werden. Gerade viele jüngere Menschen müssen durch eine attraktive Bezahlung an Bord geholt werden damit die Pflege eine Zukunft hat. Ob es eine Lösung ist das Personal aus dem Ausland zu holen?

Quelle: volkstimme.de

Nötig und möglich: Pflegende brauchen regelmäßig Auszeiten BdSAD weist auf personelle und finanzielle Unterstützung hin

Bildinhalt: Zwei ältere Menschen die draußen spazieren.

Etwa zwei Drittel aller Pflegebedürftigen in Deutschland werden zuhause von Angehörigen versorgt. Als "Hauptpflegepersonen", wie sie formell bezeichnet werden, verausgaben sie sich teilweise bis zur völligen Erschöpfung. "Das ist für die eigene Gesundheit bedenklich und gefährdet bei einem Ausfall - etwa durch eine längere Krankheit - auch die weitere Versorgung der bzw. des Pflegebedürftigen", so Carolin Gatzke, Vorsitzende der Bundesvereinigung der Senioren-Assistenten Deutschland (BdSAD) e. V. Darum gibt es gesetzlichen Anspruch auf personelle Entlastung, um durch regelmäßige Erholungszeiten (auch stundenweise) oder bei einem kleinen Urlaub neue Kräfte zu sammeln.

Zur Finanzierung dieser sogenannten "Verhinderungspflege" stehen jedem Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2 Mittel aus der Pflegeversicherung in Höhe von 1.612 Euro pro Jahr zur Verfügung. Voraussetzung für die Inanspruchnahme ist, dass der Pflegegrad mindestens sechs Monate bestanden haben muss. Obendrein können die für Kurzzeitpflege vorgesehenen, dafür jedoch nicht genutzten Mittel, stattdessen auch für die Verhinderungspflege eingesetzt werden (maximal 50 Prozent, d. h. nochmals bis zu 806 Euro pro Jahr). 

Wer kann Verhinderungspflege leisten?

Sind die formellen Voraussetzungen gegeben, erweist sich die Suche nach einer professionellen Hilfe oft als nächste große Hürde. Wer hat die nötige Erfahrung? Wer ist geschult, zuverlässig und vertrauenswürdig? Wer achtet ethische Standards, wie sie beispielsweise in der "Pflege-Charta" verbindlich vorgegeben sind? Die Angehörigen sollen in der Zeit der eigenen Abwesenheit schließlich in gute Hände kommen.

Qualifizierte Senioren-Assistenten, die in der BdSAD organisiert sind, erfüllen diese wichtigen Anforderungen. Mehr noch: Die bundesweit selbstständig tätigen Frauen und Männer empfehlen sich außerdem durch ihre Lebenserfahrung, durch langjährige Berufspraxis sowie ständige Fortbildung. Außerdem können sie eine Berufshaftpflichtversicherung nachweisen.

Unter www.bdsad.de kann nach verfügbaren Senioren-Assistenten in Ortsnähe gesucht werden. Eine individuelle persönliche Kontaktaufnahme ist dann direkt und kostenlos möglich. Auf der Website sind außerdem viele Detailinformationen über die Berufsgruppe zu finden.

Quelle: BdSAD

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