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VLK: Unfaire Kampagne gegen Krankenhäuser

Bildinhalt: Ein Arz hört mit einem Stethoskop den Puls ab.

Fast alle im Gesundheitswesen haben in letzter Zeit signalisiert, dass sie bereit sind, gemeinsam konstruktiv eine bedarfsgerechte Krankenhauslandschaft zu gestalten. Dabei wird man auch über die Schließung oder Umwidmung des ein oder anderen Standortes nachdenken müssen, um einen gesunden Mix an Kliniken zu realisieren, der einerseits einer wohnortnahen Versorgung einer älter werdenden Bevölkerung gerecht wird und andererseits komplexe Eingriffe den Maximal- und Schwerpunktversorgern vorbehält.

Mit diesem Angebot war die Hoffnung verbunden, dass die pauschale Verunglimpfung kleinerer und mittlerer Krankenhäuser - ohne jeden Bezug zur Qualität ihrer Arbeit - eingestellt wird.

Warum jetzt dieser erneute Aufschrei nach einem Kahlschlag der Strukturen? Ist man an einem konstruktiven Dialog nicht interessiert?

Wenn man die von der Bertelsmann Stiftung ausgewählten Experten sieht, verwundert es nicht, denn sie vertreten diese Thesen gemeinsam mit den Krankenkassen seit geraumer Zeit. Nach dem Prinzip Aussagen regelmäßig zu wiederholen, bis die Illusion der Glaubwürdigkeit entsteht, hat man hier erneut medienwirksam Botschaften lanciert, die der Fachmann schwer und der Laie gar nicht durchschaut. An Hand von komplexen Diagnosen wie Operation eines Pankreaskarzinoms, Herzinfarktbehandlung oder Hüft-Reoperationen, für die kleinere Krankenhäuser natürlich nicht geeignet sind, wird deren gesamte Existenzberechtigung hinterfragt. Verschwiegen wird, dass diese ganz andere Versorgungsaufgaben wie die Behandlung älterer multimorbider Patienten mit Herzinsuffizienz, Pneumonie oder anderen Erkrankungen haben, die sie qualitativ hochwertig und wohnortnah erfüllen. Diese machen aber einen großen Teil unseres Versorgungsbedarfes aus. Dabei haben sie den großen Vorteil, dass ihre Besetzung mit Pflegekräften in aller Regel deutlich besser und stabiler ist als die an großen Zentren. Das kommt den Patienten sehr zu gute.

Es ist ein Irrglaube, dass die Pflegekräfte dieser Häuser, so man sie schließt, an die großen Zentren wechseln. Sie werden eher ihrem Beruf aber nicht ihrer Region den Rücken kehren. Dann stehen wir ohne Versorgungsmöglichkeit da. Die großen Kliniken haben dafür dann erst recht keinen Platz mehr. Sie sind schon jetzt häufig abgemeldet und nicht willens solche Patienten aufzunehmen.

Die Diskussion über die Herzinfarktsterblichkeit zeigt, wie unlauter die Kampagne geführt wird. Akute Herzinfarkte primär in Kliniken mit einer 24h/7d Herzkatheterbereitschaft einzuliefern, macht Sinn und rettet Menschenleben. Daraus die Schlussfolgerung zu ziehen, dass man die anderen ohne Herzkatheter deswegen schließen sollte, ist Nonsens. Man beruft sich auf die OECD Daten zur Herzinfarktsterblichkeit, in denen Deutschland einen hinteren Platz einnimmt, obwohl unsere Kliniken mit Herzkatheterbereitschaft einen internationalen Spitzenplatz belegen. 

Der Grund liegt auch in der unterschiedlichen Eintragung der Todesursache in den Sterblichkeitsregistern der OECD Länder. Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Im Gegensatz dazu belegen die Zahlen des Deutschen Herzberichtes 2017 eine Halbierung der Herzinfarktsterblichkeit in deutschen Kliniken seit 1990 ähnlich wie in Dänemark in den vergangenen Jahren. Hier wird ein Problem hochstilisiert, dass so gar nicht existiert! Zusätzlich gibt es enorme Unterschiede in der Sterblichkeit zwischen den einzelnen Bundesländern, am ehesten durch sozioökonomische Unterschiede getriggert. Die Situation ist also äußert komplex und schwer zu interpretieren und es ist unseriös alle diese Faktoren zu verschweigen und monokausal darzustellen.

Wir brauchen eine seriöse Diskussion, die den enormen Versorgungsauftrag kleinerer Häuser anerkennt und honoriert, dass in Zeiten einer immer kritischer werdenden ambulanten Versorgung auf dem Land nur diese Kliniken ihn noch sicherstellen können. Strukturreform ja, aber mit Augenmaß. Versorgung der komplexen Eingriffe in Zentren ja unbedingt, aber der übrigen Fälle wohnortnah und wenn möglich integrierend sektorenübergreifend. Was wir nicht brauchen ist eine Kampagne.

Priv. Doz. Dr. Michael A. Weber Präsident des Verbands der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands e.V. (VLK).

Quelle: Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands e.V. Hauptgeschäftsführer Rechtsanwalt Normann J. Schuster Haus der Ärzteschaft

Alzheimer-Patienten: Tipps für ein sicheres Zuhause

Bildinhalt: Jemand schiebt einen Rollstuhl im Park.

Die Alzheimer-Krankheit bringt viele Herausforderungen mit sich - sowohl für den Patienten als auch für seine Angehörigen. Ein nachlassendes Gedächtnis, eine Verschlechterung der Alltagsfähigkeiten sowie ein zunehmender Bewegungsdrang können auch in den eigenen vier Wänden zu Gefahrensituationen führen. Ratsam ist es daher, den Wohnraum an die Bedürfnisse des Erkrankten anzupassen, damit er in einer sicheren Umgebung leben kann, ohne sich zu verletzen oder andere zu gefährden. Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) gibt hierzu Tipps in ihrem Ratgeber "Leben mit der Diagnose Alzheimer". Der kostenlose Ratgeber kann unter www.alzheimer-forschung.de/leben-mit-alzheimer bestellt werden.

Alzheimer-Patienten sollten in ihrem Zuhause zum einen genügend Raum zur Bewegung haben, auf der anderen Seite sollten Stolperfallen wie hohe Teppiche oder Elektrokabel auf dem Boden vermieden werden. Die Sicherheit auf Treppen kann durch Markierungen der Treppenstufen mit gelbem Klebeband oder der Montage eines zusätzlichen Handlaufs erhöht werden.

Eine häufig auftretende Verhaltensweise bei Menschen mit Alzheimer ist das Weglaufen. Da der Orientierungssinn bereits früh gestört ist, ist es für einen Patienten gefährlich, alleine unterwegs zu sein. Abhilfe schaffen können kindersichere Türgriffe und Alarmmatten vor den Türen. Es kann auch sinnvoll sein, eine Tür zu verbergen - zum Beispiel mit dem Bild eines Bücherregals.

Im Badezimmer verhindern Gummimatten oder rutschfeste Streifen am Dusch- oder Wannenboden Stürze genauso wie Haltegriffe an der Wand. Ein Stuhl oder Hocker in der Dusche sorgt für zusätzliche Sicherheit. Durch ein Markieren der Wasserhähne - rot für heiß, blau für kalt - und einer Heißwassertemperatur von unter 45 Grad können Verbrühungen verhindert werden. Ein erhöhter Toilettensatz kann den Stuhlgang einfacher machen.

Für die Küche gilt: Messer, Scheren und andere Utensilien, die gefährlich werden könnten, sollten weggeschlossen werden. Topf- und Pfannengriffe können zur Rückseite des Herdes gedreht werden. Ein Brandmelder und ein Feuerlöscher sorgen für zusätzlichen Schutz. Entsprechende Kosten für so genannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen können von der Pflegeversicherung bezuschusst werden. Hierfür muss ein Pflegegrad vorliegen. Pro Maßnahme stehen dann bis zu 4.000 Euro zur Verfügung.

"Leben mit der Diagnose Alzheimer" kann kostenfrei bestellt werden bei der Alzheimer Forschung Initiative e.V., Kreuzstr. 34, 40210 Düsseldorf; Telefonnummer 0211 - 86 20 66 0; Webseite: www.alzheimer-forschung.de/leben-mit-alzheimer

Kostenfreies Fotomaterial: http://ots.de/fht0b5 www.alzheimer-forschung.de/presse/fotos-videos/ Weitere Informationen zur Alzheimer-Krankheit: www.alzheimer-forschung.de/alzheimer Über die Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) ist ein gemeinnütziger Verein, der das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats e.V. trägt. Seit 1995 fördert die AFI mit Spendengeldern Forschungsprojekte engagierter Alzheimer-Forscher und stellt kostenloses Informationsmaterial für die Öffentlichkeit bereit. Bis heute konnte die AFI 266 Forschungsaktivitäten mit über 10,2 Millionen Euro unterstützen und rund 825.000 Ratgeber und Broschüren verteilen. Interessierte und Betroffene können sich auf www.alzheimer-forschung.de fundiert über die Alzheimer-Krankheit informieren und Aufklärungsmaterial anfordern. Ebenso finden sich auf der Webseite Informationen zur Arbeit des Vereins und allen Spendenmöglichkeiten. Botschafterin der AFI ist die Journalistin und Sportmoderatorin Okka Gundel.

Quelle: Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Investitionskosten: Finanzierungsproblem für Pflegeheime in NRW bpa setzt auf schnelle Klärung

Bildinhalt: Eine Frau die etwas notiert auf einem Zettel und sich dabei mit jemanden Unterhält.

Zur aktuellen Berichterstattung über den Streit zwischen dem Pflegeheimbetreiber Carpe Diem und dem NRW-Gesundheitsministerium. Um die korrekte Berechnung von Investitionskosten sagt der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Christof Beckmann: "Mit dem völlig praxisfernen Alten- und Pflegegesetz aus dem Jahr 2014 hat das Land die Branche in Unsicherheit und wirtschaftliche Existenzbedrohung gestürzt. Bis heute haben noch immer nicht alle Pflegeeinrichtungen taugliche Bescheide über die Refinanzierung ihrer Investitionskosten, also die Kosten für Bau und Betrieb der Gebäude. Und gegen fast alle Bescheide werden Rechtsmittel eingelegt."

Das Problem wird in den nächsten Monaten noch drängender: Mit den aktuellen Refinanzierungsregelungen sorgt das Land dafür, dass viele Pflegeheime bis zu 25 Prozent der vereinbarten und bisher einvernehmlich anerkannten Pacht nicht finanzieren und damit langjährig abgeschlossene Verträge nicht erfüllen können. 

Dieses Gesetz wirft viele Fragen auf, zeigt aber keine Lösung. Carpe Diem hat hierzu eine Regelung vorgeschlagen. Wichtig ist, dass hierüber schnell Rechtssicherheit hergestellt wird. An dieser Klärung sollte auch das Ministerium ein erkennbares Interesse haben und sich jede öffentliche Vorverurteilung sparen.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 11.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon fast 1.700 in Nordrhein-Westfalen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 335.000 Arbeitsplätze und circa 25.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 26,6 Milliarden Euro.

Quelle: bpa

BSG Urteil: Am Monatsende eingereichter Antrag beim Jobcenter gilt als fristgerecht

Bildbeschreibung: Ansicht auf das Gebäude des Bundessozialgerichts

Am Monatsende ein Hartz-IV-Antrag per E-Mail eingereicht gilt als rechtzeitig auch, wenn das Jobcenter nicht geöffnet hat. In dem Fall ging es um eine E-Mail die am 30 Januar 2015 um 20 Uhr versendet wurde außerhalb der Öffnungszeiten des Jobcenters Bonn. Laut Urteil des Bundessozialgericht Kassel (AZ.: B14 AS 51/18R), wenn die E-Mail am Monatsende eingehe, gelte der Antrag rückwirkend gestellt ab dem Monatsersten.

Der Kläger hatte den Antrag auf Harz-IV gestellt, um die Existenz für sich und seine Familie zu sichern. Denn er bemerkte Ende Januar 2015 das kein Lohn auf sein Konto eingegangen war. Darum hatte er per E-Mail einen Antrag am Freitag den 30 Januar 2015 um 20 Uhr gestellt. Das Jobcenter Bonn hatte zu dieser Zeit geschlossen. Da die E-Mail außerhalb der Geschäftszeiten versandt wurde ist Sie erst im Februar bemerkt wurden. Schließlich habe man erst im Folgemonat nachgezahlt, doch ab März war er bereits arbeitslos. 

Am 4 März 2015 hatte er sich erkundigt warum noch keine Antwort auf den Antrag kam. Es kam heraus das ab März der Antrag bewilligt wäre, nicht ab Januar. Der Grund sei der Eingang des Antrags für das Arbeitslosengeld II. Da die E-Mail außerhalb der Geschäftszeiten gesendet wurde, ist Sie erst im Folgemonat gesehen wurden.

Die Richter hatten die Begründung des Jobcenters abgelehnt und den Kläger recht gegeben. Auf Arbeitslosengeld II habe er auch einen Anspruch für den Monat Januar. Der Antrag sei rückwirkend auf den Monatsersten. Wenn die Möglichkeit besteht von der Behörde, dürfen die Anträge auch per E-Mail gestellt werden. Der Kläger hatte in dem Fall den die Sendebestätigung vorgelegt als Nachweis. Somit ist sei die E-Mail in den „Macht- oder Willensbereich“ des Jobcenters. Auch wenn beim Jobcenter E-Mails nach sechs Monaten gelöscht werden und dadurch kein Zugriff darauf mehr bestehe. Jedoch hatte im Fall der Kläger im März auf die E-Mail hingewiesen, ab diesen Zeitpunkt hätte das Jobcenter diesen nachgehen müssen.

Quelle: bsg.bund.de

Personalnot: Bewerberzahl in der Pflege auf dramatischem Tiefstand - Kliniken in Niedersachsen sperren Betten und schließen Stationen

Bildinhalt: Eine Person die an einem Schreibtisch sitzt auf dem ein Laptop steht, dort Tippt Sie auf der Tastatur. Auf dem Schreibtisch liegt ein Notizblock, eine Brille und ein blaues Stethoskop.

Der Personalnotstand in der Pflege hat eine neue Dimension erreicht. Nach Recherchen von "Hallo Niedersachsen" im NDR Fernsehen liegt die Zahl der Bewerbungen von examinierten Pflegefachkräften in der Gesundheits- und Krankenpflege in diesem Jahr auf einem dramatischen Tiefstand. Wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte, standen aktuell im Juni 2019 den insgesamt 965 in Niedersachsen gemeldeten offenen Stellen nur 315 einschlägig Arbeit suchende Bewerberinnen und Bewerber gegenüber.

Sonja Kazma, Pressesprecherin der Bundesagentur für Arbeit in Hannover, sagte "Hallo Niedersachsen": "Wir bräuchten tatsächlich zehnmal so viele Bewerber wie aktuell vorhanden sind. In der Arbeitsvermittlung gehen wir erfahrungsgemäß davon aus, dass man rechnerisch mindestens drei Bewerber oder Bewerberinnen pro Stelle braucht, um sie passend besetzen zu können. Demnach müssten es hier gut 3000 Bewerber sein, es sind aber nur 315."

Damit bewegt sich die Zahl der Bewerber im ersten Halbjahr 2019 auf dem niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren - mindestens. Die Erhebungen der Arbeitsvermittlerinnen und -vermittler reichen nur bis 2007 zurück. Damals kamen auf nur 417 offene Stellen immerhin noch 975 Bewerber. Das Verhältnis von Stellen und Bewerbern hat sich damit grundlegend verändert. Dieser Mangel an examinierten Fachkräften hat dramatische Folgen: Viele Krankenhäuser können inzwischen einzelne Betten nicht mehr belegen oder schließen sogar ganze Stationen. Davon ist inzwischen jedes dritte Krankenhaus in Niedersachsen betroffen. Das ergab eine aktuelle repräsentative Umfrage der niedersächsischen Krankenhausgesellschaft für das erste Quartal 2019. Danach mussten im ersten Quartal dieses Jahres 34 Prozent der Kliniken Betten auf Intensivstationen sperren und Patienten abweisen. Das ist jedes dritte Krankenhaus.

Für die Bereiche Geriatrie, Kardiologie und Unfallchirurgie meldeten rund zehn Prozent der Häuser Bettensperrungen und Stationsschließungen, erfuhr "Hallo Niedersachsen" auf Anfrage. "Die Kliniken kommen deutlich an ihre Grenzen. Und für die Patientinnen und Patienten bedeutet das, dass sie mit weiteren Wegen rechnen müssen", sagte Marten Bielefeld, stellvertretender Geschäftsführer der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft.

Seit Januar gelten bundesweit gesetzliche Vorgaben für die Anzahl an Fachkräften in der Geriatrie, in der Kardiologie, auf Intensivstationen und in der Unfallchirurgie. Die Krankenhäuser finden aber nicht genug Personal, diese Untergrenzen einzuhalten.

Quelle: NDR Hallo Niedersachsen

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung gibt den Vorschlag jedes zweite Krankenhaus zu schließen

Bildinhalt: Ein Krankenhausflur.

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung gibt den Vorschlag jedes zweite Krankenhaus zu schließen Für eine Neustrukturierung spricht sich die Bertelsmann Stiftung in der Krankenhausversorgung aus. In der Studie wurde als Beispiel die Region Nordrhein-Westfalen analysiert. So wurde ermittelt das die Versorgungsqualität für die Patienten verbessert werden könne, wenn von derzeit beinahe 1400 Kliniken diese auf unter 600 Häuser verringert würde.

Außerdem könnten dadurch auch die Engpässe bei den Ärzten und dem Pflegepersonal verringert werden. Zudem sei die schnelle Erreichbarkeit der Kliniken scheinbar ein Vorteil. In einer Studie die am 15 Juli 2019 veröffentlich wurde von der Bertelsmann Stiftung haben machen Krankenhausexperten darauf aufmerksam, dass in Deutschland die Krankenhäuser sehr oft zu klein sind und deshalb nicht über die Notwendige Ausstattung und Erfahrung verfügen. So können sie Beispielsweise einen Schlaganfall oder Herzinfarkt nicht entsprechend behandeln. Wenn die Anzahl der Kliniken reduziert würde von beinahe 1 400 auf unter 600 könnten viele Todesfälle und Komplikationen vermieden werden.

Zudem würde dadurch auch die Qualität der Ausstattung sich verbessern, eine bessere Spezialisierung, sowie durch Fachärzte und Pflegekräfte eine bessere Betreuung geleistet werden könnte. In den Kliniken könnten Facharztstellen geschaffen werden die 24 Stunden besetzt sind. Zudem wären dann alle Kliniken Beispielsweise mit einem Computertomographen und anderen wichtigen Medizinischen Geräten versorgt. Die Qualität der Operationen würden sich so verbessern, wie die Notfallversorgung der Patienten. 

Ein weiterer positiver Effekt wäre das so dem Pflegenotstand entgegengewirkt werden könnte. Jan Böcken, Bertelsmann-Projektleiter schreibt in der Studie: „Es gibt zu wenig medizinisches Personal, um die Klinikzahl aufrecht zu erhalten". Seit längeren gibt es bereits Debatten über die Reduzierung der Krankenhäuser in Deutschland. Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte in der Pressemitteilung am 8 Juli 2019 (Krankenhäuser auf dem Land bekommen mehr Geld): „Ein Krankenhaus vor Ort ist für viele Bürger ein Stück Heimat. Es gibt ihnen Geborgenheit und Sicherheit. Gerade in gesundheitlichen Notlagen braucht es eine schnell erreichbare Versorgung vor Ort.“ Quelle: bundesgesundheitsministerium.de

Eine schnelle Erreichbarkeit der kleineren Kliniken sei scheinbar ein Vorteil heißt es in der Bertelsmann-Studie. So haben die kleineren Kliniken einen erheblichen Qualitätsnachteil, wenn kein Facharzt vorhanden ist. Beispielsweise hat eine Fallstudie ergeben für Köln/Leverkusen und den ländlichen Raum, dass bei einer Verringerung der Anzahl der Kliniken im durschnitt von 38 auf 14 sich dadurch Fahrzeit viel mehr vergrößert. Viele Krankenhäuser in Deutschland leiden unter der Finanziellen Situation. So haben nach den neuesten Zahlen der Deutschen Krankenhausgesellschaft jede dritte Klinik 2017 rote Zahlen zu verbuchen. Auch wären die Rationalisierungsreserven inzwischen aufgebraucht, so die Krankenhausgesellschaft.

In Zukunft sollen die Krankenhäuser in ländlichen Regionen zusätzliches Geld erhalten. Im Jahr 2020 sollen 120 Kliniken mit jeweils 400 000 Euro finanziell gefördert werden. Einen zweistufigen Aufbau der Krankenhausstruktur wird in Studie der Bertelsmann Stiftung vorgeschlagen. Es soll zu den Versorgungskrankenhäusern mit gut 600 Betten, um die 50 Unikliniken, sowie Maximalversorger mit im durschnitt 1 300 Betten geben. Derzeit haben 33 Prozent der Krankenhäuser in Deutschland weniger als 100 Krankenhausbetten. Bei unter 300 Krankenhausbetten liege die Durchschnittsgröße der Kliniken.

Es kämen zu viele Menschen in Deutschland in Krankenhaus, nach der Ansicht der Wissenschaftler. So könnten um die fünf Millionen Patienten pro Jahr, gleich gut auch ambulant operiert und behandelt werden. Bis 2030 könnte so die Anzahl der Krankenhausausfälle auf 14 Millionen im Jahr gesenkt werden. In Deutschland sei die Anzahl der Bettentage pro Einwohner in Deutschland um die 70 Prozent über dem Durchschnitt der vergleichbaren EU-Ländern, so die Forscher.

Quelle: bertelsmann-stiftung.de

 

Studie: Generation 55plus stellt sich auf Pflege durch Roboter ein

Bildinhalt: Pepper der Pflegeroboter.

Wer pflegt mich im Alter? Gut zwei Drittel der Bundesbürger ab 55 Jahren erwarten, dass maschinelle Helfer bei Bedarf ihren Gesundheitszustand kontrollieren und sie an die Einnahme von Medikamenten erinnern werden. Sechs von zehn rechnen zudem damit, dass Roboter Patienten künftig auch aus dem Bett heben werden. Dies ist das Ergebnis der Studie "Pflege im Alter 2019" der mhplus Krankenkasse und der SDK Süddeutsche Krankenversicherung a.G., für die rund 1.000 Bundesbürger ab 55 Jahren befragt wurden.

Gesundheitskontrolle und Unterstützungsleistungen bei schweren körperlichen Tätigkeiten sind nach Überzeugung der Befragten die Haupteinsatzgebiete von Robotern in der Pflege. "Hier handelt es sich um Bereiche, in denen maschinelle Helfer die oft überlasteten Pflegekräften wertvoll unterstützen und das Personal sinnvoll entlasten können. Damit wird eine intensivere Betreuung der Patienten möglich", sagt Olaf Engemann, Vorstand für Vertrieb und Marketing bei der Süddeutschen Krankenversicherung (SDK).

Dass solche Einsätze von Robotern in der Pflege mehr als eine Zukunftsvision sind, zeigt beispielsweise der in Japan entwickelte "Robear". Die als Bär gestaltete Maschine hebt bereits heute Patienten aus dem Bett. 

Doch die Studienteilnehmer stellen sich auch darauf ein, dass Roboter zu ihren täglichen Begleitern werden könnten: Geschichten erzählen, Spiele spielen oder mit den Senioren singen - das halten immerhin 42 Prozent der Befragten künftig auch durch einen Roboter für realistisch. Und mehr als jeder Dritte schließt sogar Unterhaltungen mit den Maschinen nicht aus. Zwar mögen solche Tätigkeiten durch Roboter künftig möglich sein - für wünschenswert hält die ganz große Mehrheit der Befragten diese Art der Betreuung nicht. Nur 11 Prozent würden sich wünschen, dass Pflege unterstützend von Maschinen geleistet wird. 

"In der Pflege wird auch künftig der Mensch im Mittelpunkt stehen", ist Verena Ortmann, Leiterin der mhplus Pflegekasse, überzeugt. "Denn Pflege bedeutet Zuwendung, Trost spenden, Zuhören und andere wichtige soziale Aufgaben, die nie von einer Maschine geleistet werden können."

Die mhplus Krankenkasse im Profil: Die mhplus Krankenkasse (www.mhplus.de) ist offen für alle gesetzlich Krankenversicherten. Über 900 Mitarbeiter betreuen deutschlandweit mehr als eine halbe Million Versicherte. Unabhängige Tests belegen hohe Servicestandards und solide Finanzen. Der mhplus individuelle Zusatzbeitrag beträgt 0,98 Prozent. Mit speziellen Versorgungsprogrammen unterstützen zusätzlich qualifizierte mhplus-Experten Patienten mit chronischen Krankheiten persönlich, langfristig und kompetent.

Die SDK im Profil:

Die SDK (www.sdk.de) mit Sitz in Fellbach unterstützt ihre Versicherten dabei, gesund zu bleiben und wieder gesund zu werden. Ein Leben lang, Privatkunden ebenso wie Firmenkunden. Rund 650.000 Mitglieder bauen bei der Gesundheit auf die SDK. Mit knapp 815 Millionen Euro Beitragseinnahmen zählt die SDK zu den 15 größten privaten Krankenversicherern in Deutschland. Die SDK ist Partner der Volksbanken Raiffeisenbanken in Süddeutschland. 800 Beschäftigte im Innen- und Außendienst sorgen für leistungsstarke Beratung und unkomplizierte Unterstützung.

Quelle: sdk.de

Bayern Harz-IV Urteil: Die Bestattungskosten muss das Sozialamt übernehmen, trotz geerbter Eigentumswohnung

Bildinhalt: Ein schwarzes Paragraphenzeichen.

Laut Urteil vom Bayerischen Landessozialgericht vom 25 Oktober 2018 wurde entschieden, dass der Sozialhilfeträger des beklagten Mannes in dem Fall die Kosten für die Bestattung der verstorbenen Mutter teilweise übernehmen muss. So sei die geerbte Eigentumswohnung von der verstobenen Mutter 65 Quadratmeter nicht für die Kosten zu verwenden, denn es gelte als geschontes Vermögen.

Im Fall ist der Mann der Alleinerbe. Er lebe bereits mehrere Jahre in der Wohnung mit seinen Eltern. Zu den gleichen teilen gehörte die Wohnung den beiden Eltern. Als sein Vater vor Jahren verstoben ist hatte er den teil des Vaters geerbt. Damit besaß er ein Viertel Anteil der Wohnung. Nun hatte er nach dem Tode seiner Mutter, die restlichen Teile Eigentumswohnung geerbt. Als Harz-IV Empfänger hatte er nicht genügend Einkommen, um die Bestattungskosten zu bezahlen. Laut § 74 SGB XII sind die Kosten für die Bestattung nicht zumutbar. Das Sozialamt des beklagten hatte die Forderung abgelehnt, da das gesamte Nachlassvermögen und auch der Mieteigentumsanteil der geerbte für die Finanzierung Bestattungskosten zu verwenden sind. Ein Darlehen wurde ihn deshalb als weiter Möglichkeit angeboten.

Der Kläger hatte diese Angebot abgelehnt. Denn er könne das Geld für das Darlehen nicht aufbringen und würde die Eigentumswohnung nicht verkaufen können, denn ansonsten würde ihm Obdachlosigkeit drohen. In zweiter Instanz hat das Landessozialgericht den Kläger Recht gegeben und ihm die Kostenerstattung in höhe von beinahe 900 Euro zu gesprochen. Denn nicht aus dem restlichen Nachlass gedeckten Anteil an den Bestattungskosten.

Als Begründung, So müsse zwar geerbtes Vermögen verwertet werden, jedoch gibt es Gegenstände die können verschont werden „Schonvermögen“, nach § 90 Abs. 2 Nr. 8 SGB XII / § 12 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 SGB II privilegiertes Hausgrundstück oder eine entsprechende Eigentumswohnung.

Az.: L 8 SO 294/16

Quelle: sozialgerichtsbarkeit.de

Hamburger Hausbesuch: Inanspruchnahme bleibt hoch Besuchsangebot für Seniorinnen und Senioren wird auf alle Hamburger Bezirke ausgeweitet

Bildinhalt: Eine ältere Dame die lächelt und auf einem Stuhl sitzt.

Das Angebot eines Hausbesuchs wird von den Hamburger Seniorinnen und Senioren auch mehr als ein halbes Jahr nach dessen Start im September 2018 weiterhin konstant gut angenommen. Im Zeitraum von September 2018 bis Mai 2019 feierten in den Bezirken Eimsbüttel und Harburg 2.807 Menschen ihren 80. Geburtstag – 1.710 in Eimsbüttel und 1.097 in Harburg. Sie alle erhielten von der im Auftrag der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) eingerichteten Fachstelle „Hamburger Hausbesuch für Seniorinnen und Senioren“ am Albertinen Haus das freiwillige und kostenlose Angebot eines Hamburger Hausbesuchs per Brief. Dabei nahmen 32 Prozent der Eimsbütteler Seniorinnen und Senioren das Angebot an, in Harburg waren es sogar 33 Prozent. Damit liegt die Akzeptanzquote 7-Prozentpunkte über der prognostizierten Akzeptanzquote der BGV von 25 Prozent, die auf Erfahrungswerten aus ähnlichen Besuchsprojekten in Deutschland beruht. Die Hamburger Zahlen zeigen, dass die Annahmequote seit Einführung des Angebots konstant geblieben ist. Aufgrund dieser konstanten Inanspruchnahme sollen die Hausbesuche noch in diesem Jahr auf alle Hamburger Bezirke ausgeweitet werden.

Besuchsangebot für Seniorinnen und Senioren wird auf alle Hamburger Bezirke ausgeweitet „Die konstant bleibenden Zahlen bei der Inanspruchnahme und der positive Trend zeigen, dass der Hamburger Hausbesuch von den Seniorinnen und Senioren weiterhin gut angenommen und als neues Informationsangebot etabliert und geschätzt ist. Die vielen positiven Rückmeldungen innerhalb des ersten halben Jahres seit Beginn der Hausbesuche haben mich darin bestärkt, das Angebot bereits zum Ende 2019 auf alle Hamburger Bezirke auszuweiten“, so Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks.

Der Hamburger Hausbesuch wird seit September 2018 in Eimsbüttel und Harburg angeboten. Ziel ist es, ein aktives, selbstbestimmtes und selbständiges Leben in der eigenen Wohnung und im vertrauten Quartier zu unterstützen und Zugänge zu bestehenden Angeboten im eigenen Bezirk je nach Interesse und Bedarf zu erleichtern. Alle Seniorinnen und Senioren in Eimsbüttel und Harburg erhalten kurz nach ihrem 80. Geburtstag per Post ein Geburtstagsanschreiben mit einem Terminvorschlag und einen Informationsflyer zum Hamburger Hausbesuch. Die Besuche finden seit Oktober 2018 statt und werden aktuell von 56 geschulten Besuchskräften auf Honorarbasis durchgeführt. Organisiert und koordiniert wird das Angebot von der Fachstelle Hamburger Hausbesuch am Albertinen Haus.

Die Personen, die das Besuchsangebot ablehnten, gaben in den meisten Fällen an, dass sie für sich noch keinen Bedarf sahen und sich selbst als „zu gesund“ einschätzten. Bei 104 Personen lagen die Ergebnisse zum Berichtszeitpunkt noch nicht vor.

Der Großteil der bereits durchgeführten Hamburger Hausbesuche wurde in der eigenen Häuslichkeit der Seniorinnen und Senioren durchgeführt. Einige der Termine fanden auf Wunsch im Bezirksamt oder im Pflegeheim statt. In vielen Fällen der bisherigen Hausbesuche nahm eine Vertrauensperson teil.

Die Themen, die während des Hamburger Hausbesuchs angesprochen werden können, sind vielfältig: von der gesundheitlichen Situation über die gesellschaftliche Einbindung und soziale Kontakte bis hin zu etwaigen sich abzeichnenden Unterstützungs- und Pflegebedarfen. Im Mittelpunkt stehen die individuellen Interessen, Wünsche und Bedarfe der Seniorinnen und Senioren. Bei den bereits durchgeführten Hausbesuchen stellten die Themen gesundheitliche Situation, Mobilität sowie Wohnsituation

und soziale Kontakte am häufigsten die Gesprächsschwerpunkte dar. Von Angebotsbeginn im Oktober 2018 bis Mai 2019 wurden 34 Personen nach dem Hausbesuch auf eigenen Wunsch an andere Einrichtungen vermittelt – 31 Mal an den jeweiligen Pflegestützpunkt im Bezirk, je einmal an die Pflegekasse, an die Diakonie und an den Verein „Barrierefrei Leben.“

Die besuchten Seniorinnen und Senioren können den Besuchskräften auch Hinweise mitgeben, wo im Stadtteil Handlungsbedarfe gesehen werden, um die Rahmenbedingungen für ein gutes Älterwerden zu verbessern. Diese Informationen werden an die Bezirksämter weitergeleitet, dort evaluiert und bearbeitet.

Quelle: Hamburg.de

Brüderle: Spahn fabuliert, macht aber seine Hausaufgaben nicht - bpa Arbeitgeberverband zur Forderung nach 14 Euro Pflegemindestlohn

Bildinhalt: Ein Portemonnaie aus dem mehrere 20 Euroscheine und jeweils ein 10 und ein 5 Euroschein herausschauen.

Zur Forderung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nach einem Pflegemindestlohn in Höhe von 14 Euro.

Erklärt der Präsident des bpa Arbeitgeberverbands Rainer Brüderle: "Der Bundesgesundheitsminister wirft eine völlig willkürlich gegriffene Zahl in den Raum, die weder spezifiziert noch wirtschaftlich fundiert ist. Wer mit den 14 Euro gemeint sein könnte, lässt er völlig offen. Im Übrigen fragt man sich, warum eine Pflegekommission von Fachleuten einberufen werden soll, die einen Pflegemindestlohn festlegt, wenn der Minister schon jetzt politische Vorgaben macht. Da wird das Ganze zur Farce.

Statt populistisch über Zahlen zu fabulieren, sollte der Bundesgesundheitsminister seiner ureigensten Aufgabe nachkommen und endlich Vorschläge vorlegen, wie höhere Löhne finanziert werden. Stand heute trägt der Pflegebedürftige allein die Last. Will Herr Spahn höhere Beiträge, will er Steuermittel in die Pflege leiten oder tatsächlich den Pflegebedürftigen weiter belasten? Darauf muss der Gesundheitsminister jetzt endlich eine Antwort geben." 

Der bpa Arbeitgeberverband e. V. wurde 2015 von 200 Einrichtungen und Diensten der privaten Arbeitgeber in der Altenpflege, Behinderten-, Kinder- und Jugendhilfe gegründet. Mitglieder des bpa Arbeitgeberverbands sind sowohl kleine als auch mittlere und große Betriebe. Mittlerweile vertritt der Verband die tarif- und arbeitsmarktpolitischen Interessen von über 3.800 Mitgliedern, die rund 190.000 Mitarbeiter beschäftigen. +++ Folgen Sie uns auf Twitter unter https://twitter.com/bpa_agv

Quelle: bpa 

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