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EU-Schwerbehinderung

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Uns gehts doch allen gut. Wirklich?

Wenn wir durch die Straßen gehen, sehen viele Menschen eine heile Welt. Oft wird der Mitmensch, der neben einen geht, auch als solcher gesehen. Gerade wenn "äußerlich" der Mensch unscheinbar wirkt. Doch gerade hier fängt ein gesellschaftliches Problem an. Pflegebedürftige halten sich oftmals in den eigenen vier Wänden auf, werden von Angehörigen liebevoll gepflegt. Der Kontakt zur Umwelt fehlt. Oder schlimmer noch, sie müssen in Pflegeeinrichtungen. Andere wiederum haben mehr Glück. Sind pflegebedürftig, haben aber keine direkt sichtbaren körperlichen Einschränkungen, können mit ihren Angehörigen am "sozialem Leben" teilhaben und keiner sieht ihnen an, dass sie dem Grunde nach erheblich eingeschränkt sind. Doch auch hier kann es dazu kommen, dass diese Menschen in Pflegeeinrichtungen untergebracht werden (müssen).

Genau an dieser Stelle fängt ein gesellschaftliches Problem an. Themen wie "Pflege", "Rente", "Erwerbsunfähigkeit" oder gar "Schwerbehinderung", befinden sich gar nicht erst im Fokus der Gesellschaft. Es fällt eine Art Gleichgültigkeit gegenüber dieser Themen auf. Nach dem Motto "was geht mich das an". Doch genau hier wird es zu einem Problem, denn oft wird vergessen, "Es kann jeden treffen".

Solange man jung ist, scheint für viele die Welt noch in Ordnung zu sein. Man denkt nicht an später, sorgt nicht einmal vor um vielleicht das eine oder andere Altersleiden zu verhindern (bspw. Sport). Kommt es dann doch mal zu einer Situation, die einen genau dahin bringt, was man vorher eher ignoriert hat, wird der Aufschrei groß, denn die/der Betroffene findet nur wenig Unterstützung. Das mag sicherlich daran liegen, dass sich gerade in Deutschland, die Menschen auf einen funktionierenden Sozialstaat verlassen. Dabei sind gerade die steigenden Zahlen der Erwerbsgeminderten als Warnung zu sehen (Pressemitteilung Statistisches Bundesamt). Zudem muss sich die Gesellschaft fragen, warum diese Zahlen stetig steigen. Leben wir bereits in einer Gesellschaft, wo die Menschen unter Dauerüberlastung leiden?

In einigen EU-Staaten, ist es noch Aufgabe der Familie, sich um betroffene zu kümmern. Für die Betroffenen hat das ein riesen Vorteil, denn dadurch bleibt oft die Integration in der Gesellschaft erhalten, was ein wesentlicher Aspekt ist um gerade im Bereich der "Geistigen Fitness" nicht ein weiteren Abbau zu fördern. Das was die Familie leisten kann, kann kaum ein Pflegesystem leisten und das nicht nur aus Personalmangel. Da sich aber unsere Gesellschaft und die Anforderungen an diese in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat, kommt es selbst in den Staaten, die noch Systeme haben welche auf die Familiäre Versorgung gestützt sind, zu immer mehr Problemen. Auch diese Staaten werden gezwungen ein Sozialsystem zu implementieren um Familien zu entlasten und somit deren Existenz zu sichern.

Jetzt kann man sich natürlich fragen, warum überhaupt die Familie entlasten? Nicht nur der Zeitwandel sondern auch die Lebenshaltungskosten sind erheblich gestiegen, so dass es oftmals in einer Familie erforderlich ist, dass alle Familienmitglieder berufstätig sind. Das alte Bild "Ein Elternteil geht arbeiten, das andere Elternteil kümmert sich um die Familie", gibt es kaum noch. Die Welt wird immer hektischer, es geht nur noch darum die Erwartungen aus der Berufswelt zu erfüllen, während das hilfsbedürftige Familienmitglied entweder zu Hause durch einen Pflegedienst versorgt, oder in Pflegeheim verbracht werden muss. Selbst in der Freizeit funktioniert oftmals die Kommunikation nur noch über elektronische Systeme und die eigene Umwelt wird dadurch in den Schatten gedrückt. Das dieses Auswirkungen auf die Sozialkompetenz haben muss, sollte für jeden schnell erkennbar sein.

Es wird also eine gesellschaftliche Herausforderung werden, dass gerade Menschen mit Einschränkungen nicht zu Menschen auf dem Abstellgleis werden. Schon heute ist in vielen Pflegeheimen zu beobachten, dass die pflegebedürftigen Menschen von Montags bis Freitags in einem "Selbstbeschäftigungsprogramm" verfallen und vielleicht Glück haben, am Wochenende von der Familie besucht zu werden. Ob das Unterhaltungsprogramm, welches viele Pflegeeinrichtungen ihren Bewohnern bieten, das kompensieren kann, ist fragwürdig, denn eigene Familie oder nahe Angehörige, ist so schnell nicht ersetzbar.

Aus diesem Grunde ist es auch wichtig, dass selbst gesunde Menschen nicht wegschauen, sondern sich für die Themen "Pflege", "Rente", "Erwerbsunfähigkeit" oder gar "Schwerbehinderung", mehr interessieren. Eine Aufgabe, der wir uns alle annehmen müssen.

Wie ist ihre Erfahrung mit dem Thema? Wir würden und über ein Feedback freuen Klicken sie einfach hier auf Ihre Geschichte

 

 

 

Zuzahlungsbefreiung für chronisch kranke

Für die Befreiung von Zuzahlungen, gibt es eine sogenannte Belastungsgrenze. Diese Belastungsgrenze lieg im Normalfall bei 2% der Bruttoeinnahmen.
Bei einem Bruttojahreseinkommen von 14400€ läge somit die Belastungsgrenze bei 288€. Menschen mit chronischen Erkrankungen, wenn diese über das "Muster 55" vom behandelnden Arzt bestätigt wurde, für die gilt eine Belastungsgrenze von 1%. In unserem Rechenbeispiel wäre das somit 144€ jährlich.
Als Einkommen wird zur Berechnungsgrundlage, das gesamte Einkommen aller in einem Haushalt lebenden Menschen, herangezogen. (Prinzip einer Bedarfsgemeinschaft)

Das "Muster 55" wird vom behandelnden Arzt ausgestellt und gibt es seit Oktober 2016, löst dabei die älteren, teilweise komplizierten, Formulare ab. Generell werden Menschen ab Pflegegrad 2, oder solche die aufgrund einer Erkrankung in dauerhafter Behandlung sind, als chronisch kranke Menschen bezeichnet.
Hat man vom Arzt das "Muster 55" ausgestellt bekommen, muss man bei der Krankenkasse noch nachweisen, dass die Ausgaben die besagte Zuzahlungsgrenze überschreitet. Dazu sollte man ein Jahr alle Belege sammeln, um den Nachweis erbringen zu können. Übersteigt die Ausgabe der der errechneten Belastungsgrenze, wird die Krankenkasse den Differenzbetrag überweisen. 

Es kann sich also durchaus lohnen, seine Belege zu sammeln und nach einem Jahr, wenn der Belastungsbetrag überschritten ist, diese bei der Krankenkasse  einzureichen. Wichtig ist nur, dass für chronisch kranke Menschen, das "Modell 55" als Bescheinigung vorliegt, um die Belastungsgrenze von 2% auf 1% herab setzen zu lassen.
Beratungen erhalten betroffene bei ihrer Krankenkasse (bspw. TK: link hier)

 

 

 

 

 

VdK: Neues Pflegegesetz scheitert in der Praxis

Jetzt nach der Bundestagswahl muss die erst Anfang 2017 dieses Jahres gestartete Pflegereform nach der Ansicht des Sozialverbandes VdK überarbeitet werde Denn in der Praxis stellt sich heraus, dass die Umsetzung dieser Pflegegesetze bisher schon viele Verlierer produziert", sagte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher. Zum Beispiel erwähnte Sie fehlende Angebote für Personen, für die nach dem Pflegegrad 1 nur die Entlastung gezahlt werden, wenn ein speziell zertifizierter Anbieter gefunden wird. "Es fehlen Angebote für Pflegebegleiter, Alltagsbegleiter und haushaltsnahe Dienstleistungen."

Bei den Pflegeplätzen ist vieles im Argen. In ganz Bayern sind derzeit nur 166 Heime mit 796 Kurzzeitpflegeplätzen, und gerade dort nur einmal 820 Einrichtungen bieten Tagespflegeplätze an. "Ehrlich gesagt finde ich diese Zahl angesichts von mehr als 241 000 Pflegebedürftigen, die in Bayern zu Hause betreut werden, ziemlich bescheiden", sagte Mascher. Jetzt schon nach den ersten paar Monaten mit den neuen Pflegegesetzen ist es sehr deutlich, dass noch vieles nachgebessert werden muss.

 

Quelle: https://www.vdk.de

 

 

Partner in Not, Patient in Not

Eine neue Studie veranschaulicht: Das Patienten, die von einem traurigen oder von einem erschöpften Ehepartner gepflegt wurden, verursachen Versorgungskosten die höher als jene Patienten, die von glücklichen und Gesundheitlich fitteren Ehepartner betreut wurden.

Dazu kommt noch das diese Menschen öfter in der Notaufnahme behandelt wurden.

Wenn Ältere Menschen ihren Lebenspartner in die Notaufnahme bringen, ist es oftmals für Ärzte und Pfleger nicht eindeutig, wer denn nun eigentlich dringender Hilfe benötigt. Oftmals leiden Angehörige, die einen bettlägerigen oder einen dementen Partner versorgen, selbst an Beschwerden. Denn Sie sind Übermüdet, Überfordert und Überarbeitet.

Dieses ist ein weltweites regelmäßiges Phänomen das im Alltag von Notaufnahmen auftritt und wissenschaftlich aber noch wenig untersucht wurde. Deshalb hat ein Team in einer aktuellen Studio sich diesen angenommen. Die Gesundheitsforscherin Claire Ankuda von der University of Michigan, veröffentlicht im Journal of the American Geriatrics Society, das es wichtig ist für Ärzte in der Notaufnahme, die Angehörigen pflegebedürftiger Menschen, als potenzielle Patienten in den Focus zu nehmen. Es wurden mehr als 3000 Personen untersucht, über der Altersgrenze von 65 Jahren, die ihre Partner beim Anziehen, bei der Körperpflege und der Kulinarische Versorgung unterstützten.

Dabei flossen in die Analyse Daten, wie die anfallenden Krankenhauskosten und die Zahl der Besuche in einer Notaufnahme. Daneben Überprüften die Wissenschaftler das Wohlbefinden der pflegenden Ehepartner. Gesammelt wurden Daten zu Schlafstörungen, der Emotionale Gemütszustand und der gesundheitliche Gesamtzustand.

Das Ergebnis war, das Patienten, die von einem traurigen oder erschöpften Ehepartner gepflegt werden, höhere Versorgungskosten verursachen als jene Patienten, die von glücklichen und Gesundheitlich fitteren Ehepartner betreut wurden. Es wurde festgestellt das sich Patienten mit angeschlagenen Partnern in einem Zeitfenster von sechs Monaten etwa 23 Prozent häufiger in ein einer Notaufnahme vorstellen. Dazu kommt noch das die Behandlungskosten von Patienten, die von erschöpften Angehörigen gepflegt wurden, um knapp 2000 US-Dollar höher waren. Unsere Daten legen nahe, dass wir Angehörige in Not besser identifizieren und unterstützen müssen", sagt Deborah Levine, Mitautorin der Studie.

Im Endeffekt ergibt sich die Frage, wie man mit pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen in Zukunft umgehen will. Denn schon heute sind in Deutschland um die 2,5 Millionen Menschen auf die Pflege angewiesen. Die Hälfte schätzt man wird von Angehörigen zu Hause versorgt und oftmals ist der Partner ebenfalls angeschlagen.

Die Autoren der Studie fordern: "Der Partner ist ebenso ein verletzlicher Teil der Gesellschaft. So ist bekannt, dass die tägliche Pflegearbeit, ohne eine Anleitung, Bezahlung und Wertschätzung, die Gesundheit des Pflegenden bis hin zum Burnout stark beeinträchtigen könne. Auch den umkehrten Effekt gibt es: Ein schlechter Gesundheitszustand des Pflegenden könnte die Situation des Patienten verschlimmern. Deswegen müsse die Notfallmedizin angeschlagene Angehörige in Zukunft viel stärker in den Blick nehmen. Die häufigen Besuche in der Notaufnahme und erhöhte Behandlungskosten könnten zudem ein versteckter Hinweis auf Angehörige in Not sein."

 

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/

 

 

 

 

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