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Bei dem Thema Pflege fühlen sich die deutschen schlecht abgesichert

Im Jahr 2016 wurde noch angegeben das sich jeder fünfte Berufstätige, ausreichend für den Pflegefall abgesichert fühlt, in diesem Jahr 2017 nur 15 Prozent. Es fehlen für eine ausreichende Vorsorge die finanziellen Mittel, das gaben mehr als 36 Prozent an. Im Jahr 2016 gaben nur 29 Prozent an, das ihnen zur Vorsorge die finanziellen Mittel fehlen würden. Dieses geht aus dem Axa Deutschland-Report 2017 hervor.

Bei den Rentnern und Pensionären in Deutschland ist die Zahl noch deutlich gestiegen von 31 Prozent 2016 zu 43 Prozent. Die Rentner und Pensionäre die ihre Vorsorge als sicher fanden, sank von 29 Prozent auf 23 Prozent.

Bundesweit gibt es knapp 2,86 Millionen Menschen, die pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI) sind. Daraus geht hervor, dass sich die Zahl für Pflegebedürftige Menschen gegenüber Dezember 2013 um 234.000 Personen erhöht hat. Im Jahr 2030 geht man von circa 3,5 Millionen Pflegebedürftigen aus.

Die Westdeutschen sehen den Staat eher in der Verantwortung bei der Absicherung des Pflegefallrisikos als die Ostdeutschen. Während in Mecklenburg-Vorpommern nur 8 Prozent der Berufstätigen den Staat in der Pflicht sehen, diesen bei unzureichender finanzieller Vorsorge zu unterstützen. Sind es in Bayern 22 Prozent. Somit sehen die Ostdeutschen denn Staat weniger in der Verantwortung, bei der Absicherung des Pflegefalls als die Westdeutschen.

Quelle: http://www.procontra-online.de/artikel/date/2017/09/pflege-deutsche-fuehlen-sich-schlecht-abgesichert/

 

 

 

Keine Pflege im EU-Ausland - Das Schicksal von Christine W.

Frau Christine W. leidet seit vielen Jahren unter der Erbkrankheit Cortikobasale Degeneration (CBD). Eine tödliche Krankheit. Ein der diagnostizierte Arzt meinte (Zitat aus Quelle) "Die Krankheit nimmt ein tödliches Ende. Wenn es gelingt, Stress von Christiane fernzuhalten und die klimatischen Voraussetzungen zu schaffen, könnt ihr noch einige schöne Jahre miteinander verbringen.“

Heute sitzt Frau W. im Rollstuhl am Almadrava-Strand. Frau W kann nur noch auf ihrem Tablett tippen. Unterstützt wird sie von ihrem Mann und zwei Pflegerinnen. Doch die 728€ Pflegegeld reichen nicht mehr um die Betreuung zu finanzieren. Der Antrag auf Sachleistungen und Pflegegrad 5 wurde abgelehnt. Obwohl sie keine Residenten von Els Poblets (Spanien) sind, sondern immer noch Bürger von Salzgitter, hat man sie mit Wohnsitz Spanien eingestuft, sagt Herr W. 

Frau W. steht in medizinischer Behandlung der Medizinischen Hochschule Hannover, wo das Ehepaar jedes mal hinreist um Therapien durchführen zu lassen. Eigentlich wäre das Ehepaar nie nach Spanien gegangen, sondern in ihrer Heimat Salzgitter. Doch das Klima bremst das Fortschreiten der Erkrankung.

Für Herrn W. ist es völlig unbegreiflich, dass der MDK alle Anträge für Hilfsmittel zurückweist. ,,Die Medizin tut alles, um das Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten und der Medizinische Dienst alles, um es zu beschleunigen", sagt Herr W. Herr W. ist kein Mensch, der für seine Rechte kämpfen kann, so hat er unter der Regierung Willy Brands maßgeblich an der Bildungspolitik mit gewirkt. Jetzt ist er im Ruhestand und versucht bei einer Partei im Bereich "Gesundheits- und Sozialpolitik" Akzente zu setzen. Vielleicht deshalb, da er nur zu gut weiß, das Klima auch Leben verlängern kann.

 

(Quelle: Costanachrichten

Vielleicht haben auch sie eine Geschichte zu erzählen, die wir der Öffentlichkeit zugänglich machen sollen?
Damit würden sie allen Menschen helfen, denn nur durch Transparenz lassen sich die Probleme identifizieren.

Hier können sie ihre Geschichte schreiben: Ihre Geschichte

Anmerkung: Vielleicht hilft es mit dieser Petition, auf die Politik den Druck zu erhöhen:
https://www.change.org/p/pflegeversicherung-auch-deutsche-im-eu-ausland-haben-ein-recht-auf-pflege

 

So hilft der Staat pflegende Angehörige

Bei rund 75% pflegebedürftiger, die in häuslicher Umgebung durch Angehörige gepflegt werden, sollte man erwarten, dass diese auch etwas davon haben. Doch dem ist nicht so. Der Staat hat "nicht viel übrig" für pflegende Angehörige.

Es gibt aber geringfügige Steuervorteile. So können Angehörige steuerlich einen Pflegepauschalbetrag von 924 € im Jahr beanspruchen. Dieser Anspruch ist auch dann möglich, wenn sie ihre Pflegetätigkeit nur am Wochenende ausüben, weil die Pflegeperson bspw. unterhalb der Woche, sich in einem Pflegeheim aufhält.

Der Pflegepauschalbetrag kann über den Mantelbogen der Steuererklärung geltend gemacht werden. Jedoch funktioniert das nur, wenn für die Pflegeleistung keine Geldleistungen, wie beispielsweise von der Pflegekasse, erhalten haben.

Ebenfalls als haushaltsnahe Dienstleistungen, lassen sich Kosten für Betreuung, Pflege, Versorgung, Essenszubereitung, Einkäufe und Wohnungsreinigung absetzen, wenn diese als Dienstleistung eingekauft werden. Bewahren sie unbedingt entsprechende Belege auf. Von den Aufwendungen lassen sich bis zu 20% direkt von der Einkommensteuer abziehen. Anerkannt werden also bis zu 4000 Euro pro Jahr, also Gesamtkosten von 20000€

Da auch ein Angehöriger Urlaub braucht (Pflegepause), steht ab Pflegegrad 2, ein Betrag von 1612 Euro für die Verhinderungspflege zu (bei stationärer Pflege). Dieser kommt von der Pflegekasse. Dieser Betrag steht für maximal 6 Wochen Dauer der Verhinderungspflege, pro Jahr zur Verfügung. Dieser Betrag kann durch 50% nicht genutzter Kurzzeitpflege (806 Euro) noch aufgestockt werden. 

Sind sei als pflegender angehöriger in einem Beschäftigungsverhältnis bei einem Unternehmen mit mehr als 15 Mitarbeitern, haben sie das Recht sich bis zu 6 Monate für die Pflege von Angehörigen, freistellen zu lassen. Natürlich sind auch kürzere Zeiträume möglich, wenn man beispielsweise mit der zu pflegenden Person in den Urlaub möchte. Details sollten aber immer mit dem Arbeitgeber abgesprochen werden.

Kümmern Sie sich um einen Angehörigen, der zwar schwer erkrankt ist, aber noch nicht als pflegebedürftig eingestuft wurde, können sich auf maximal 3 Monate freistellen lassen, wenn bspw. (Zitat Pflegegesetz §63 Abs.6) "Beschäftigte sind zur Begleitung eines nahen Angehörigen von der Arbeitsleistung vollständig oder teilweise freizustellen, wenn dieser an einer Erkrankung leidet, die progredient verläuft und bereits ein weit fortgeschrittenes Stadium erreicht hat, bei der eine Heilung ausgeschlossen und eine palliativmedizinische Behandlung notwendig ist und die lediglich eine begrenzte Lebenserwartung von Wochen oder wenigen Monaten erwarten lässt. "

Es gibt auch noch die Möglichkeit der Kurzzeitpflege im Heim, die maximal für 8 Wochen in einem Pflegeheim in Anspruch genommen wird. Diese muss nicht im Wohnort des zu pflegenden erfolgen, sondern kann auch an einem Urlaubsort in Anspruch genommen werden (jedoch nicht im Ausland). Interessant hierzu auch der §42 Abs.2 SGB XI in dem es heißt (Zitat): "Der Anspruch auf Kurzzeitpflege ist auf acht Wochen pro Kalenderjahr beschränkt. Die Pflegekasse übernimmt die pflegebedingten Aufwendungen einschließlich der Aufwendungen für Betreuung sowie die Aufwendungen für Leistungen der medizinischen Behandlungspflege bis zu dem Gesamtbetrag von 1 612 Euro im Kalenderjahr. Der Leistungsbetrag nach Satz 2 kann um bis zu 1 612 Euro aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Verhinderungspflege nach § 39 Absatz 1 Satz 3 auf insgesamt bis zu 3 224 Euro im Kalenderjahr erhöht werden. Der für die Kurzzeitpflege in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird auf den Leistungsbetrag für eine Verhinderungspflege nach § 39 Absatz 1 Satz 3 angerechnet."


So hat der pflegende Angehörige die Möglichkeit, trotz Urlaub, die zu pflegende Person jederzeit zu besuchen. Eine tolle Sache sind auch "Pflegehotels" von denen es im Internet viele Angebote gibt.

Es lohnt sich in jedem Fall, sich hier von der Pflegekasse oder einem Beratungsdienst, ausführlich beraten zu lassen und schauen sie ruhig mal ins Pflegegesetz.


 

TV Duell - keine sozialpolitischen Themen

Das sehnlichst erwartete TV Duell zwischen Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD) ist vorbei. Es sollte den Bundebürgern dazu dienen, einen näheren Eindruck von den zwei Kontrahenten zu gewinnen. Die Wahrnehmungen waren dabei sehr unterschiedlich. Angela Merkel ist in gewohnter Weise aufgetreten und Martin Schulz hat versucht sich zu präsentieren. Unserer Meinung nach ist ihm das auch gut gelungen. Große Enttäuschung konnten wir aber in vielen Kommentaren aus den Sozialen Netzwerken gewinnen, den einige Themen wurden eher vernachlässigt, beziehungsweise fanden keine Erwähnung.

Gerade Menschen mit Behinderung und Rentner, fanden eher vergebens nach Themen, die sie betreffen. Lediglich das Renteneintrittsalter wurde kurz erwähnt.

Das dadurch natürlich der Eindruck entsteht, dass Menschen mit Behinderung, oder EM-Rentner eher nur eine Randgruppe für unsere Politiker darstellt, ist für betroffene nicht nur enttäuschend, sondern sogar ein Schlag ins Gesicht. Dabei haben wir laut Statistik 17,3 Millionen Rentner (Stand 2015) und 1,7 Millionen Rentner wegen Erwerbsminderung (Stand 2015). Davon sind rund 1 Millionen Rentner auf Leistungen nach SGB XII angewiesen (Stand 2015). Bei rund 82,6 Millionen Einwohnern in Deutschland ist es schon erschreckend, dass ein so hoher Anteil der Bevölkerung keine Erwähnung findet, sind sie doch auch potentielle Wähler.

Wie sollen sich die Wähler nur verhalten, wenn man nicht einmal Erwähnung findet? Das muss jeder für sich entscheiden, jedoch wäre das Wegbleiben von der Wahl oder die Abgabe eines ungültigen Stimmzettels, mit Sicherheit der falsche Weg.

 

 

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